Mit ihrem neuen Werk "The Blackening" schmeißen die thrashigen Amis von Machine Head eine der wohl meist erwarteten Metal-Platten des Jahres 2007 auf den Markt. Wahrlich, es ist nicht leicht, nach einem hymnenhaft gelobten letzten Album "Through The Ashes Of Empire" (2003), eine hochgesteckte Messlatte, sich zu übertreffen und das Publikum zu beeindrucken. Was die Spielzeit der einzelnen Songs anbelangt, sei ein "Überbieten" sicherlich gelungen, was die Song-Intensität und -Kompaktheit angeht, werden aber sicherlich einige Machine Head-Fans etwas enttäuscht sein. Denn trotz gewohnt thrashigen und neuerdings progressiveren Songs können die acht neuen Tracks - trotz vierjähriger Schaffensperiode bzw. -pause der Musiker um Sänger Rob Flynn - zumindest auf den ersten Hördurchgang kein vom-Stuhl-reißendes Nachfolgealbum produzieren. Eröffnet wird mit dem zehn-minütigen Song "Clenching The Fist Of Dissent" sanft und (semi-)akustisch. Anfänglich an "Descent The Shades Of Night" vom Vorgängeralbum erinnert, wird man nach etwa zwei Minuten rasant und trashig in gewohnter Machine Head-Manier aus dem Nickerchen erweckt. Ein gelungener Start. Die mitreißenden ersten Sekunden des nächsten Songs "Beautiful Mourning" werden allerdings nur bis zu dem Punkt fortgeführt, an welchem Slowmow-Passagen und überlange Breaks zum Einsatz kommen; leider verliert der Song ab dort seine anfängliche Intensität und Spannung. Auch "Aesthetics Of Hate" wirkt an vielen Stellen künstlich in die Länge gezogen, auch wenn Instrumental- und Gitarren-Soli-Anhänger hier auf ihre Kosten kämen. Gedanken- und Gefühlsdudelei mit nur wenigen markanten Höhepunkten erwartet einem bei "Now I Lay Thee Down", dessen Stärke in den Breaks zu finden ist. Etwas wiederbelebt fühlt man sich bei dem stark progressiv angehauchten "Slanderous"; treibende Midtempo-Mosh-Parts, energetische Vocals, wuchtige Breaks und abwechslungsreiche Soli zeichnen diesen als einen der plattenbesten Songs aus. Gefolgt wird dieser vom neun-minütigen "Halo", welcher nicht nur wegen der vielen cleanen Gesangslinien und des Power-Riffings gemischte Pop-Metal-Gefühle auslöst. Der vorletzte Song "Wolves" weist jedoch alles auf, was ein guter Metal-Song verlangt: geiles Riffing, mitreißende Mosh-Parts und Breaks, energetische Growls und gelungene Soli. Mit "A Farewell To Arms" endet die Platte wie sie anfing: mit sanften und semi-akustischen Klängen, gepaart mit teils aggressiven, teils cleanen Gesangsbögen. Nicht ganz so kompakt und catchy wie "Through The Ashes Of Empire", dafür aber komplexer und progressiver zeigt sich "The Blackening" als ein Album, welches entweder umfeiert oder zerrissen werden kann, entscheidend ist der Blickwinkel und der persönliche Geschmack. Eine Mischung aus beiden Alben wäre vielleicht das Ideal.