Kennt ihr schon … SILIUS?

Österreich ist kulturell für andere Dinge bekannt als Metal – auch wenn es durchaus einige Bands und eine kleine Szene gibt. Silius besteht seit 2013 und hat sich klassischem Thrash verschrieben. Kürzlich haben Matthias, Mario, Martin und Ralph ihr zweites Studioalbum „Worship to Extinction“ veröffentlicht – wir haben sie zu diesem Anlass mit einer Handvoll Fragen gelöchert.

Whiskey-Soda: Ihr kommt aus Österreich, da hat jeder ja gleich seine Assoziationen. Welche Klischees über Österreich nerven Euch und welche haben einen wahren Kern? Was ist ein Vor- und was ein Nachteil, eine Metalband in Österreich zu sein?

Silius: Auf die Schnelle fällt mir nur ein, dass man behauptet, wir Österreicher trinken zu viel. Das kann ich absolut bestätigen. 🙂

Unsere Szene ist vielleicht nicht die Größte, aber dafür kennen die meisten sich untereinander und so fällt es oft leichter, etwas auf die Beine zu stellen.

WS: Ihr seid eine „klassische“ Thrash-Band, klingt gleichzeitig aber frisch, wütend und geraderaus! Wie ist es eurer Meinung nach um das Sub-Genre bestellt? Was kann eine neue Thrash-Band noch Neues in die Szene einbringen?

Silius: Thrash Metal oder überhaupt Metal als Genre erlebt schwierige Zeiten! Noch vor 15 Jahren haben bei uns noch viel mehr Konzerte stattgefunden, die auch gut besucht waren. Dieser Tage hat sich das Publikum sehr reduziert, keine Ahnung warum. Metalhead zu sein ist momentan wahrscheinlich nicht sehr angesagt, wobei sich das Rad gefühlsmäßig wieder dreht. Die großen Bands wie Metallica haben natürlich ihre Daseinsberechtigung und sollen zocken solange es ihnen gefällt! Wir als Band bringen hoffentlich ein bisschen frischen Wind in die Musikwelt!

WS: Gibt es etwas, was ihr über euer neues Album „Worship to Extinction“ herausstellen möchtet? Etwas, das ihr bewusst anders gemacht habt als beim Vorgänger? Etwas, was euch leichter, oder schwerer gefallen ist? Vielleicht auch eine lustige Anekdote von der Produktion?

Silius: Zunächst wurde das zweite Album in Österreich aufgenommen im Subsoundstation Studio von Andreas Reinhart. Der Aufnahmeprozess war sehr entspannt zumal wir nur ca. eine halbe Stunde Anfahrt von Zuhause hatten. Im Großen und Ganzen ist die jetzige Scheibe ein wenig härter und schneller als der Vorgänger ausgefallen. Die Aufnahmesessions, die meist Abends stattfanden, waren dementsprechend verraucht und benebelt, haha! Gegen Ende hatten wir ziemlichen Stress wegen der Fertigstellung und dann kam Corona und wir hätten noch alle Zeit der Welt gehabt, haha.

WS: Was die Texte betrifft, steht ihr in der Tradition des Genres und übt Kritik an Religion, dem politischen System und der Korruption. Auch euer Albumtitel spricht da eine recht deutliche Sprache. Spielt er auf die Gefahren des Klimawandels an?

Silius:  Der Name spielt eher auf die verschiedenen Religionen an und auf die Kriege, die sie hervorgebracht haben an. Viel zu lange schon folgen die Menschen den falschen Anführern, sei es in der Politik oder in der Religion.

WS: Das Cover-Artwork von „Worship to Extinction“ hebt sich von dem eures Debüt-Albums recht ab. Magier, Zaubertrank, Pentagramm. Ist das nicht ein bisschen abgedroschen und zudem eher unpassend für eine Thrash-Band? Ihr klingt schliesslich nicht wie Blind Guardian?

Silius: Haha, es sollte vielmehr ein Priester oder Mönch als ein Magier sein, aber jetzt wo du es sagst, könnte es auch ein Magier sein. Es lässt eben Raum für Spekulationen. Das Cover lehnt sich auch an die Thematik des Albums an, dass es keine Rolle spielt, welcher Religion man sich anschließt. Es Endet für uns alle gleich.

WS: Was möchtet ihr unseren Lesern zum Abschluss mitteilen?

Silius: Unterstützt die Metal Szene und auch alle anderen Formen von Kunst und Musik. Gerade jetzt in diesen schrägen Zeiten müssen wir alle zusammen halten. Besucht wieder mehr Konzerte, sobald es wieder erlaubt ist. Zieht euch unsere neue Scheibe rein und habt hoffentlich Spaß. Vielleicht sieht man sich mal auf einem Konzert!

Silius sind:

Mathias Thurner: Gesang

Mario „Haui“ Haueis: Lead Gitarre

Ralph Jurschitsch: Schlagzeug

Martin Storch: Bass

 

Diskographie:

DEMOn (Demo, 2017)

Hell Awakening (2017)

Worhsip to Extinction (2020)

 

Social Media:

Silius bei Facebook

Bandhomepage

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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