Schlagwort: Retro Rock

Hypercarnivore

Stoner- und Alternative-Rock mit Heavy-Fuzz-Attitüde gibt es einigen da draußen, aber nur wenige Beispiele mit einer einprägsamen Frontfrau am Ruder. Das norwegische Quartett Waste A Saint zeigt mit „Hypercarnivore“ (All Good Clean), wie man so etwas richtig macht und bläst damit mal eben locker ein unglaublich elektrisierendes Album aus den Boxen. Gitarre, Bass, Schlagzeug gepaart…

OCTOPUSS – Erste Platte des Trios in den Startlöchern

Das selbsternannte Rock-Funk-Power-Trio Octopuss aus Italien steht mit „A Nut For A Jar Of Tuna“ vor ihrer ersten Album-Veröffentlichung. Mit der minimalsten Band-Besetzung aus Schlagzeug, Bass und Gitarre erzeugen die Männer um Frontmann Reepo einen erstaunlich dichten rockigen und zugleich funkigen Sound, der bereits die Anhänger von Deep Purple oder den Scorpions überzeugen konnte, bei…

Burn To Boogie

Es gibt vieles, das man mit einer Zeitmaschine anstellen könnte, und es muss gar nicht immer der Versuch sein, die Zukunft oder Vergangenheit zu verändern. So etwas geht meist nach hinten los. Besser, einfach nur zurück in die 70er zu reisen, um Musik zu hören. Retro, glitzernde Discokugeln, Kool & The Gang, Funkadelic, die Bee…

Triskele And Cascades

Alle, die wieder Nachschub in Sachen Psychedelic, Groove, Post Rock und Progtenzenden brauchen, legen ab dem 12. März „Triskele And Cascades“ (EMG)  der Twangmen auf.

Die Twangmen stammen aus Vorarlberg in Österreich, aber mit Alpenrock hat das Ganze dennoch absolut nichts zu tun, auch wenn es gar nicht so einfach ist, die Band musikalisch einzuordnen. Das Quintett macht seit über zehn Jahren als Trio in klassischer Besetzung Bass, Gitarre und Schlagzeug  Musik, bei der Produktion des Albums Triskelle And Cascades wurde das Line-Up um Keyboard und Cello erweitert.

Die Musik ist rein instrumental, und es liegt in der Vorstellungskraft des Hörers, sich etwas unter Songtiteln wie ‚Bluetopia‘, ‚Autowahn‘ oder ‚Twanglove‘ vorzustellen. Bei dieser Vorstellung hilft lediglich die Musik, und das macht sie hervorragend, irgendwo pendelnd zwischen Prog, Psychedelic, Post und Classic Rock. Retro 70s Prog trifft auf Flower Power, wabernde Keyboards, und niemand vermisst wirklich den Gesang. Das Grundgerüst von Bass und Schlagzeug wird durch treibende Gitarrenriffs verstärkt, und Keyboard und Cello setzen immer wieder teils überraschende Akzente. Das Cello wird hier oft verfremdet und hat nichts von Klassik, sondern entführt in teils experimentelle Klangwelten mit hin und wieder komplexen Rhythmus- und Songstrukturen, die auch den Progfans gefallen dürften. Dabei überraschen die Musiker mit experimentellen Ideen wie auf dem futuristischem ‚Bridgeland‘.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es klingt, wenn Black Sabbath und Pink Floyd klingen würden, hätte sie Long Distance Calling gecovert und das Ergebnis mit abgespacten Cellosounds unterlegt, der legt wirklich mal die Twangmen auf.

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Where Do You Want Ghosts To Reside

„Where Do You Want Ghosts To Reside“ (Label) fragen sich Fren in sechs Songs und gehen dieser Überlegung mit rein instrumentalem Progressive Rock nach.

Fren stammen aus Krakau in Polen und haben sich seit ihrer Gründung im Jahre 2017 dem klassischen Retroprog verschrieben. Das Quartett hat nun mit „Where Do You Want Ghosts To Reside“ sein Debütalbum veröfffentlicht, in dem mehrere Jahre harte Arbeit stecken. Das Ergebnis ist eine Zeitreise zurück in die 70er Jahre. Die Polen (und zwei Ukrainer, die sind nämlich auch vertreten) basteln mit Keyboards, Gitarren, Bass und Schlagzeug klassische Retrosounds mit oft hypnotischen Passagen, so dass Texte und Gesang überhaupt nicht vermisst werden.

Analoge Synthies und das Mellotron dominieren schon im stylischen Opener ‚Twin Peaks‘, bevor Schlagzeug und Gitarre einsetzen und eine fast hypnotische Stimmung verbreiten. im folgenden ‚Surge‘ wird das Tempo dann etwas angezogen. Später drängen sich auch Jazz-Elemente auf dem Piano in den Vordergrund. Die Grundstimmung ist relaxt, auf allzu viel Gitarrengefrickel wird verzichtet. Klassische Einflüsse sind Genre-Ikonen wie Genesis, Pink Floyd und besonders King Crimson, wobei hier weniger ein direkter Einfluss zu hören ist als mehr eine spirituelle Inspiration. Wer die genannten Bands mag, wird sich auch mit Fren anfreunden können – einer Band, die man als Liebhaber progressiver Musik im Retrostil unbedingt auf dem Schirm behalten sollte.

 

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Album Import via Just For Kicks Music 

Ordinary Madness

Drei Jahre nach seinem Kracher-Album „We’re All In This Together“ und nur ein Jahr nach seiner ebenfalls sehr erfolgreichen Cover-Scheibe „Survivor Blues“ ist Bluesrock-Maestro Walter Trout wieder da. Bekanntlich stets für Überraschungen gut, schlägt Trout diesmal einen vergleichsweise weiten musikalischen Bogen über das von ihm gewohnte Bluesrock-Terrain hinaus. Auf dem neuen Album sollten laut Pressemeldung Anklänge an Electro, Ambient, Psychedelic Rock und sogar Hardrock und Metal enthalten sein.

Ob der Hardcore-Metaller hier warm wird, sei mal dahingestellt. Eines ist aber Tatsache: „Ordinary Madness“ (Mascot Label Group) ist enorm vielseitig für das Album eines Musikers, der bisher als lupenreiner Blues-Gitarrist in Erscheinung getreten ist. Der Titeltrack ist gleichzeitig der Opener von Trouts inzwischen je nach Zählweise zwölftem Album. Ruhigen, bluesigen Rock bekommt der geneigte Hörer geboten, mit viel Verve und natürlich viel Gitarre.

„Wanna Dance“ und „Make It Right“ kommen als groovige Psychedelic-Rock-Nummern mit Hammond-Orgel daher, die gut auch von Pink Floyd oder den Doors sein könnten. „My Foolish Pride“ ist eine klassische Blues Ballade, in der Trout einmal mehr als Sänger reüssiert. „Heartland“ bietet neben reichlich gefühlvoller Akustik- und E-Gitarre auch ein dezent-charmantes Akkordeon, im unendlich traurigen „All Out Of Tears“ lässt der Meister seine Stratocaster weinen. „Final Curtain Call“ verbeugt sich freundschaftlich in Richtung Country-Sound, „Sun Is Going Down“ zum Gospel. „Up Above The Sky“ und „OK Boomer“ sind hammerharte Gitarren-Rocker für alle Freunde des exzessiven Saitengezaubers.

„Ordinary Madness“ ist wunderbar vielseitig, Trout geht weit über den klassischen Blues-Sound hinaus. Der ausgiebige Flirt mit seiner vermuteten Jugendliebe des Psychedelic-Rock hat wahnsinnig viel Charme und kommt sehr ehrlich und ungekünstelt rüber. Das alles macht das neue Album sehr abwechslungsreich und ambitioniert, aber auch etwas weniger fokussiert als das drei Jahre alte Meisterwerk „We’re All In This Together“. Dennoch: Jeder Fan gefühlvoller Gitarrenmusik wird hier viel Freude finden. Klasse hat Walter Trout ohnhin unbestritten.

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THUNDERMOTHER – Hardrockerinnen gehen mit genialem Konzept auf Tour

Das schwedische Hardrock-Ladies-Quartett Thundermother hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Um die Release-Tour zu ihrem vierten Album „Heat Wave“ auf jeden Fall und unanhängig von schwankenden Corona-Zahlen oder behördlichen Auflagen durchziehen zu können, spielt die Band auf einem eigens für diese Tour umfunktionierten Feuerwerktruck. Die Mädels fahren eben mit Stil – so auch der…

BATTLE CITY – Exklusive Single-Premiere der südafrikanischen Instrumental Rocker

Battle City bringen instrumentalen Desert-Rock aus Südafrika. Wir sind erfreut, euch die beiden Singles „Press Start“ und „Battle City“ exklusiv für den deutschsprachigen Raum als Studio-Live-Video präsentieren zu dürfen! Das Duo aus Kapstadt veröffentlicht sein Debüt-Album „Press Start“ am 6. März, erhältlich auf allen digitalen Vertriebsplattformen. Gegründet als eine Hommage an Videospiele und Metal, standen…

The Vintage Caravan – ‚Es gibt keinen Plan B!‘

Was wird momentan nicht alles als „Vintage“ bezeichnet? Vintage Cars, Vintage Mode, Vintage Verstärker…und natürlich Vintage Rock’n’Roll. The Vintage Caravan aus Island haben sich einen passenden Namen ausgesucht, spielen sie doch eine mitreißende Mischung aus Hard-, Blues- und Psychedelic Rock, der schnell Assoziationen an die groovenden 70er weckt. Mit
„Arrival“ präsentiert die Band aktuell ihr drittes Studioalbum. Wir sprachen mit dem Songwriter, Sänger und Gitarristen Óskar Logi Ágústsson über die neue Platte und über seine kleine, aber tragende Rolle in dem sehenswerten Filmdrama „Metalhead“.