Joe Bonamassa

Redemption

Er ist derzeit einer der Größten im boomenden Bluesrock-Genre und gleichzeitig ein wahrer Schwerarbeiter, der sich kaum Pausen gönnt. Nach dem letzten Live-Paket „British Blues Explosion“ hat der amerikanische Blues-Spezialist Joe Bonamassa mit Redemption sein dreizehntes Studioalbum veröffentlicht. Es ist das das dritte Studioalbum in Folge mit komplett eigenem Material. Bei Bonamassa darf man aber trotz aller Arbeits- und Veröffentlichungswut sicher sein, dass hier die Qualität nicht hinter die Quantität gestellt wird.

So legt der Gitarrist mit „Redemption“ ein äußerst vielseitiges und sehr abwechslungsreiches Album vor, dem sein langjähriger kreativer Partner Kevin Shirley als Produzent wieder den ganz speziellen, markanten Stempel aufgedrückt hat. Groove wird hier natürlich wieder ganz groß geschrieben, wenn Bonamassa und seine Kollegen Tom Hambridge, James House, Gary Nicholson, Richard Page und Dion Dimucci aus Nashville loslegen. Raue, an Zeppelin erinnernde Gitarren im Opener weichen schnell dem Boogie-Blues der Rockabilly-Nummer ‚King Bee Shakedown‘. Der Meister ist ‚Deep Into The Blues Again‘, wie er in einem Song so passend feststellt. Hin und wieder klingt das alles im positivsten Sinne nach Musikern wie Tom Waits oder Gary Moore und sorgt entsprechend für Atmosphäre. Auffallend ist der hohe Bläseranteil auf den ersten Songs, schon bei ‚Evil Mama‘ drängen sich Trompeten und Saxophone in bester Classic-Blues-Manier im Mix prägnant nach vorne. Das gefällt genauso wie die große Stil-Vielfalt unter den zwölf Songs.

Treibender Bluesrock ist ebenso vertreten wie der stimmungsvoller, Saxophon- und Hammondorgel-dominierter klassischer Blues ‚Pick Up The Pieces‘ oder die chillige Countrynummer ‚The Ghost Of Macon Jones‘ mit dem Nashville-Urgestein Jamey Johnson am Gesangsmikro. ‚Pick Up The Pieces‘ ist gar eine eigenwillige, aber sehr gelungene Symbiose aus Blues, Swing im Tom-Waits-Stil und ein paar Spritzern Jazz mit schmissigen Bläsersätzen. Zwischendurch wird es auf dem Titelsong des Albums eine Prise Western-Romantik, die gleich wieder von schmutzigen Gitarrenslides ertränkt wird, ein Wechselbad der Gefühle so wie die ganze Platte. Düster, tieftraurig, wie beim bewegenden ‚Self-Inflicted Wounds‘, dann wieder klassisch bluesrockig auf der Schlussnummer ‚Love Is A Gamble‘. Joe Bonamassa erfindet sich auf „Redemption“ mit fast jedem Song komplett neu, experimentiert und liefert damit ein hervorragendes Album ab, das seinen Ruf als einer der aktuell wichtigsten Künstler der Bluesrock-Szene weiter untermauert. „Redemption“ ist ein Meilenstein in Bonamassas Karriere geworden und darf jedem Fan abwechslungsreicher bluesiger Gitarrenarbeit wärmstens empfohlen werden.

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