Crone

Godspeed

  • Artist: Crone
  • Album: Godspeed
  • Label: Prophecy
  • Release: 2018-04-13
  • Medium:
  • Bewertung:1

Wenn der Name Secrets Of The Moon fällt dann gibt das in den Augen der Kenner eine klare Richtung vor. Wirr, progressiv, durchgeknallt, aggressiv mit seltsam neben der Spur wirkenden Melodien.
Crone ist ein Seitenprojekt von Secrets Of The Moon – Bandchef Phil Jonas. Und was passiert?
Nichts davon stimmt.

Im Gegenteil, Crone sind reinrassig wie nur etwas und schaffen es ohne überbordende Verspieltheit und Zickzackkurs einen Haufen genialer Songs zu schreiben. Die Stücke sind so geradlinig wie sie aus der Feder eines Progressiven nur sein können – das ist harter düsterer Rock, manchmal dreckig, aber nicht rock’n’roll – dreckig sondern eher dreckig wie räudiges Wetter. Der Gesang haut ganz klar in die Gothic Rock- Richtung, Fields Of The Nephilim und Killing Joke lassen grüßen bei dieser Mischung aus typischem Goth Rock, Screams und cleanem Gesang. Ein bisschen Stadion kommt bei den episch angelegten Gitarrenarbeit auch noch auf, kombiniert mit schön eingängigem Piano und ziemlich heftigen Gitarren. Die Melodie und die Gitarre von „Mother Crone“ lassen 90er-Jahre Ugly Kid Joe – Feeling aufkommen, aber der tiefe Gesang zieht den pseudoheiteren Beginn gleich wieder dorthin wo er hin gehört und plötzlich möchte man Alice die Ketten abnehmen.

Hier stand alles Pate, was der düstere Rock so hergibt.

Manch ein ausufernder, leicht konfuser (Ist halt nunmal Secrets Of The Moon dabei) Part wie der Beginn von „The Perfect Army“ hätte gern gekürzt werden dürfen, da er zur Spannung des Tracks wenig beiträgt. Die Stücke bewegen sich trotz des Genres alle im für diesen Stil eher längeren Sechs-Minuten Bereich, der Titeltrack knackt sogar locker die 12-Minuten-Marke, ist dabei aber immer nachvollziehbar, hoch melodisch – ein Meisterwerk (inklusive Gedicht in der Mitte…..).

Stellenweise ist das die Version von Anathema, die nicht existieren durfte – einiges an postrockigem Geschwelge, aber nie fragil und öde, sondern immer auf der heftigeren Seite.

Der überragende Track „The Ptilonist“ ist ein Monster aus epischem Post (Hard) Rock und Gruftmucke wie er perfekter nicht sein könnte. Am Anfang meint man, da wäre Gary Moore am Start, am Ende sind es die Sisters auf Dope.
Ganz, ganz hervorragend.

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