Soen – Musik ist nicht nur einfach Entertainment

Ende des letzten Jahres veröffentlichten die schwedischen Progressive-Rocker Soen ihr zweites Album 'Tellurian'. Unser Metal-Chef Daniel griff die Gelegenheit beim Schopf und stellte der Band einige Fragen - Heraus kam ein Dialog über Ziegenmilch, das Musikverständnis einer Progressive-Rock Band und Kinder, die wegen ihrer Musikalität aus dem Klassenraum geschmissen werden...


Daniel (D): Hi Jungs! Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, einige Fragen für unsere Leser zu beantworten. Das Wichtigste zuerst, welchen Drink bevorzugt ihr? Whiskey-Soda oder lieber etwas Skandinavisches?

Stefan Stenberg (SS): Am liebsten Ziegenmilch, aus welchem Land ist egal.

soen_1.jpgD: Zu welchem Genre würdet ihr eure Musik zählen und was macht euren Sound so besonders?

Joel Ekelöf (JE): Es reicht, wenn die Musik gut klingt, das Genre ist uns egal. Jedes Genre hat seine guten und schlechten Vertreter. Wir versuchen gute Musiker zu sein und überlassen das Einordnen dem Hörer. Jeder von uns hat einen weiten musikalischen Interessenbereich und wir versuchen Einflüsse aus allen möglichen Musikrichtungen in unsere Songs einfließen zu lassen – es muss nicht immer nur Rock, Metal oder Progressive sein. Ich weiß nicht, ob uns das einzigartig macht, aber das ist ein Punkt, weswegen unsere Musik so klingt wie sie klingt.

D: Grade erst habt ihr euer neues und wirklich tolles Album ‚Tellurian‘ veröffentlicht. Ich weiß, dass Musik für sich steht und schwer zu beschreiben ist, aber was findet ihr wichtig über eure Musik zu wissen oder gibt es etwas, auf das ihr besonders stolz seid?

JE: Die Songs sind solide und das Album beschreibt in gewisser Weise eine Reise. Hoffentlich ist es ein Album, das ein Paar mal öfter angehört werden kann, als ein Durchschnitts-Album.

D: Könnt ihr unseren Lesern etwas über den Titel des Albums und das wirklich einzigartige Cover-Bild erzählen?

SS: Der Albumtitel bedeutet so viel wie ‚Etwas Irdisches‘ und gab uns das Gefühl dazu zu passen, wie sich das Album für uns anhörte und auch anfühlte. Dasselbe gilt übrigens für das Cover. Wir stießen auf Jose Luis Lopez Galvan, einen hervorragenden mexikanischen Künstler. Seine Art zu Zeichnen, sein Stil und speziell das Bild, das wir als Cover aussuchten, passten hervorragend zum Klang des Albums.

D: Wie entstehen neue Soen-Songs? Gibt es bei euch einen Haupt-Songwriter? Und schreibt ihr erst die Lyrics, oder komponiert ihr erst die Musik?

SS: Meistens hat Martin eine Idee, eine Grundlage, arbeitet die dann grob zu Hause aus und bringt sie mit in den Probenraum, wo wir dann alle zusammen an dem Material arbeiten. Wir lassen uns beim Schreiben der Lieder so viel Zeit wie wir brauchen und arbeiten an vielen Liedern gleichzeitig – auf die Art können auch Mal Projekte liegenbleiben und das nächste Mal, wenn man sich damit befasst, geht man offener an die Ideen heran und hat eine gewisse Distanz dazu.

JE: Meistens komponieren wir die Musik vor den Texten.

D: Eure Musik gilt allgemein als ‚Progressive Rock‘. Was versteht ihr unter dem Begriff ‚Progressive und würdet ihr euch selbst als ‚Progressive Rocker‘ bezeichnen?

JE: Der Begriff ‚Progressive‘ passt schon, er bezieht sich auf die Musik, die in den siebziger Jahren von einigen wegweisenden Bands produziert wurde. Wir alle mögen diese Art Musik und wir finden, dass sie in gewisser Weise ein Revival verdient hat.

D: Welche Band oder welches Album würdet ihr auswählen, um jemand Szenefremden davon zu überzeugen, wie spannend es sein kann, die Konventionen und Grenzen populärer Mainstream-Musik zu überwinden? Vielleicht habt ihr ja einen Insider-Tipp für uns, eine Band, der nicht die Aufmerksamkeit zuteil wird, die sie verdient?

Martin Lopez (ML): Musik ist eine sehr persönliche Sache, weshalb ich verschiedenen Menschen auch immer verschiedene Musik empfehlen würde. Das Wichtigste ist, sich Zeit zu nehmen und nicht nur Musik zu hören, während man andere Dinge tut. Musik ist nicht nur einfach Entertainment – konzentriere dich auf das, was du hörst und analysiere es.

D: Und zum Schluss was aus der Kindheit – vielleicht habt ihr ja noch eine Geschichte aus der Schulzeit, eine kleine Anekdote?

ML: An so viel kann ich mich nicht mehr erinnern, aber ich kann euch sagen, dass ich über Jahre hinweg mehrmals pro Woche aus dem Unterricht geflogen bin, weil ich auf meiner Schulbank herumgetrommelt habe, als der Lehrer etwas erklären wollte…

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