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Steven Wilson - Alles im Sinne der Kunst

Vor ausverkauftem Saal und drei polsterbestuhlten Sitzplatz-Rängen, die man in der Live Music Hall kaum vermutet, geschweige denn in vielen Fällen auf dem Hintergrund der erwarteten Musik für angebracht gehalten hatte, beglückte Steven Wilson am Sonntagabend Köln. Ohne Vorband zwar, dafür aber mit einer Elite-Abordnung von Livemusikern, batterienweise Instrumenten und einem kleinen Bisschen Ignoranz im Gepäck.


'Eigentlich fange ich an dieser Stelle sonst immer an, über Serienmörder zu quatschen', wendet sich der traditionell barfüßig performende Steven Wilson zum ersten Mal etwas ausführlicher an das Publikum, als er den wagemutigen 23-minütigen Brocken namens 'Raider II' ankündigen will. 'Heute aber nicht, heute geht's um Saga - kennt irgendjemand hier Saga? Das ist anscheinend eine kanadische Band, die bei euch in Deutschland unglaublich berühmt ist, von der ich aber aus irgendeinem Grund noch nie etwas gehört habe.' Die Konzertbesucher auf den Behandlungsstühlen kennen die Genregenossen Saga zu einem überraschend großen Teil und tun dies durch Ausrufe des Erstaunens kund. Im Gegensatz zur witzelnden Band, die der Frontmann Mitglied für Mitglied abfragt - ohne nennenswerte Kenntniserlangung.


Sei's drum, 'Raider II' ist an der Reihe und findet ohne Umwege und in vollwertiger Aufmachung statt - sehr zum Vergnügen aller Anwesenden. Einige mussten nicht nur im Laufe dieses Stückes feststellen, ein wenig voreilig Platz genommen zu haben, denn hatte man es sich erst einmal im frontalen Sitzbereich gemütlich gemacht, gestaltete sich das körperbetontere Partizipieren als stehender Konzertgast schwierig bis unmöglich. Die der Allgemeinheit nicht mehr ganz geläufige Überlänge von Musikstücken sorgte indes auch beim Sicherheitspersonal für Verwirrung. Dieses ließ sich prompt durch die stillen Phasenwechsel des mehraktigen Openers 'Luminol' täuschen und scheuchte die Fotografen bereits nach dessen Beendigung zwei Songs zu früh vom Gelände. Es entrollten sich weiter die Arien und Epen des Progressive-Himmels - ohne große Gesten, dafür mit technischem Feinsttuning, und erfüllten alle Ansprüche des vielseitig geprägten Konzertbesuchers. Einerseits mit ganz viel Gefühl, andererseits aber auch mit großer instrumentaler Durchschlagskraft.

 


Nicht nur daraus folgt: Wenn Steven Wilson auftritt, hat man zwar ein Konzert mit vergleichsweise wenigen Stücken zu erwarten, welches aber dafür in seiner zweieinhalbstündigen Länge kaum ein anderes untertrifft. Das erst recht, wenn man die bereits eine halbe Stunde vor Showbeginn startende, gruselige musikalisch-visuelle Untermalung mit einrechnet. Der das Cover der aktuellen Scheibe 'The Raven That Refused To Sing' zierende Mond wandelte währenddessen auf der Videofläche hinter der Bühne flackernd seine Gestalt, verzog sein Gesicht zu unheimlichen Fratzen. Geisterstunde!

Nach dieser nur bedingt meditativen Vor-Vorstellung geizte das ambitionierte Tontechniker-Team genau so wenig mit Lautstärke wie die Band mit Instrumentalspuren. Steven Wilson selbst, der oft seine Position wechselte, immer wieder Gitarren angereicht bekam, um sie schon nach kurzer Zeit wieder einzutauschen, wirkte im Zentrum des Treibens eher wie ein eifrig-engagierter Dirigent denn wie die unumschränkte Hauptperson. Wenn er nicht gerade selbst am Mellotron Platz nahm, beobachtete er seine Mitmusiker bei ihrem anspruchsvollen Spiel: Guthrie Govan an der Gitarre, Nick Beggs am Bass, Adam Holzman an den Keyboards, Marco Minnemann am Schlagzeug und Theo Travis am Saxophon sowie der unverzichtbar gewordenen Querflöte. Eine mittlerweile ausführlich eingespielte Edelauslese an Musikern, die er nach der Tour zum letzten Album gleich mit ins Studio genommen hatte, um 'The Raven That Refused To Sing' aufzunehmen. An diesem Abend feierte er sie mit seinen Armen.


Auch die tiefsten Töne steuerte Steven Wilson plötzlich selbst bei: Während 'The Holy Drinker' übernahm er die Rolle des Bassisten; Beggs wechselte zum Chapman-Stick. Es entstand der Eindruck, dass Wilson, besäße er ein weiteres Dutzend Arme, gut und gerne das ganze Ensemble hätte übernehmen können. Dabei war es eine Freude, in ihm einen äußerst sympathischen Künstler zu erleben, der nichts Anderes darzustellen gedenkt als seine eigene Musik - und sich als Person dieser bereitwillig bis zur Unscheinbarkeit unterordnet, ja, dem Publikum sogar dabei helfen will, sich mit ihr eingehend auseinanderzusetzen. Unter anderem aus diesem Grunde war dem Publikum der Gebrauch von Mobiltelefonen und Kameras während des gesamten Auftritts untersagt worden. So manches Management täte gut daran, sich an dieser Maßnahme ein Beispiel zu nehmen.

Nach dem besinnlichen 'Deform To Form A Star' fällt ein halbtransparenter Vorhang, auf dem sich ein auslandendes Intro zum neuen 'The Watchmaker' präsentiert. Unter zunehmendem Taschenuhr-Ticktack nimmt die Band hinter den Augäpfeln eines alternden Menschen ihre Tätigkeit auf. Dem zweiten und letzten Song hinter dem Vorhang stellt Wilson, mit heruntergepitchter Stimme den Doktor um Schmerzmittel bittend, eine unerwartet schaurige Ansage voran. Kein Wunder, handelte es sich im Folgenden doch um 'Index' - nicht das einzige Stück Wilsons über die zwangsgestörte Persönlichkeit. Der schleierhafte Vorhang, gepaart mit der einsam dastehenden Silhouette Wilsons sowie ein kraftvolles, sehr expressives Live-Arrangement machen es zu einem besonderen Erlebnis jenseits der Grenzen seiner Studio-Version.

 


Nach dem einsamen Klavierhook des das Set beschließenden Titelsongs von neuen Album verlässt Keyboarder Adam Holzman als letzter die nunmehr abgedunkelte Bühne und überlässt das ausgesprochen typengemischte Publikum seinen Eindrücken. Der umgehend einsetzende lautstarke Zugabenapplaus mündet in Standing Ovations (Die Bestuhlung macht's möglich!) und wird schließlich mit einem waschechten Porcupine Tree-Song der Anfangszeit beantwortet: 'Radioactive Toy' vom 1991er Album 'On The Sunday Of Life' findet so zu einem dynamischen Neuanstrich, der live großen Spaß macht.


Die vierzehnteilige Setlist des Abends erwies sich in ihrer Realisierung als vollendete Architektur und beherbergte zwischen den Zeilen ganze Erzählungen und weite Bilderlandschaften. Die klassische Frage nach dem Höhepunkt der Show wird somit - wen wundert's? - schwerlich bis gar nicht zu beantworten sein. Und das ist doch genau die Art von Ratlosigkeit, die man sich nach einem Konzert wünscht.


Fotos: Christian Bimmermann

Weitere Bilder findest Du in unserem Facebook-Fotoalbum zur Show.


 

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Valentin
© 03/2013 whiskey-soda.de
 


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