Blindstone

The Seventh Cycle of Eternity

Blues und Bluesrock hat in den letzten Jahren eine Art Revival im Mainstream erlebt, das vor allem Joe Bonamassa und seinen Fähigkeiten auf der Gitarre zu verdanken ist. Bei aller Klasse von Bonamassa gehen dabei zwei wichtige Dinge vergessen. Erstens: Die gesamte Rockmusik hat seine Wurzeln im Blues. Und Zweitens: Es gibt unzählige, andere talentierte Gruppen da draußen, die ihren Vorbildern aus den 60ern und 70ern noch heute aktiv nacheifern. Die Bandbreite ist immens und geht von „reinstem Blues“ über rockigen Blues hin zu bluesigem Hardrock. Enorm spannende Bands tummeln sich hier, und die Gitarren zählen noch wirklich und mehr als bei so manch überproduzierter Rock- oder Metalscheibe. Blindstone aus Dänemark sind in diesem Mikrokosmos keine Unbekannten, sondern bluesen sich schon seit 2002 über die Bühnen Europas. Auf sechs Alben hat es das fidele Trio dabei gebracht, „The Seventh Cycle of Eternity“ ist Nummer Sieben und das fünfte Studioalbum neben einer Live- und einer Rare-Tracks-Veröffentlichung. Frontmann, Gitarrist und Sänger Martin Andersen ist ein exzellenter Gitarrist, der als Hauptsongwriter für den von Hendrix, Cream, Mountain und Frank Marino geprägten Sound steht. Aber auch Bassist Jesper Bunk und der neue Drummer Sigurd Johnk-Jensen hinterlassen ihren einzigartigen Fingerabdruck auf der Scheibe.

Die Bandbreite der Kompositionen der Skandinavier ist wahrlich beeindruckend und reicht von rockigen Riffmonstern wie dem Opener ‚Dead Man’s Blues‘ oder ‚By the Suns of Warvan‘ über die Honky-Tonk-Nummer ‚Rebel in Black‘ bis zur tränengetränkt-schmerzvollen Ballade ‚Looking Back‘, die einen kopfkratzend zurücklasst mit der Frage, ob Andersen möglicherweise im falschen Körper zur Welt gekommen ist. ‚Thunder from the North‘ hat eine der faszinerendsten Strophe-Refrain-Bridges, die einem seit langem untergekommen ist, ‚Power of Soul‘ macht seinem Titel alle Ehre. All das ist mal mehr, mal weniger, aber immer absolut bestechend von Blues-Soli akzentuiert, die einen zwangsläufig mit den Fingern Gitarrengriffe imitieren lassen. Die Füße wippen ohnehin die ganze Zeit über im Groove der Riffs. Kein einziger der 11 Songs (51 Minuten) ist ein Lückenfüller, alles hat Hand und Fuß. Wer auf rockigen Blues steht, der findet mit den Dänen einen exzellente Band, die auch noch über einen umfangreichen und hochgelobten Backkatalog verfügt. Da haben die Nordlichter von Just for Kicks für ihren Europa-Vertrieb mal wieder eine echte Perle ausgebuddelt.

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