The Quireboys

Twisted Love

  • Artist: The Quireboys
  • Album: Twisted Love
  • Label: Off Yer Rocka / Soulfood
  • Release: 2016-09-23
  • Medium:
  • Bewertung:2+

In den letzten Jahren haben die Quireboys offensichtlich eine neue Ader der Kreativität getroffen. Wo die Band in den ersten zwanzig Jahren ihrer History gerade mal fünf echte Studioalben fertigegebracht haben, verging seit 2013 kein Jahr ohne ein neues Quireboys-Opus. Nachdem das letztjährige Album „St. Cecilia And The Gypsy Soul“ eher in ruhigeren, von Akustikgitarren getragenen Gefilden zuhause war, lassen sie es nun mit „Twisted Love“ wieder ordentlich krachen.

Die Mischung bleibt dabei die Übliche. Ein (großer) Teil Faces, ein Teil Rolling Stones und ein Teil (frühe) AC/DC, fertig ist das launige, unaufgeregte und unbedingt pubtaugliche Rock’n’Roll-Gebräu, mit dem die Jungs um Frontmann Spike und Gitarrist Guy Griffin seit den späten 1980ern ihre Zielgruppe erfreuen. Und auch qualitativ kann man sich auf die Band prima verlassen. Auch wenn es ihnen vermutlich nie mehr gelingen wird, die gnadenlose Ohrwurmdichte des ungeschlagenen Debütalbums „A Bit Of What You Fancy“ zu erreichen, für eine Handvoll echter Hits ist ein jedes Quireboys-Album auf jeden Fall gut. Hier wären zum Beispiel der eröffenende Country-Shuffle ‚Torn And Frayed‘, das angefunkte Titelstück mit souligen Background-Vocals, der urtypische Mitgröhler ‚Life’s A Bitch‘, die Uptempo-Nummer ‚Shotgun Way‘ und die abschließende, bluesige „nach-drei-Uhr-in-der-Kneipe“-Ballade ‚Midnight Collective‘ mit großartiger, Clapton-mäßiger Leadgitarre zu nennen. Auch wenn der Recht vielleicht nicht ganz die Unwiderstehlichkeit der Genannten erreicht, einen Ausfall haben die Jungs einmal mehr nicht im Programm. Lediglich das elektrische Remake des vom Vorgänger stammenden ‚Gracie B.‘ gefällt mir nicht ganz so gut wie das (akustisch instrumentierte) Original, sorgt aber mit der ungewohnt düsteren Stimmung für willkommene Abwechslung.

Wer die Jungs schon immer mochte, muss hier natürlich ganz fraglos auch wieder zugreifen. Aber auch wer die Band noch nicht kennt und auf satten Frühsiebziger-Rock’n’Roll mit Blues-, Country- und gelegentlichem Folkeinschlag steht, findet mit „Twisted Love“ genau den richtigen Stoff. Einfach eine weitere geile Scheibe einer geilen Band.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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