Emerald

Restless Souls


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  • Artist: Emerald
  • Album: Restless Souls
  • Label:
  • Release: 2019-05-07
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Wer, wie der Verfasser dieser Rezension, musikalisch in den Spät-70ern und vor allem in den 80ern geprägt wurde, der hat so einige klangliche Trends und Subkulturen miterlebt. Denn die Musikindustrie ist eine gnadenlose Geldmaschinerie, die alles aussiebt, was sich nicht der breiten Masse anpasst oder unterordnet. Mit der Digitalisierung wurde die Schraube sogar noch um einiges fester angezogen. Deshalb redet man heute kaum noch von Bands, vielmehr von Hits mit einem austauschbaren Gesicht dahinter.

Emerald aus dem schweizerischen Freiburg haben seit jeher auf solche Trends gepfiffen. Als Teenager vom Heavy-Metal-Fieber angesteckt, lässt Michael Vaucher die Vision der eigenen Band nicht mehr los. Bis heute hat er als Gitarrist und Bandleader treu an seinem Konzept festgehalten, das er mit seinem Bruder Thomas (Keyboards) und seinen Mitstreitern Al Spicher (Drums), Julien Menth (Gitarre), Vania Truttmann (Bass) und Mace Mitchell (Gesang) teilt. Und mit „Restless Souls“ präsentiert sich das Sextett erneut mit einer gehörigen, waschechten Portion Heavy Metal der traditionellen Marke mit unüberhörbarem U.S.-Einschlag. Und es ist eine wahre Freude, mit welcher Natürlichkeit und Spielfreude Emerald auf ihrem mittlerweile achten Album agieren. Und das auf dem Hintergrund des Vorgängers „Reckoning Day“ von 2017, den man getrost als bisherigen Höhepunkt ihres Schaffens bezeichnen darf.

So knüpft der Opener ‚Freakshow‘ schon mal dort an, wo Emerald bei ihrem letzten Album aufgehört haben: Fräsend-griffige Riffs, packende Grooves und eingängige Hooks, die einmal mehr die verlässliche Ton-Signatur von Produzent V.O. Pulver tragen. Und auch danach folgt ein reichhaltig serviertes Schwermetallmenü, das durch die ausgereifte Vielseitigkeit der Schweizer die Spielzeit von 57 Minuten wie im Flug vorüberziehen lässt. Seien es hymnenhafte Reisser wie ‚Valley of Death‘ und ‚Son of Sam‘, Abrissbirnen der Marke ‚The Wicked Force‘ und ‚Heaven Falls Down‘ oder das balladeske ‚Set me Free‘ – Emerald haben mittlerweile ihr Rezept gefunden. Dieses erlaubt ihnen, auch mit etwas moderneren Metal-Aspekten zu experimentieren, ohne dass es ihrem Stil einen Abbruch tut. ‚Cad Goddeu‘ ist hierfür das beste Beispiel, aber auch der Titeltrack ‚Restless Soul‘ oder ‚Superhero‘ runden ein Album ab, das insgesamt zwar zeitgemäss produziert ist, in seiner Seele aber zutiefst Old-School ist.

Untem Strich ist „Restless Souls“ ein starkes, abwechslungsreiches und kurzweiliges Stück Heavy Metal geworden, auch wenn sich das Album auf der Zielgeraden von seinem Vorgänger „Reckoning Day“ geschlagen geben muss. Aber am Ende ist das lediglich Erbsenzählen auf hohem Niveau, denn Emerald ist und bleibt die Schweizer Referenz in Sachen traditionellem Heavy Metal.

(geschrieben von Rosario Fazio)

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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