MONSTERS OF LIEDERMACHING – …sind nicht Die Ärzte

Leichte Irritation stellt sich beim Betreten des Rosenhofes in Osnabrück ein: Warum sind da nur fünf Stühle auf der Bühne?  Um Punkt 19.00 Uhr betreten dann Fred, Labörnski, Burger, Totte und Rüdiger die Bühne, und damit ist klar, dass Pensen Paletti fehlt. Warum, bleibt zunächst unklar. Die Herren starten unmittelbar -wie eigentlich immer- mit dem eingedeutschten Uriah-Heep-Klassiker „Marzipan“ (Lady In Black), direkt gefolgt von „Tod in der Nordsee“. Die Stimmung ist von Beginn an großartig, es wird geklatscht und mitgesungen und natürlich darf im Verlauf auch der Sitz-Pogo nicht fehlen. In der ersten Ansage wird dann das coronabedingte Fehlen vom sechsten Mann thematisiert, und es werden gute Genesungswünsche nach Hamburg geschickt. Seine Songs sind aber präsent, denn sie werden von seinen Mitstreitern übernommen, was mit: „Sogar geprobt, auch wenn Ihr das vielleicht nicht merkt!“, amüsiert kommentiert wird.

Als nach etwa 20 Minuten eine Zuschauerin in der ersten Reihe auf die Toilette geht, ist Totte zunächst irritiert. Dann frotzelt er lakonisch, dass die Dame wohl erst jetzt gemerkt hat, dass da gar nicht Die Ärzte auf der Bühne stehen. Um sie zurückholen, improvisiert er ein paar Takte der Berliner Kollegen, was mit großem Gelächter quittiert wird. Die Herren spielen sich heute durch alle Klassiker der Band-Geschichte, und wechseln sich in gewohnter Weise beim Gesang ab. Etwas nervig ist ein Dauer-Rufer in den hinteren Reihen, der in fast jeder Zwischenpause nach der Nummer „Türen“ verlangt, was die Jungs aber charmant zu kontern wissen. Nach ziemlich genauer einer Stunde und Burgers Lied von der „Laterne“ gibt es eine kurze Auszeit.

Auch in der zweiten Halbzeit geben sich die Hits die Klinke in die Hand, ob „Interesse ist gut“ (von Pensen) „Fisseln“ oder „Der Ruderer“, die Gäste (und die Künstler) im gut gefüllten Saal geben alles und singen jeden Text mit, und feuern die Truppe mit den bekannten „Monsters“-Chören nach fast jeder Darbietung an. Kurz vorm Ende wird dann auch der „Türen“-Rufer belohnt, inklusive einem Medley von Cover-Songs wie „Verdamp lang her“ und „Eisgekühlter Bommerlunder“.

Ein sichtbar angetrunkener Fan versucht die Musiker vorm Finale penetrant zu überreden, ein von ihm mitgebrachtes T-Shirt anzuziehen, was zunächst alle ablehnen, bis schließlich Totte sich erbarmt und es sich überzieht. Mit dem Dorf-Cocktail „Cola Korn“ (was auch die Aufschrift auf dem Hemd ist) endet die reguläre Spielzeit.

Natürlich gibt es noch einen Nachschlag, und selbst nach der letzten gespielten Nummer „Seefahrerlied“, bei der der ganze Saal abgedunkelt wird, um mit Handylichtern maritime Stimmung zu erzeugen, sind die Jungs nicht von der Bühne zu bekommen. Zu A-HAs „Take On Me“ performt das aktuelle Quintett noch einmal in bester Hitparaden-Vollplayback-Manier, nur um wenige Minuten später am Merchandise für Fotos und Autogramme zur Verfügung zu stehen.

Im kommenden Frühjahr sind die Monsters -dann hoffentlich coronafrei und wieder komplett- auf großer „JAJA, HALTS MAUL. WIR SIND 20-TOUR“ (Termine siehe unten). Das Besondere an dieser Reise ist, dass alle Shows für das kommende Jubiläums-Album mitgeschnitten werden.

Wir können einen Besuch im Frühjahr nur empfehlen, und -aufgrund der nur zu bekannten Misere im Live-Geschäft- zu einem frühzeitigen Ticketkauf aufrufen.

SETLIST

Marzipan

Tod in der Nordsee

Die Zwerge

Moti

Das kann ich auch

Pfeffi

Hamster

Kinder Kinder

Blues

Montag

Alsterstaat

Punkermädchen

Laterne

 

Schönheitschirurgie

Interesse ist gut

Katz und Hund

Fisseln

Tränen auf Papier

Der Nachbar

Mein Verein

Jägermeister

Tetris

Der Ruderer

Auja

Sexkranker Expunker

Türen

Cola-Korn

 

Haste mal

Weltklassemelodie

Auflaufform

Seefahrerlied

 

JAJA, HALTS MAUL. WIR SIND 20-TOUR 2023

Fr., 14. Apr. 2023         Jena, F-Haus                           

Sa., 15. Apr. 2023         Wolfsburg, Hallenbad                         

Fr., 21. Apr. 2023         Coesfeld, Fabrik                                  

Sa., 22. Apr. 2023         Essen, Turock                         

So., 23. Apr. 2023        Hessisch Lichtenau, Bürgerhaus HeLi                          

Mo., 24. Apr. 2023       Berlin, Wühlmäuse                             

Di., 25. Apr. 2023         München, Feierwerk                            

Do., 27. Apr. 2023        Marburg, KFZ                         

Fr., 28. Apr. 2023         Ludwigsburg, Scala                             

Sa., 29. Apr. 2023         Kaiserslautern, Kammgarn                              

So., 30. Apr. 2023        Hamburg, Logo                                   

Mo., 01. Mai. 2023       Hamburg, Logo (Katerkonzert)

Tickets gibt es hier.

Bandhomepage

Monsters bei Facebook

Monsters bei Instagram

 

Fotocredit: Wollo@Whiskey-Soda

Wollo

Altenpfleger mit didaktischer Weiterbildung. Hört Rockmusik aus verschiedenen Genres und bis zu einem gewissen Härtegrad aus allen Jahrzehnten, hin und wieder auch eher ruhigere Singer/Songwriter. Geht oft auf Konzerte, aber leider nur noch selten auf Festivals. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.