NIGHT OF THE PROG FESTIVAL – Das Prog-Event 2019

Wie jedes Jahr im Juli, steigt auch 2019 an der sagenumwobenen Loreley am Mittelrhein wieder DAS Event für alle Freunde der progressiven, anspruchsvollen Rockmusik.  Vom 19. bis 21. Juli 2019 heißt es wieder „Night Of The Prog Festival“. Zum nunmehr vierzehnten Mal findet das international besuchte Festival, das mittlerweile nicht nur europaweit zu den bekanntesten und größten Veranstaltungen seiner Art zählt, auf der Freilichtbühne Loreley bei St. Goarshausen statt.

Das Live-Highlight der Open-Air-Saison mit Fans aus ganz Europa und inzwischen auch aus der ganzen Welt öffnet vom 19. bis 21. Juli 2019 zum vierzehnten Mal seine Pforten: Das Night of the Prog Festival hat sich weit über die Szene hinaus einen Namen gemacht. In den letzten Jahren hat der Veranstalter WIV Entertainment bereits so ziemlich alles, was im Progressive-Rock-Bereich Rang und Namen hat, auf die Bühne des stimmungsvollen Amphitheaters geholt. Auch für dieses Jahr haben sich einige hochkarätige Acts angekündigt, so erwartet die Fans zum Beispiel ein Auftritt des legendären Pink-Floyd-Drummers Nick Mason oder ein Gig der Elektronikpioniere Tangerine Dream. Neben jungen, spannenden Bands wird es auch einmalige exklusive Auftritte geben: Die Steve Hillage Band spielt am Sonntag Abend Steve Hillage wurde in den 70er Jahren mit der Artrock Band Gong bekannt und wird diesen Juli seit über 40 Jahren erstmals wieder mit Gong-Material auf der Bühne stehen.

Eröffnet wird das Festival am Freitag von der niederländisch/britischen Progressive-Rock-Band Dilemma, die kürzlich nach längerer Pause ihr neues Album „Random Act Of Liberation“ vorgestellt hat und gemeinsam mit Sons Of Apollo auf Tour gewesen ist. Mit ihrem neuen Sänger Dec Burke wird es neben dem Material der aktuellen Scheibe sicher auch ältere Dilemma-Songs zu hören geben. Ein idealer Festivalauftakt, wie wir finden.

Ursprünglich war als nächstes der Auftritt von In Continuum geplant. Die Band des Sound of Contact Masterminds Dave Kerzner musste jedoch ihr Erscheinen leider absagen. Wir hoffen auf einen Nachholtermin im nächsten Jahr. Der Slot wird jetzt von Special Providence übernommen. Die ungarische Band hat bereits 2015 auf dem Festival gespielt und seinerzeit eine enthusiastische Publikumsreaktion hervorgerufen. Die Band hat mit ihrer rein instrumentalen Mischung aus moderem Jazz, progressivem Rock und elektronischen Elementen ihren ganz eigenen Stil kreiert und schon für Genregrößen wie Haken, Spock’s Beard oder gar Dream Theater die Abende eröffnet. Wir sind also sehr gespannt auf Special Providence, die unter anderem ihr 2017er Album „Will“ vorstellen werden.

Die nächste Band, Chandelier, dürften viele Progger noch aus den 90er Jahren kennen. Die deutsche Neo-Prog-Band hat damals drei Alben veröffentlicht und sich vor rund 20 Jahren von der Bühne verabschiedet. Jetzt gab es nicht nur eine Wiederveröffentlichung der von Eroc (Grobschnitt) remasterten klassischen Chandelier-Alben, sondern die Band hat sich auch entschieden, für ein einziges Konzert zurück auf die Bühne zu kommen. Ja, dieser Auftritt wird beim Night Of The Prog Festival 2019 stattfinden, und natürlich gibt es einen Querschnitt durch alle drei Alben zu hören. Das ist die einmalige und wirklich einzigartige Chance, noch einmal – oder für viele sicher auch zum ersten Mal – Chandelier live zu erleben!

Die britischen Urgesteine IQ braucht man eigentlich überhaupt nicht mehr vorstellen. Nach ihrem Gig im Jahre 2014 kehren die Artrocker im Sommer endlich an die Loreley zurück. Die Band arbeitet derzeit an ihrem elften Studioalbum, das bis zum Festivalgig sicherlich in den Regalen stehen wird.

Eine der größten stilbildenden Ikonen der elektronischen progressiven Musik wird am Freitag Abend ein exklusives Konzert geben: Tangerine Dream. Die deutschen Krautrock- und Ambient-Pioniere haben über 100 (!) Studioalben veröffentlicht und rund 60 Filmmusiken komponiert. Nach dem Tod des Bandgründers Edgar Froese vor vier Jahren setzen die verbliebenen Bandmitglieder Froeses Visionen konsequent weiter um. Man darf sehr gespannt sein, was Tangerine Dream den Progfans auf der Loreley zu bieten haben, und wir prophezeien schon jetzt einfach mal einen großartigen Auftritt.

Der Samstag wird von F.O.R.S. aus der Schweiz eröffnet. Dieses Kürzel steht für „Famous Or Random Stars“ und bezeichnet ein 2016 gegründetes Quartett, das überwiegend instrumentale Songs darbieten wird und ihre Genre als „Instrumental Sphere Rock“ bezeichnet. Letztes Jahr haben die vier Schweizer ihr erstes Album in Eigenregie veröffentlicht, das es gleich auf eine stattliche Länge von 76 Minuten gebracht hat. Die Band wird Titel aus diesem Album „Before“ live spielen und freut sich, wie man auf ihrer Facebook-Seite nachlesen konnte, schon sehr auf das legendäre Festival am Rhein.

Weiter wird es dann mit Overhead aus Finnland gehen. Die Band hat vor kurzer Zeit ihr fünftes Studioalbum namens „Haydenspark“ veröffentlicht und existiert bereits seit 20 Jahren. Die Finnen stehen für eine höchst eigenständige, extravagante Mixtur, bei der konventionelle Prog-Elemente nur maximal ein Drittel des Ganzen ausmachen. Der Rest setzt sich aus modernen Rock-Elementen und poppigen Parts zusammen, was in der Kombination ein wahrhaft unwiderstehliches Gebräu ergibt. Wir sind sehr gespannt auf den Liveauftritt dieser ausgewöhnlichen und spannenden Band.  

Tim Bowness hat es mit seiner letzten Veröffentlichung bei uns nicht nur zum „Album des Monats“ geschafft, sondern überzeugt durch die Bank weg immer wieder mit spannenden und musikalisch interessanten Releases. Ihm folgen wird der deutsche Multi-Instrumentalist Thomas Thielen, der unter dem Künstlernamen t. auftritt.

Ebenfalls angekündigt sind Karcius aus dem kanadischen Montreal sowie der deutsche Multi-Instrumentalist Thomas Thielen, der unter dem Künstlernamen t. auftritt. Karcius verschmelzen Rock, Pop, afrikanische Rhythmen, Klassik und Ambient mit Jazz zu einer spannenden Artrock-Performance, die streckenweise an Porcupine Tree erinnert.

Am frühen Abend wartet ein weiterer Leckerbissen auf die Fans: Nach ihren Auftritten in den Jahren 2009, 2012 und 2015 kehrern die französischen Kult-Progger Lazuli 2019 zur Loreley zurück. Lazuli wurden bereits 1998 gegründet und bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Rock, Prog und Weltmusik. Mit Horn und Marimba bringen sie viel Abwechslung in die genretypische Instrumentation, nicht zu vergessen das eigens für die Band von Claude Leonetti erfundene Instrument Léode.

Den Headliner des Samstag Abends muss man nicht weiter vorstellen: Nick Mason, Schlagzeuger der Artrock-Giganten Pink Floyd, ist derzeit mit seiner Band „Saucerful Of Secrets“ unterwegs und spielt – natürlich – Pink Floyd Material aus der psychedelischen Anfangsphase der Band. Freuen wir uns also auf einen legendären Schlagzeuger und Songs wie ‚Interstellar Overdrive‘, ‚Astronomy Domine‘ oder ‚See Emily Play‘, eben die ganz alten Stücke! Bei einem kürzlichen Gig hatte Nick Mason sogar einen alten Bekannten mit auf der Bühne: Roger Waters gab sich die Ehre und sorgte für sehr emotionale Moment nicht nur bei allen Pink-Floyd-Fans. Auf eine Beteiligung von Waters oder Gilmour an der Loreley wagen wir natürlich gar nicht erst zu hoffen, aber auch so wird das Konzert garantiert in die Geschichte des Festivals eingehen.

Am Sonntag wird es dann am Mittag weitergehen mit der geballten Front norwegischer Prog-Power, wenn die Bands The Windmill und Oak nacheinander die Bühne entern.

Einen ganz besonderen Leckerbissen gibt es garantiert mit der Verpflichtung der italienischen Progger RanestRane. Der Bandname ist ein Verballhornung der italienischen Begriffe „Rane“ und „Strane“, was übersetzt soviel wie „seltsamer Frosch“ heißt. Die 1998 in Rom gegründete Band ist durch ihre Konzeptalben bekannt, die sich Arthouse-Filme als Thema vornehmen, so zum Beispiel „Nosferatu“ oder die Kubrick-Klassiker „Shining“ und natürlich „2001“. Entsprechen verschmelzen bei der Live-Performance dann auch die Musik, Filmdialoge und Filmausschnitte auf einer Leinwand zu einem sphärischen Gesamtkunstwerk. Die Band hat letztes Jahr mit „Starchild“ den dritten Teil ihrer „2001-Trilogie“ veröffentlicht. Wir freuen uns jetzt schon sehr auf diesen Gig einer faszinierenden Band.

All Traps On Earth stammen aus Schweden und bieten progressiven Retro-Pop mit starken Mellotron-Attacken und immer wieder überraschenden, melancholischen Momenten, auf die man sehr gespannt sein darf. Die Briten von Anathema (oder wie sie sich jetzt schreiben: Ana_thema) sind ebenfalls alte Bekannte des Festivals und standen zuletzt 2014 auf der Loreley-Bühne. Wir sind gespannt, was für Geschütze Daniel und Vincent Cavanagh und ihre Kollegen dieses Jahr am Rhein auffahren werden.

Den krönenden Festival-Abschluß des Sonntags gibt es dann noch mit der Steve Hillage Band. Der 1951 in London geborene Stephen Simpson Hillage wurde in den frühen 70ern insbesondere als Gitarrist von Gong bekannt. Nach verschiedenen Soloprojekten, seiner Tätigkeit als Produzent und seinem Bandprojekt System 7, kehrt Hillage auf dem Night Of The Prog Festival 2019 zu seinen Wurzeln zurück. Der Brite wrid im Juli seit über 40 Jahren erstmals wieder mit altem Gong-Material auf der Bühne stehen.

Für alle Fans anspruchsvoller Rockmusik führt auch diesen Sommer wieder einmal kein Weg am Night of the Prog Festival vorbei. Infos rund ums Festival inkl. Running Order, Anreise und vieles mehr finden sich auf der offiziellen Festivalwebseite , wo es auch einen Link zum Ticketvorverkauf gibt. Der Festivalpass für die kompletten drei Tage kostet 159 Euro, es sind jedoch auch Tages- und Zweitagestickets sowie spezielle Arrangements mit Hotel und Shuttle erhältlich.

Hier das gesamte Line-Up:

Freitag, 19. Juli 2019:
Dilemma
Special Providence
Chandelier
IQ
Tangerine Dream

Samstag, 20. Juli 2019
Fors
Overhead
Tim Bowness
T
Karcius
Lazuli
Nick Mason’s Saucerful Of Secrets

Sonntag, 21. Juli 2019
The Windmill
Oak
RanestRane
All Traps On Earth
Ana_thema
The Steve Hillage Band

Fotos: Michael Buch für Whiskey-Soda

Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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