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The Beauty Of Gemina - Noch kompromissloser und konsequenter

Mit ihrem Debütalbum "Diary Of A Lost" schlugen The Beauty Of Gemina in der Schwarzen Szene ein wie eine kleine Bombe. Der erfrischende und höchst innovative Stil der Band, der sich neben den vielen musikalischen Einflüssen vor allem im hypnotischen Gesang offenbarte, wirkte wie eine Wiederbelebung und Frischzellenkur des längst tot geglaubten Dark Wave. Dass der Effekt dieses Albums dennoch keiner großen Bombe gleichkam, lag in erster Linie an den stark begrenzten Möglichkeiten der damaligen Plattenfirma, weshalb sich der Name "The Beauty Of Gemina" hauptsächlich durch Mundpropaganda verbreitete. Nun melden sich die Schweizer mit einem neuen Geniestreich und neuem Label zurück. Im Interview berichtet Michael Sele, Sänger und Mann hinter allen Kompositionen und Texten, von der langen Entstehungsphase von "A Stranger To Tears" und erklärt, warum der Goth-DJ einsam stirbt.


Als deutscher Fan musste man sich zunächst ganz schön wundern. War auf der bandeigenen Homepage zu lesen, dass "A Stranger To Tears" bereits seit dem 29. August im Handel ist, so musste man nach einer Suche bei Amazon ernüchtert feststellen, dass dort auf den 26. September vertröstet wurde. Es handelte sich dabei um keinen Fehler, die Platte war tatsächlich in der Schweiz einen Monat früher erhältlich als in Deutschland: "Ja, das ist leider so. Der Termin in der Schweiz wurde schon Anfang des Jahres festgelegt, während es in Deutschland durch unseren Wechsel zu Danse Macabre, dem Label von Bruno Kramm von Das Ich, auch zu einem Vertriebswechsel gekommen ist. Da ging dann alles ziemlich drunter und drüber, so dass es leider nicht möglich war, den 29. August auch für Deutschland einzuhalten."

In den einschlägigen Magazinen waren die Reaktionen auf das Debütalbum "Diary Of A Lost" überwältigend. Das resultierte allerdings auch in einem gewissen Erwartungsdruck, dem sich Michael Sele ausgesetzt sah: "Beim Debüt waren noch gar keine Erwartungen zu spüren. Damals war unsere erste Single 'Suicide Landscape' schon ein halbes Jahr vor der Album-Veröffentlichung draußen, doch dieses Mal haben wir alles unter Verschluss gehalten, um die Spannung anzukurbeln. Ich habe oft Nachfragen von DJs und Fans erhalten, versuchte aber, ruhig zu bleiben und meinen Weg konsequent weiter zu gehen. Nun stecken wir in der Schweiz schon mitten in dem ganzen Release-Prozess und die ersten Reaktionen sind wirklich sehr erfreulich." Die Songs auf dem neuen Album scheinen atmosphärisch noch dichter zu sein, was allerdings auch dazu führt, dass man noch ein bisschen länger als beim Debüt braucht, um in die Stücke hineinzufinden: "Mir hat letztens auch jemand gesagt, dass er gedacht hätte, dass ich es dem Hörer beim zweiten Album etwas einfacher mache." Aber eher das Gegenteil ist der Fall. "Wobei ich natürlich hoffe, dass man sich trotzdem die nötige Zeit nimmt, in das Album hineinzufinden. Zumal auch einige Stücke dabei sind, von denen ich denke, dass sie vielleicht etwas leichter zugänglich sind." Tja, wer sich diese Zeit nicht nimmt, den kann man nur bedauern. Denn haben sich die Lieder erst einmal ins Gehirn gebrannt, kann man von ihnen gar nicht mehr genug bekommen.

Womit The Beauty Of Gemina auf der neuen Scheibe wieder ganz und gar nicht sparsam umgegangen sind, ist die Spielzeit. Mit knapp 76 Minuten ist die CD vollgepackt bis obenhin. Für einen Außenstehenden sieht das so aus, als könne sich Michael vor kreativem Output kaum retten: "Ja, ich hatte am Ende sogar 32 Stücke zur Auswahl. Schon während des Release von 'Diary Of A Lost' habe ich begonnen, neue Stücke zu schreiben. Ich merkte einfach, dass ich noch so viel zu erzählen habe! Förderlich dabei waren natürlich auch die positiven Reaktionen auf das Album, die mich in meinem Vorhaben bestärkt haben. Der Auswahlprozess zusammen mit den anderen Bandmitgliedern war dann aber wirklich sehr schwierig. Am Ende sind schließlich diese 16 Stücke übrig geblieben, und da wollten wir uns von keinem mehr trennen." Das heißt, dass auch 16 Stücke eigentlich umsonst geschrieben wurden. Oder doch nicht? "Die sind jetzt erstmal in meinem Archiv gelandet. Einige von ihnen besaßen sogar schon Texte und waren in ihrer Entwicklung sehr weit fortgeschritten. Die lasse ich jetzt erst einmal ruhen und warte ab, was sich daraus noch ergibt. Vielleicht werden einige mal live angetestet oder ich verwende spezielle Teile für etwas anderes - das ist momentan noch offen. Es ist nicht so, dass ich die Songs, die rausgefallen sind, für schlecht halte. Aber irgendwann muss auch Schluss sein, denn der ganze Entstehungsprozess hat sich über viele Monate hingezogen, da ich auch immer wieder verschiedene Varianten und strukturelle Veränderungen für ein und den selben Song ausprobiere. Das geht solange, bis mein Bauchgefühl mir sagt, dass es passt." Derartige Aussagen hört man oft von Vollblutmusikern. In einem Interview mit End Of Green war auch einmal zu lesen, dass bei ihnen ein Song oft für sehr lange Zeit im Archiv verschwindet, bis irgendwann die zündete Idee kommt, die dem Stück noch gefehlt hat. "Das kann ich sehr gut nachvollziehen, mir ist das auch passiert. Da entstehen bestimmte Teile eines Songs total schnell und das Lied ist innerhalb kürzester Zeit bei 90%. Aber die letzten 10% wollen einfach nicht kommen. Dann muss ich das Stück beiseite legen und mich zu einem späteren Zeitpunkt nochmal daran versuchen. Da ist oftmals mehr Konzentration- und Fleißarbeit als Kreativität im Spiel. Und wenn es immer noch nicht gelingt, muss man eben noch länger warten."

 

Konkrete Veränderungen im Vergleich zu "Diary Of A Lost" kann Michael nicht benennen, denn für ihn ist das Songwriting nichts, das klar von Album zu Album abgegrenzt ist: "Es ist tatsächlich eher ein ständiger Prozess. Du warst ja damals auch jemand, der in seiner Rezension diese Stilvielfalt auf dem Album sehr positiv bewertet hat. Andererseits hat diese Vielfalt aber ebenso stark polarisiert, denn bei einigen Hörern entstand der Eindruck: 'Der weiß nicht so richtig, was er will'. Ich spürte jedoch, dass das genau die Art und Weise ist, mich auszudrücken. Und durch positive Reaktionen von Redakteuren wie dir, von Fans und auch Musikern wurde ich in meinem Vorhaben bestärkt. Ich habe Leute wie Ernst Horn von Deine Lakaien oder ASP kennengelernt, die ja allesamt schon sehr lange dabei sind. Und die haben mir bestätigt, dass es richtig ist, diesen Weg weiter zu verfolgen - vielleicht sogar ein wenig konsequenter und kompromissloser. Inzwischen merke ich, dass sich The Beauty Of Gemina etwas etabliert hat und akzeptiert wird, was zum Teil sicher auch diesen enormen Output erklärt, da ich relativ frei von Einschränkungen in einer sehr großen Bandbreite arbeiten kann." In unserem letzten Interview beschrieb Michael das Debüt als "musikalisches Tagebuch, das Geschichten von Menschen erzählt, die am Rande stehen, die keinen Platz auf dieser Welt zu finden scheinen". Beim jetzigen Albumtitel "A Stranger To Tears" liegt die Vermutung nahe, dass es thematisch wieder in diese Richtung geht: "Eine Fortsetzung in dem Sinne ist es nicht, denn 'Diary Of A Lost' besaß ja einen gewissen konzeptionellen Charakter durch den Albumtitel. Bei 'A Stranger Of Tears' verhält es sich ganz ähnlich mit dieser Thematik des Fremdseins, die sich durch die gesamte Platte, das Artwork, das Booklet und den Videoclip zu "This Time" zieht, und der Albumtitel war für mich schon sehr früh in dieser Schaffensphase klar. Es würde kein Stück von 'A Stranger To Tears' auf 'Diary Of A Lost' passen oder umgekehrt. Musikalisch vielleicht schon, aber nicht vom Gefühl."

Allein was die Songtitel angeht, gibt es einen, der sehr hervorsticht. Als ich den Titel "The Lonesome Death Of A Goth DJ" las, musste ich sofort daran denken, dass es richtige Goth DJs kaum noch gibt, weil in den Clubs heutzutage fast nur noch Industrial und EBM läuft und man vom DJ schon komisch angeschaut wird, wenn man sich etwas mit Gitarre wünscht: "Ganz genau. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob der Titel vielleicht zu provokant ist. Letzte Woche hatten wir aber eine CD-Präsentation in Zürich, bei der auch viele Schweizer DJs anwesend waren. Dort habe ich noch ein wenig über das Album erzählt und bei diesem Song genau das angesprochen, was du gerade sagtest. Und die Reaktionen waren sehr gut, einige haben sich richtig aus dem Herzen gesprochen gefühlt. Das Statement dieses Songs ist mir sehr wichtig, da ich viel Kontakt zu DJs habe und sich gerade die etwas älteren darüber beklagen, dass der Partyfaktor quasi vorschreibt, was gespielt wird, während es immer weniger möglich ist, für einen guten Song auch mal eine leere Tanzfläche zu riskieren." Zu den Highlights auf dem Album zählt "Heart Of A Gun". Das spannende bei diesem Song ist, dass er so enorm viele Wandlungen durchmacht. Anfangs noch etwas sperrig und industriallastig, entwickelt er sich zu einer Hymne, die leichte Parallelen zu "Kingdoms of Cancer" aufweist: "Solche Parallelen waren beim Schreiben gar nicht beabsichtigt, aber jetzt wo du es sagst, fällt mir das auch auf. Inhaltlich geht bei dem Song um jugendliche Amokläufer, die es in den letzten Jahren ja leider häufiger gab. Das Stück ist aus der Perspektive des Täters geschrieben - ich sage jetzt mal Täter, wobei er natürlich auch gleichzeitig ein Opfer ist. Das habe ich auch musikalisch versucht umzusetzen, mit dem stampfenden Charakter am Anfang und dann aber auch einer positiven Wandlung, die im Chorus aufgeht." Im krassen Gegensatz dazu steht das balladeske "Into Black", einer der langsamsten und düstersten Tracks des Albums: "Grundsätzlich geht es in dem Song um eine Beziehung, für die es keine Hoffnung mehr gibt und den damit verbundenen Tod der Beziehung. Ich habe ja eine sehr starke Vorliebe für die Arbeit mit klassischen Instrumenten, was auch hier wieder zum Tragen gekommen ist. Es war mir sehr wichtig, auch auf der zweiten Platte ein solches Stück vertreten zu haben, es kommt sogar eine Oboe zum Einsatz. Dadurch entsteht diese ganz spezielle Atmosphäre."

The Beauty Of Gemina - Noch kompromissloser und konsequenter Seiten 1 2

 

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© 10/2008 whiskey-soda.de
 


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