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Erik Cohen - Von Omega-Männern und Alphatieren

Endlich. Endlich hatte der Wettergott ein Einsehen und legte einen wunderschönen Frühlingstag mit dem Wochenende zusammen. Was passt da für die Abendgestaltung besser, als den Tag im Münchener Backstage bei Erik Cohen ausklingen zu lassen, wo doch schon den ganzen Tag die Glückshormone durch den Körper hüpften? Ein gut gefüllter Club liefert die Antwort: Nichts.

Als gegen 21 Uhr ohne Vorbandgeplänkel zum Warmwerden die Lichter an und Erik Cohen samt Band auf die Bühne gehen, ist Eines schnell klar: Das muss genau so! Denn Kieler schafft es vom ersten Song an den Funken überspringen zu lassen. 'Kapitän', 'Kosmonaut' und 'Dirigent' sind die High fives auf den sich ihm entgegen reckenden geballten Fäusten. Erik Cohen wirkt wie ein Getriebener, der unablässig auf der Bühne auf und ab läuft, die Balustrade erklimmt und dem die Spielfreude anzusehen ist. Zu Beginn der Show noch in einen dicken Parka samt Sonnenbrille gehüllt, entledigte sich der Sänger immer mehr Schichten, und auch das Stimmungsbarometer kochte immer mehr. Überhaupt ist das Publikum bei Erik Cohen schon ziemlich außergewöhnlich. Da stehen Metaller vereint mit pogenden Punks und Indie-Mädchen, ohne sich gegenseitig auch nur einen einzigen bösen Blick zuzuwerfen, was manchmal schon bei Konzerten nur einer Stilrichtung kaum funktioniert. Etwas, worauf der Sänger ziemlich stolz sei, wie er verkündete.

 

'Hier ist nicht Hollywood' ist die stampfende und kraftvolle Rockhymne, die sich live nochmal ganz neu entfaltet. Die Coverversion von Joachim Witts 'Der goldene Reiter' hat sich Erik Cohen ganz zu Eigen gemacht und erzeugt eine besondere Stimmung, wie auch 'Tapete'. Aber schon mit 'Chrom' und 'Das gute Gefühl' wird wieder das charismatische Rockbiest ausgepackt, das nach einer Zigarettenpause für den Zugabenblock zurückkehrt und diesen mit dem grandiosen 'Omega Mann' beschließt. Doch als auch danach noch die Zugaben-Rufe und Begeisterungsstürme des Publikums nicht enden wollen, kommt die Band nochmal zurück auf die Bühne, jedoch nicht ohne die Erklärung, dass sie nun keine Songs mehr hätten und nur noch wiederholen könnten. Das wird von einem Zuschauer mit einem charmanten 'Halt's Maul und Spiel'-Ruf quittiert. Und Recht hat er.


Denn Erik Cohen beweist wie kein Zweiter, dass es bei Konzerten nicht um Setlisten oder Effekte geht. Diese Energie und Intensität, die da rüberkommt, bringt auf den Punkt, was Konzerte ausmacht - auf und vor der Bühne. So lässt auch der Extra-Zugabenblock die Stimmung weiterkochen und bestätigt wieder einmal: München und Erik Cohen, das ist eine ganz besonders große Liebe, wenngleich die trennenden Kilometer kaum höher sein könnten, was bei der Band nicht gerade für Begeisterung sorgte und was sie sicher bereuen würden, wie der Sänger erzählte. Und so endet ein Abend, dessen Ende wortwörtlich der Anfang war, schon jetzt mit der Vorfreude auf alles weitere.

Fotocredits: Fuchse Fotografie, Fuchse Fotografie Facebook
Foto im Logo: Frank Peter



 

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tofuschnitzel
© 03/2017 whiskey-soda.de
 


Kurzinfos: Erik Cohen

Artikel:
- Erik Cohen - Der Kapitän in his own words
- Erik Cohen - Songs ohne Rätselraten
- Erik Cohen - Walk of f(l)ame
- Erik Cohen - Von Omega-Männern und Alphatieren

Rezensionen:
- Kapitän
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