The Grand Stadium

Als jemand, der ab den 80ern aktiv Musik gehört hat, wundert man sich inzwischen etwas, wenn inzwischen auch 90er-Sound als „retro“ betitelt wird. Aber so richtig einordnen kann man Scream Of The Butterfly und ihren dritten Longplayer The Grand Stadium (Red Revolver Records) ohnehin nicht, auch wenn die in der Presseinfo eben „retro“ steht.

60er und 70er Sounds, Vintage, triefende Hammond-Orgeln, aber auch grungige Elemente direkt aus dem Seattle der 90er wabern hier aus den Boxen. Irgendwie alles schon ziemlich retro, aber modern produziert, druckvoll und stimmig.

Neun Songs plus Intro entziehen sich den klassischen Schubladen, und das ist gut so. Das 2016 in Berlin gegründete Quartett Scream Of The Butterfly erkundet den Vintage-Rock, ohne wirklich vintage zu klingen. Aber wer schon etwas länger Rockmusik hört, fühlt sich schnell heimisch. Markante Vocals, oft melancholisch, Mid-tempo Rock’n’Roll, auch mal Akustikgitarren, immer wieder der prägnante Orgelsound, eine Preise Blues, dann wieder Grunge – das ist nichts Neues, aber wird nun mal immer wieder gerne gehört und hat damit durchaus seine Daseinsberechtigung, zumal es sympathisch rübergebracht wird. So zum Beispiel in der langsamen Stimmungsnummer ‚Now, Then And Now‘, die mit der gezupften Akustikgitarre, wehklagenden E-Gitarren-Parts und dezenten Pianos überzeugt und zeigt, dass bei allem Retro immer noch jede Menge Kreativität für Neues in den Köpfen des Quartetts steckt. Das folgende ‚Every Mile She’s Gone‘ kommt dann kraftvoller heran mit groovenden Riffs und einem tollen Refrain und eingestreuten Soli mit fast schon progressiven Ausmaßen, ohne die Songstruktur zu vernachlässigen. Hut ab und hinein in das Grand Stadium!

Aufgenommen und abgemischt wurde „The Grand Stadium“ übrigens in Berlin in den Big Snuff Studios des Kadavar Live-Sound-Mannes Richard Behrens – was man als Kadavar-Jünger durchaus hören kann und zu schätzen lernt.

Note: 2

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Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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