Deadheads – Turn on, tune in, drop out

Sie sehen aus wie wandelnde Rockklisches der 70er Jahre und haben den Grove im Blut. Die Deadheads aus dem schwedischen Göteborg. Mit ihrem allerersten Album haben sie die Herzen von Rockern und Musikkritikern weltweit erobert. In einem der ersten Interviews überhaupt, berichten uns die Schwedenrocker, was Musik für sie bedeutet und wohin die Reise geht.


Hallo alle miteinander! Wir freuen uns sehr, dass ihr euch die Zeit nehmt und für whiskey-soda.de einige Fragen beantwortet.
Ihr seid als Band bereits seit drei Jahren im Geschäft, habt euch in dieser Zeit aber eher bedeckt gehalten – bis jetzt! Wollt ihr euch unseren Lesern vielleicht kurz vorstellen?

Deadheads (DH): Wir sind eine vierköpfige Rockband aus Göteborg, Schweden. Wir spielen bereits seit unserer frühen Jugend in verschiedenen Rockbands und haben Deadheads, wie du bereits sagtest, vor drei Jahren gegründet. Wir lieben jede Art von Musik. Alles von langsamen Blues, Soul, Jazz, Country bis hin zu Rock, Hard Rock, Punk, Death Metal, Hardcore, etc. Wir alle sind mit Neunziger-Jahre-Action-Rock aufgewachsen. Bands wie New Bomb Turks, Turbonegro, The Nomads, Gluecifer, Strollers, Hellacopters, Turpentines; sie alle brachten uns dazu unsere Skateboards und Fußbälle fallen zu lassen und uns in dunkle Kellerräume einzuschließen, um auf unseren Instrumenten zu spielen, bis unsere Finger bluteten. Deadheads ist die Art von Band in der wir immer spielen wollten und wir haben damit etwas geschaffen, von dem wir fühlen, dass es unsere wahre Leidenschaft ist. Normalerweise nehmen wir auch unseren Freund Nils Dahl (Piano / Hintergrundgesang) mit. Er ist ein großartiger Musiker und ein echt witziger Typ.

Mit Sicherheit verwirrt einige Leute euer Bandname, da ‚Deadheads‘ ja auch der Name der riesigen Fanbase von Grateful Dead ist. Ist das reiner Zufall oder teilt ihr eine persönliche Bewunderung für diese legendäre Rockband aus San Francisco?

DH: Manne (Lead-Sänger) ist ein großer Fan von Grateful Dead und Jerry Garcias anderen Projekten. Man könnte ihn daher wahrscheinlich einen ‚Dead Head‘ nennen. Unser Bandname, ‚Deadheads‚, hat allerdings mit Grateful Dead nichts zu tun. Er ist vielmehr ein Flirt mit den großartigen Punk- und Rockbands vergangener Tage, die ‚Dead‘ oder ‚Head‘ im Namen trugen. Zum Beispiel Dead Boys, Dead Moon, Dead Kennedys, Death, Motörhead, etc.

Wo wir gerade davon sprechen, welche Bands würdet ihr sagen, haben euch am meisten beeinflusst? Ich meine, Lederjacken, Oberlippenbärte, euer Sound im Allgemeinen – ihr habt ganz offensichtlich einen Faible für Nostalgie!

DH: Hahaha, ja, da könntest du Recht haben. Hmm, da gibt es so viele großartige Bands. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich glaube New Bomb Turks sind eine der Bands, die uns am meisten beeinflusst haben, wenn ich an die Action-Rock-Szene der Neunziger denke. Vielleicht auch die frühen Hellacopters und Supershit 666 (ich liebe diesen beschissenen Sound). Rickard (Gitarrist) hört viel von den frühen Fleetwood Mac, Faces, Lynyrd Skynyrd und Bob Dylan. Roky Erickson und Fred Cole sind beide eine große Inspiration für mich (Manne), sowohl was die Musik, die Stimme als auch die Texte angeht. Zu viele Helden… Rory Gallagher, Thin Lizzy, AC/DC (with Bon Scott), Hurriganes, Motörhead und U.C.P gehören dazu. Die Pub-Rock-Szene ist ebenfalls eine große Inspirationsquelle. Bands wie Rock Pile (mit Nick Lowe und Dave Edmunds), Eddie And The Hotrods, Ducks Deluxe. Bob Seger und die ganze Detroit-Szene mit Bands wie den Stooges, Ron Ashetons New Order, Destroy All Monsters, MC5, etc. Wir könnten hier noch stundenlag Bandnamen in den Raum werfen. Und diejenigen, die ich gerade genannt habe, sind nur ein kleiner Teil der Rockbands, die wir mögen. Es gibt ja auch noch andere Genres. Puh…!
Deadheads ist keine ominöse neue Musikrichtung, sondern einfach nur richtig guter, schwungvoller Rock. Wir versuchen unseren Gefühle, Gedanken und Erlebnisse auf eine ehrliche Weise Ausdruck zu verleihen. Wir denken nicht so viel darüber nach wie wir klingen. Vielmehr wollen wir gute Lieder und Alben erschaffen, die eine Art von Geschichte erzählen oder zumindest den Hörer dazu bringen etwas zu fühlen. Vielleicht hasst du es oder vielleicht liebst du es; das Wichtigste ist, dass DU etwas fühlst.

Lasst uns mal über eure Debüt-Veröffentlichung sprechen. Euer ‚First Album‘ wurde und wird von Musikkritikern und Magazinen auf der ganzen Welt gefeiert. Hat euch das überrascht?

DH: Ich weiß nicht ob wir überrascht waren aber wir sind sehr glücklich, dass den Leuten unser erstes Album gefallen hat. Wir stecken eine Menge Mühe in unsere Musik. Es ist vielleicht keine Raketenwissenschaft aber es ist trotzdem harte Arbeit. deadheads_350x320.jpg

Ihr habt euer ‚First Album‘ bereits 2014 bei dem spanischen Label Ghost Highway Records veröffentlicht aber nur in einer limitierten Auflage von ein paar Hundert Kopien. Kürzlich seid ihr zu High Roller Records gewechselt, die eure Scheibe neu herausgebracht haben. Was hat euch dazu bewegt, euer Plattenlabel zu wechseln?

DH: Wir brauchten ein Label mit anderen Ambitionen und der Kraft, die Band weiter voranzubringen. Es hat uns geholfen mehr Menschen zu erreichen und in vielerlei Hinsicht ist es ein Muss, eine gute Promotion und Öffentlichkeitsarbeit zu haben, wenn man Konzerte buchen möchte. High Roller Records erscheint uns als guter Partner.

Nach eurer kraftvollen ersten Veröffentlichung werden sich viele Leute fragen, welche Asse ihr noch im Ärmel habt. Tatsächlich arbeitet ihr derzeit schon an euerm zweiten Album. Offenbar ruht ihr euch nicht auf euren Lorbeeren aus und seit stattdessen super ehrgeizig. Betrachtet ihr die Band noch immer als ein Hobby oder ist sie schon zu einem Job geworden?

DH: Es hängt davon ab, ob wir unsere Rechnungen mit unserer Musik bezahlen können aber ja, es ist definitiv mehr als ein reines Hobby. Es ist wie ein Life Style. Für mich ist Musik das Wichtigste im Leben, seit ich im Alter von fünf Elvis Presley vor dem Spiegel imitierte.

Was können wir von eurem nächsten Album erwarten? Werden die Leute euren schnellen, energiegeladenen Sound sofort wiedererkennen oder geht ihr dieses Mal anders an die Sache heran?

DH: Sie werden unseren energetischen Rock-Sound mit tollen Riffs und gefühlvoller Stimme hoffentlich wiedererkennen. Ich denke wir haben mindestens zwei langsamere Songs und ein paar etwas abweichende Mid- Tempo-Tracks auf dem zweiten Album aber natürlich wird es auch wieder schnelle Songs geben, keine Frage! ‚No Speed, no Punk!‘

Im Februar wart ihr in eurer Heimatstadt Göteborg Support für Monster Magnet. Wie war das Konzert und wie habt ihr euch verstanden? Können wir in der nahen Zukunft mit einer Deadheads-Tour rechnen?

DH: Es war großartig! Die gehören auch zu unseren alten Helden. Dave hat Sigge (Bass) erzählt, dass wir eigentlich die ganze Tour über hinweg als Vorband spielen sollten. Leider hat die Booking-Agentur das nicht so gesehen. Das wäre genial gewesen. Wir werden in diesem Herbst für eine Tour mit zehn Konzerten in Spanien sein. Hoffentlich auch in anderen Teilen Europas aber bis jetzt ist in dieser Hinsicht noch nichts gebucht.

Heutzutage kommen viele Rock- und Metalbands aus Skandinavien und im Besonderen aus Schweden. Gibt es da die eine oder andere Newcomer-Band aus eurer Ecke, die ihr empfehlen könnt?

DH: Beat City Tubeworks, dann Dead Lord und Black Trip, die auch auf Highroller Records sind, des Weiteren Honey Moon Disease, Wolves In Haze und Långfinger.

Um dieses Interview zu einem Abschluss zu bringen; gibt es noch irgendetwas, dass ihr unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtet?

DH: Turn on, tune in, drop out.

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