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Helloween - Eine Bandhistory: Episode 2 - The Pumpkin Strikes Back

Das Ende der 1990er war für die Jungs von Helloween eine schwere Zeit. Nach den frühen Erfolgen mit Kai Hansen und Michael Kiske und dem Split von Selbigen hatte zwar Neuzugang Andi Deris mit den Gründungsmitgliedern Michael Weikath und Markus Grosskopf das Schiff auf Kurs gehalten, doch Uneinigkeit über die stilistische Ausrichtung und zwischenmenschliche Konflikte brachten das Boot Ende der 1990er fast zum Kentern.

"The Dark Ride", so hieß das im Herbst 2000 veröffentlichte Album, führte die Linie des von damals modernen Stilen beeinflussten "Better Than Raw" in der selben Form weiter wie seinerzeit "Chameleon" die von "Pink Bubbles Go Ape". Die düster-modernen Elemente standen dieses Mal im Vordergrund - und, ähnlich wie "Chameleon", war das Ergebnis objektiv betrachtet nicht einmal unbedingt schlecht ausgefallen - aber für Helloween eher untypisch. Michael Weikath trug mit 'All Over The Nations' und 'Salvation' zwar zwei typische, wenn auch nicht sonderlich bemerkenswerte Kinderlied-Speedies bei, doch die Songs von Deris, Kusch und Grapow trugen größtenteils eine deutlich modernere, härtere und düstere Handschrift. 'If I Could Fly' kam beispielsweise mit einem an den kommerziellen Gothic-Rock von angelehnten Piano-Hook, Grapows 'Escalation 666' und 'The Dark Ride' orientierten sich am damaligen Stil von Dream Theater, die Andi Deris-Songs hatten generell einen deutlichen Nu Metal-Einschlag. Späteren Kommentaren zufolge soll Michael Weikath nur wenige der - zeitgemäß heruntergestimmten - Gitarrenparts eingespielt und sich generell während der Produktion nur wenig eingebracht haben. Damals wurde das der Presse freilich noch anders verkauft. Im Gespräch mit Whiskey-Soda übernahm Weikath sogar die Mitverantwortung für den stilistischen Wechsel: "Das Songmaterial war einfach da, die Jungs kamen mit ihren Demos an, die allesamt sehr düster ausfielen. Wenn Du Dir die Platte ansiehst, kannst Du erkennen, dass sie zweigeteilt ist. Zur einen Hälfte ist sie traditionell Helloween, zur anderen modern und dunkel. Da wir mit Helloween noch nie eine düstere Platte aufgenommen haben, fragte ich die anderen, ob jemand irgend etwas dagegen hätte, wenn wir das Album so machen, wie es jetzt ist. Tja, niemand hatte Einwände und so klingt die Scheibe so, wie sie ist!" (Michael Weikath Interview mit Whiskey-Soda)

Im Gegensatz zu "Chameleon" zeigten sich zumindest die Kritiker bei "The Dark Ride" fast durchweg begeistert von der neuen Richtung. "Der handwerklich superb inszenierte Edelstahl fährt seine Punkte für meinen Geschmack denn auch eher mit seinen modernen Neigungen ein." (Rock Hard, Ausgabe 162, 2000) urteilte Mathias Breusch Im Rock Hard. Während der Tour verschlechterte sich das Klima innerhalb der Band aber nochmals deutlich. Die Streitereien über die stilistische Ausrichtung und über das von Roland und Uli gegründete Seitenprojekt Masterplan, in dem die beiden die moderne Ausrichtung von "The Dark Ride" noch weiter erkunden wollten, eskalierten dermaßen, daß Weikath seinen Ausstieg androhte. Seiner Meinung nach gaben Kusch und Grapow nicht mehr genug für die Band, und die modernen Elemente galten für ihn trotz Kritikerlob als unsinnig für Helloween. "Wieso soll ich vom Sound her diesen Kindergarten-Amis hinterherlaufen, die gerade mal seit vier Jahren Gitarre spielen können? Dafür habe ich nicht angefangen, mit 12 Jahren Gitarre spielen zu lernen, da hatte ich keinen Bock drauf... Außerdem hat man mir gesagt, dass „The Dark Ride“ die am schlechtesten verkaufte Platte von uns war, sogar noch schlechter als die "Chameleon"!" kotzte sich Weikath später gegenüber Whiskey-Soda aus. (Michael Weikath Interview mit Whiskey-Soda) Logische Konsequenz: statt den Ausstieg des vorletzten Gründungsmitglied zu riskieren, entschieden sich Deris und Grosskopf dazu, Grapow und Kusch zu feuern.



Nun, in Sachen Verkauszahlen sah es tatsächlich nicht mehr allzu rosig für Helloween aus. Die veränderte musikalische Landschaft, der generelle Rückgang beim Verkauf von Tonträgern, aber auch der musikalische Zickzack-Kurs der letzten Jahre und die immer noch regelmäßigen Pöbeleien gegen Ex-Mitglieder und Konkurrenten hatten die Band eine Menge Fans gekostet. Die hatten zur Jahrtausendwende aber auch eine Menge Stoff zur Auswahl, der die Elemente des klassischen Helloween-Sounds weit frischer und teilweise auch qualitativ hochwertiger verarbeitete. Skandinavische Bands wie Stratovarius, Sonata Arctica und Nightwish, italienische Vertreter wie Rhapsody und Labyrinth und auch deutsche Acts wie Freedom Call, Edguy und natürlich Gamma Ray legten Alben vor, die zwar allesamt starke Anleihen an die "Keeper"-Alben verarbeiteten, bei Kritik und Fans deutlich besser ankamen als die Alben des Originals. Einer der größten Helloween-Fans in dieser neuen "Power Metal"-Bewegung war Edguy-Sänger Tobias Sammet. Der hatte die Idee für ein außerordentlich ambitioniertes Projekt, welches er in einer Pause seiner Stammband realisieren wollte. Unter dem Namen "The Metal Opera Part I" erschien schließlich im Januar 2001 das Album, das nicht nur im Titel an die "Keeper"-Ära von Helloween erinnerte. Für das Album hatte sich Sammet eine Reihe an Gastmusikern eingeladen - darunter Rhapsody-Drummer Alex Holzwarth, Gamma Ray-Gitarrist Henjo Richter und Helloweens "very own" Markus Grosskopf. Noch mehr beeindruckte die Auswahl an Sängern. Neben Sharon Den Adel (Within Temptation), David DeFeis (Virgin Steele) und Andre Matos (Angra) war nämlich auch Kai Hansen beteiligt - und ein unter dem Namen "Ernie" agierender Sänger, der seinen Namen geheimhalten wollte, da er nichts mehr mit der Metal-Szene am Hut hatte. Der erste Ton, den "Ernie" im Albumopener 'Reach Out For The Light' von sich gab, verriet aber vollkommen unzweifelhaft, daß es sich hier um niemand anderen als Michael Kiske handelte. Sammet war somit das Kunststück gelungen, 75 Prozent der noch lebenden Mitglieder der "Keeper"-Ära gemeinsam auf einem Album zu versammeln. Nicht nur deshalb platzierte sich "The Metal Opera" in den Top 40 der deutschen Charts - Tobias Sammet etablierte sich mit dem ersten Avantasia-Album endgültig als das Aushängeschild melodischer, pompöser und dennoch ordentlich knallender Metalmucke.

Anfang 2003 brachten auch Roland Grapow und Uli Kusch das selbstbetitelte Debütalbum ihrer neuen Band Masterplan an den Start - und sehr zur Überraschung der Hörer ein echtes Pfund vorgelegt. Die beiden hatten es geschafft, den angesagten Power Metal-Sound und die modernen Elemente von "The Dark Ride" mit höchst eingängigen Melodien und progressiven Anleihen zu einem gleichermaßen zeitgemäßen wie traditionellen Album zu kombinieren, das von Mörderröhre Jorn Lande perfekt getoppt wurde. Das Album wurde von der Kritik und den Käufern einstimmig abgefeiert, und die Tatsache, daß Michael Kiske, der mittlerweile wieder unter seinem eigenen Namen agierte, seinem Ex-Kollegen als Gastsänger bei 'Heroes' unterstützte, stellte schon einen Fehdehandschuh für die Helloween-Jungs dar.

Die hingegen sahen sich hingegen ernsthaften Problemen ausgesetzt. Als Überbrückung zum nächsten Album wurde mit 'Treasure Chest eine Best Of-Scheibe veröffentlicht, während die Band sich nach neuen Mitgliedern umschaute. Ein Ersatz für Roland Grapow war schnell gefunden - Produzent Charlie Bauerfeind hatte den Kontakt zu Freedom Call-Gitarrist Sascha Gerstner hergestellt, und der 24jährige Helloween-Fan hatte relativ schnell zugesagt, der Band beizutreten. Die Drummer-Suche gestaltete sich indes recht schwierig. Der ursprünglich ausgewählte Kusch-Nachfolger Mark Cross schaffte es nämlich nur, zwei Songs einzuspielen, bevor er wegen einer Erkrankung an Pfeifferschem Drüsenfieber ausscheiden musste. Als Session-Drummer sprang Motörhead-Drumtier Mikkey Dee ein, der allerdings nicht vorhatte, fest bei Helloween einzusteigen. Dritter Kandidat war schließlich Ex-Accept-Drummer Stefan Schwarzmann, der gegen Ende der Sessions zum Team stieß und es immerhin noch schaffte, die B-Seiten der Singles zum Album einzuspielen. Der Titel des Albums reflektierte seine alles Andere als reibungslose Entstehungsgeschichte: "Rabbit Don't Come Easy" bezog sich auf den alten "Hase auf dem Hut"-Zaubertrick - nur daß in diesem Fall der Hase eben gar nicht so einfach erschienen war. Drei lange Jahre waren seit "The Dark Ride" vergangen, und abgesehen von den harten Fans stieß das Album vornehmlich auf Desinteresse. Die Single 'Just A Little Sign' war zwar eine klare Rückbesinnung auf die vielzitierte Helloween-"Kinderlied"-Schiene, komplett mit augenzwinkernd-angeschweintem Text, aber bei weitem kein Highlight der Bandkarriere. Auch der Rest des Albums wurde sehr unterschiedlich aufgenommen - die Kritiken fielen überraschend positiv aus, sowohl das Rock Hard als auch mein lieber Whiskey-Soda-Kollege Ingo feierten die Rückbesinnung auf die melodische Seite der Band - die Fans hingegen, die unterm Strich ja tatsächlich zählen, strömten nun nicht unbedingt in die Plattenläden. Viele beklagten, daß die Band es nicht schaffe, sich von der mittlerweile seit fünfzehn Jahren beendeten Keeper-Ära freizuschwimmen und kritisierten das erneute Back To The Roots-Spiel, welches einer Weiterentwicklung der Band im Weg stünde.



Der Deal mit Nuclear Blast endete jedenfalls mit "Rabbit Don't Come Easy". Die Band reagierte auf die einzige Weise, die in diesem Fall Sinn ergab: indem sie sich den Arsch abtourte wie nie zuvor. Die Setlist ging diesmal zurück bis zur ersten EP, und Sascha Gerstner erwies sich als Glücksgriff für die Band. Obwohl er wegen seiner "pretty boy"-Looks zu Beginn von der True Metal-Polizei belächelt wurde, passte sein Spiel doch deutlich organischer zu dem von Weikath als das neoklassische Geshredde von Grapow dies je getan hatte. Als die Tour nach einem Jahr zuende ging, konnten Helloween beim Abschlussgig auf dem Wacken Open Air sogar einen ganz besonderen Gast begrüßen: Kai Hansen machte seinen Ex-Kollegen die Aufwartung und unterstützte sie bei den letzten beiden Songs des Sets, 'Future World' und 'How Many Tears'.

Helloween - Eine Bandhistory: Episode 2 - The Pumpkin Strikes Back Seiten 1 2 3

 

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SaschaG
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