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The Fleet Foxes – Wenn Raffael gesungen hätte...

Oder auch andersherum können wir uns diesem Gedanken nähern: Was wäre, wenn die Musik der Fleet Foxes ein Gemälde wäre. Normalerweise esoterischer Quatsch, doch bei den Fleet Foxes eine berechtigte Frage, um sich einer Einordnung zu nähern, die auf normalen, verbalen Pfaden zu Recht plump daherkommt. Sicherlich müssten wir ihresgleichen irgendwo bei den Alten Meistern suchen. Klassische Harmonien, die Liebe zum erhellenden Detail, nach dem Schönen strebend und mit ziemlich viel Himmel. Raffael vielleicht. Doch würden wir nach lieblichen Madonnen vergeblich suchen. Eher fänden wir einen angegrauten Himmel zwischen den Wolkenkratzern Seattles. Vielleicht aber auch fünf junge Menschen, die sich auf den Spuren von Großvaters Gelüsten aus der sterilen Suburbanität in die nahen, noch verbliebenen Wälder träumen und passender Weise in Holzfällerhemd und Jeans gekleidet sind. Vielleicht würden sie dazu auch einen mehrstimmigen Chor anstimmen. Ganz bestimmt sogar mehrstimmig. Das ist nämlich das Markenzeichen des Quintetts aus Seattle.

Wie Pecknolds Schwester Aja treffend zusammenfasst, trafen sich die beiden Freunde Skyler Skjelsjet und Robin Pecknold bereits während der Adoleszenz viel lieber zum Musikmachen als zum High School-HalliGalli. Völlig neidlos entging ihr dabei auch nicht, dass die Früchte dieser Zusammenarbeit weit über das Maß der musikalischen Anstrengungen anderer Familienmitglieder hinausgingen. Dass da etwas Großes im Entstehungsprozess begriffen war, was 2006 in den Fleet Foxes als Band lebendig wird.

whiskey-soda.de trifft Schlagzeuger, sowie Josh Tillman und Gitarrist Skyler Skjelsjet im kreativen Tohuwabohu des Kunsthauses Tacheles. Künstlicher Sand, selbstgebaute Instrumente, Feuerspucker und halbnackte Ladies. Die beiden Vertreter der Fleet Foxes fühlen sich sichtlich wohl. So richtig nach Deutschland mag das alles nicht ausschauen. Aber anscheinend ist dem Genüge getan, als der Tourmanager Brezeln vorbeibringt, auf die sich die Band schon lange gefreut hat. Dementsprechend gelöst ist die Stimmung. Eigentlich scherzen Josh und Skyler mehr, als dass sie sich auf ein Image als ernstzunehmende Musiker reduzieren. Die tiefe Verbundenheit, der Respekt, der sich untereinander entgegengebracht wird, eine tiefe Zuneigung jedoch kann man trotz der kontinuierlich stattfindenden Scherzerei nicht ignorieren.

Das ist das erste Mal, dass Ihr mit der Band in Deutschland seid, rechnet Ihr damit, dass etwas Verschrobenes passiert?

Nein, gar nicht. Es wird hoffentlich ein riesiger Spaß. Wenn nicht, dann werde ich richtig sauer. Wir haben aber auch keine eigenartigen Erwartungen gehabt. Wenn es hier nicht total lustig wird, dann wäre das ziemlich verschroben.


 

Verwundert es euch nicht, dass Ihr hier heute Abend auf Eure ersten deutschen Fans treffen werdet, obwohl Ihr noch nie hier gespielt habt?

Das ist total abgefahren. Aber jetzt mit dir hier sitzend und ein Interview mit einem deutschen Magazin führend, ist allein schon ziemlich surreal. Im Grunde macht es aber keinen Unterschied. In Seattle aufzutreten, beflügelt uns ganz genau so.

Vor Euch liegt ja noch eine Teufelstour. Macht Euch das Angst, wenn man bedenkt, dass Ihr wahrscheinlich noch nie so eine richtig große Tour habt?

Eigentlich nicht, wir sind gerne zusammen, wir sind ja richtig gute Freunde, und sind eigentlich ziemlich gespannt. Natürlich wird es wahrscheinlich ziemlich ermüdend, allerdings muss ich auch ganz ehrlich sagen, dass ich lieber genervt bin von diesem "Job" als von irgendeinem anderen Job, dem man nachgehen könnte.

Bereitet Ihr Euch bereits auf so einer Tour auf ein neues Album vor?

Ja, das darf auch nicht aus dem Auge verlieren. Trotzdem bewundere ich Robin dafür, wie fokussiert er während solcher Stressperioden auch noch an neuen Songs arbeiten kann. Daheim auf der Couch ist es um Einiges angenehmer, aber Robin kann das überall.

Als ich euch im Januar bei myspace entdeckte, war ich absolut perplex. Eine derartig perfekte Polyphonie hatte ich so lange nicht mehr gehört. Dementsprechend gespannt bin ich auf Euer Live-Set. Ehrlich gesagt, kann ich mir nicht so richtig vorstellen, wie Ihr es schafft, das Live zu reproduzieren.

Oooh, wir werden das schaffen. es gibt vier Sänger bei uns. Es ist unser oberster Anspruch, das organisch wiederzugeben, was die Leute auf dem Album hören. Deswegen versuchen wir eigentlich überall, so ein bisschen Proben in den Touralltag zu integrieren. Irgendwo findet sich dafür immer ein Plätzchen. Gestern in Hamburg saßen wir wie fünf große Schuljungen auf einer großen Betonmauer und haben ein bisschen gesungen. Ein majestätischer Moment...
"Lass mich das mit einem majestätischen Biss in meine majestätische Brezel kurz untermalen." "Tolle Idee, Skyler"

Wie habt Ihr denn eigentlich gemerkt, dass Ihr rein stimmlich so gut zusammenpasst?
Josh: "Skyler, was denkst du denn darüber?" Skyler: "Toll, danke. Ich bin der einzige der nicht singt."

In der Band gibt es eigentlich keinen richtigen Backgroundsänger, wir haben alle sehr invdivuelle Elemente in unseren Stimmen und wir haben auch alle schon in anderen Projekten schon Erfahrungen als Leadsänger. gemacht. Natürlich ist Robin unser Leadsänger und irgendwie schaffen wir es einfach,unsere Stimmen in dieses Gefüge einzubringen. Jeder auf seine Weise. ich liebe seine Stimme so sehr, aber trotzdem lieben wir es alle in selben Maß zu singen, und das kommt hoffentlich auch ziemlich gut rüber.

Vor allem Josh wird wissen, wovon er spricht. Erst vor kurzem stieg er zum ständigen Mitglied der Band auf, allerdings ließ er bereits davor von sich als Singer/Songwriter hören.

Versteht man das richtig, wenn man Euren mypace-log liest, dass Ihr auch ziemlich negativ überrascht seid von dem großen Medienfeedback, das Ihr derzeit bekommt?

So schlimm ist es eigentlich nicht. Als Robin das schrieb, war er bestimmt nur ziemlich besorgt, dass wir als Musiker die Musik aus den Augen verlieren könnten und in diesem ganzen Presserummel verloren gehen. Eigentlich finden wir das aber gerade alles ganz schön aufregend.

Wenn man Interviews liest, dann hat man den Eindruck, dass ihr mit zeitgenössischen Bands eigentlich nicht viel am Hut habt. Vielmehr scheinen Euch die Plattenschränke Eurer Eltern in ihren Bann gezogen zu haben.

Das kommt oft so rüber, was vermutlich an unserer Herangehensweise liegt, die eher kongruent ist mit der Arbeitsweise der Bands früherer Jahrzehnte. Heutzutage sind die Bands wesentlich impulsiver und musizieren oft quasi einfach drauf los. Wir haben aber eine wesentlich durchdachteren Ethos, wenn es um den Entstehungsprozess unserer Musik geht. Wir wollen uns einfach große Mühe geben. Bands wie Grizzly Bear oder Beach House verehren wir aber sehr. Es hat weniger mit der musikalischen Periode zu tun, als mit dem Arbeitsethos einer Band obwohl wir Bands wie Pavement oder Nirvana sehr lieben.

 

Eine andere Idee, die man einem eurer Blogs bei Myspace entnehmen konnte, fand ich sehr interessant. Das Erlebnis von urwüchsiger Natur, wie sie in unserer Zivilisation existiert, kann nur noch in der Musik gefunden werden.
(Casey und Christian kommen in diesem Moment an Josh und Skyler herangeschlichen.)
"Wollt Ihr helfen?" "Nö. Nur Verwirrung stiften!"

Was Robin damit meinte, glaube ich, ist die Wahrnehmung von Musik. Die Wahrnehmung und der Grund, warum wir Musik hören und lieben, hat sich über die Jahrhunderte nie verändert. Der Zweck war immer der gleiche. Außerdem ist es völlig egal, ob du die Musik nun über Ipod im Bus oder sonstwo hörst.
"Na los Josh. Lass uns an deiner Weisheit teilhaben."
Es wird immer dasselbe sein, wie du sie wahrnimmst. Von der Natur haben wir uns über die Jahrhunderte so weit isoliert, dass wir Musik in ihrem ursprünglichen Zweck gar nicht mehr wahrnehmen können. Da drüben die Palme ist zwar ein Teil der Natur, aber alles um sie herum ist unsere Zivilisation. Also ist es kein genuines Naturerlebnis mehr.

"Ja, man. Du hast ja so Recht. So habe ich das noch nie gesehen".
"Kann ich jetzt mal weiterreden?"
Zumindest sehen wir als Audiophile das so.
"Audiophiles? Audiofiles? Ja, klar, wenn man mal so richtig drüber nachdenkt, dann sind wir alle mp3-files."

Und so artet die letzte Frage ein wenig in gescherzter Entspannung aus. Wir plaudern noch ein wenig über die bevorstehende Tour, über die heilvolle Wirkung von Brennesseln, von denen wir umringt werden und versuchen uns in der experimentellen Musik an den urigen Klanghölzern, die Josh bereits während des Interviews faszinierten. Was sich hier noch als ein gelöstes und heiteres Miteinander der Bandmitglieder präsentiert, weicht während der Show einer erstaunlich professionellen Konzentration. Was sich im Interview ankündigt, bestätigt sich auch live: Vor jedem der Songs wird kurz inne gehalten. Die Stirn in sorgfältig gefaltete Aufmerksam gelegt, während bedächtig der richtige Ton eingestimmt wird. Die Ohren fürsorglich auf den Nebenspieler gerichtet und wenn Pecknold anstimmt, steigen drei weitere Sänger in ebenbürtiger Grazie ein. Man merkt wieder einmal: Wenn Großes entstehen soll, dann bedarf es auch der nötigen Vorbereitung. Das wusste schon Raffael.


(Interview und Textbearbeitung von Crimehild)


 

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Antal
© 08/2008 whiskey-soda.de
 


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