SELIG – Endlich wieder echter Live-Genuss statt Streaming-Show

In Osnabrück hat sich das Team der Konzertstätte Rosenhof richtig Mühe gemacht, und eine Corona-konforme Musik-Reihe auf die Beine gestellt. Ein gemütlicher Biergarten mit Pommes, Currywurst und Kaltgetränken lädt bereits vor Show-Beginn zum Verweilen ein. Auf Stühlen und mit viel Abstand können die Auftritte erlebt werden. Eine illustre Reihe an Künstler*innen sind zwei Wochen lang auf der Genusshöfe-Bühne zu sehen. Nach u.a. Stoppok, Wolfgang Niedecken, Fiddlers Green oder den Mighty Oaks ist heute die Hamburger Formation Selig eingeplant.

Um 19.30 Uhr beginnt mit Jessovski das Vorprogramm. Die junge Dame und ihre Musiker erinnern ein wenig an MIA gepaart mit der Neuen Deutschen Welle und spielen eine halbe Stunde ihre Lieder. Richtig überzeugen wollen diese jedoch nicht.

Punkt halb neun ist es dann so weit und Selig betreten die Bühne. Sie rocken mit dem gleichnamigen Song sofort los. Ohne Luftholen und Ansage geht es mit dem Klassiker „Sie Hat Geschrien“ direkt weiter. Bei den ersten drei Titeln ruckelt und scheppert der Sound noch ein wenig, dann wird es deutlich besser. Aus dem neuen Album „Myriaden“ spielen die Männer um Frontmann Jan Plewka den Titeltrack und im Anschluss die aktuelle Single „Süßer Vogel“, bevor sie sich fast eine Stunde lang ausschließlich um die Hits der ersten Band-Phase kümmern. Die obligatorische Frage „Ist Es Wichtig“ darf genauso wenig fehlen, wie der „Arsch Einer Göttin“ und mit dem „Mädchen Auf Dem Dach“ werden alle zusammen „High“.

Es herrscht Spielfreude pur – Christian zaubert auf der Gitarre ein Solo nach dem anderen, während Stoppel und Leo das rhythmische Fundament legen. „Es ist wie in den 90ern – nur besser, weil wir alles mitkriegen“, frotzelt Sänger Jan. Man merkt den Jungs den Spaß am (endlich wieder) Live-Musizieren an, denn sie bekommen das Grinsen nicht aus ihren Gesichtern. Der ein oder andere Fehler tut der gesamten Show keinen Abbruch, im Gegenteil. Sowohl Band als auch Publikum sind glücklich, ein reales Konzert erleben zu dürfen.

„Von Ewigkeit Zu Ewigkeit“ lässt die Zuschauer*innen zum Abschluss des Sets gemeinsam singen. Selbst als die Vier die Bühne verlassen, will der Chor nicht verstummen und holt die Truppe damit zu den Zugaben zurück auf die Bühne. Ab jetzt ist auch die Sitzpflicht aufgehoben und alle stehen. Mit der ultimativen Liebes-Ballade „Ohne Dich“ und dem Versprechen „Wir werden Uns Wiedersehen“ enden 90 kurzweilige Minuten. Musiker und Fans gehen selig nach Hause. Leider fiel „Wenn Ich Wollte“ im Zugaben-Block dem Zeit-Limit zum Opfer und wurde vielleicht zum allerersten Mal in der fast 30-jährigen Karriere nicht live gespielt.

Dem Team des Rosenhofes ist ein Riesenkompliment zu machen, dieses Format nach der langen Durststrecke auf die Beine zu stellen. Auch wenn es noch nicht ganz wie früher ist, sind diese Konzerte eine deutliche Vorwärtsentwicklung – im Vergleich zu den reinen Streaming-Angeboten der letzten Monate. Bleibt zu hoffen, dass es ein Schritt nach vorne bleibt, und es nicht die sprichwörtlichen zwei zurück geben wird.

 

Setlist

Selig

Sie Hat Geschrien

Schau Schau

Myriaden

Süßer Vogel

Die Besten

Ist Es Wichtig

Arsch Einer Göttin

Lass Mich Rein

High

Mädchen Auf Dem Dach

Alles Ist So

So Lang Gewartet

Von Ewigkeit Zu Ewigkeit

 

Ohne Dich

Wir Werden Uns Wiedersehen

 

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Fotocredit: Wolfgang@Whiskey-Soda

Wolfgang

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

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