The Darkness

Pinewood Smile

  • Artist: The Darkness
  • Album: Pinewood Smile
  • Label: Cooking Vinyl / Sony
  • Release: 2017-10-09
  • Medium:
  • Bewertung:2+

Trotz ihres gelungenen Albums „Last Of Our Kind“ sind die Spaßkanonen von The Darkness immer noch auf der Jagd nach dem Ruhm vergangener Tage. Dabei bleibt die Rezeptur die Gleiche wie eh und je: Die Herren sind Grenzgänger. Mit ihren Cover-Artworks pinkeln sind mit einem fetten Grinsen auf die Grenzen des vermeintlich guten Geschmacks. Mit ihren Texten, die in ihrer frivolen Offenheit eine Gratwanderung zwischen Größenwahn und Selbstironie sind. Und natürlich mit ihrem manischen Sound, der ebenfalls im Grenzbereich zwischen Hommage und Persiflage des Glamrock angesiedelt ist.
Dabei sind die Songs natürlich das, was naturgemäß im Zentrum stehen sollte. Und die Brüder Hawkins, die neben ihrem langjährigen Afro-Basser Frankie Poutain neuerdings mit Rufus Tiger Taylor, den Sohn von Queen-Drummer Roger Taylor am Schlagzeug besetzt sind, machen das nach wie vor exzellent. Mit ‚All The Pretty Girls‘ und einem typischen High-Pitch geht’s dann auch gewohnt locker-lässig los. Ein treibender Beat , und die charismatische Stimme von Justin Hawkins – und gleich beim ersten Titel ein Refrain, der sich im Ohr festsetzt. Da werden keine Gefangenen gemacht – egal ob die hübschen Töchter oder deren Mütter, kein Fan soll traurig nach Hause gehen:

Plenty of Action, Massive Attraction //
when you’re selling out Stadiums //
All the Pretty Girls // And their mums.

Bei ‚Buccaneers of Hispaniola‘ geben The Darkness Piraten – und umgehend kommt einem Johnny Depps „Jack Sparrow“ in den Sinn. Der würde sich mit seinem Gehabe zu diesem Song exzellent auf der Bühne machen. ‚Solid Gold‘ rotzt dem Klischee der gepflegten britischen Freundlichkeit munter ins Gesicht, wenn sich die Herren als Goldesel-Rockstar-Legenden selbst besingen. Auf der Insel müsste auf der CD doch sicher ein „Explicit Lyrics“ Sticker kleben? Oder gibts die etwa nicht mehr? ‚Southern Trains‘ ist ein sprichwörtlicher Hochgeschwindigkeitszug – der scheinbar mit deutlichen Worten mit dem öffentlichen Verkehr im Vereinigten Königreich abrechnet. Alleine für die Idee müsste man die Jungs adeln – und natürlich für die Ausführung als Spitzen-Rocksong. Mehrstimmiger Gesang, Shouts, Gitarrensolo. So muss das.

Mit ‚Why don’t the Beautiful Cry?‘ und ‚Stampede of Love‘ sind natürlich wieder Kitsch-Balladen am Start, bei denen man einmal mehr nicht weiß, ob man sich totlachen oder den Schmalz abwischen soll. Ab und zu kommt dann eine „weiche Seite“ der unanständigen Briten durch, die all das dann noch aufwertet, weil es beweist, daß die Jungs nicht WIRKLICH größenwahnsinnig sind. Wenn sich Hawkins mit seiner Freundin in den Himmel wünscht, weil sich der Absturz nach dem Erfolg so beschissen angefühlt hat, dann möchte man ihm einen tröstenden Klaps auf die Schulter verpassen. Das wird schon wieder, ihr habt es noch drauf! Geduld und nicht beirren lassen, Buddy!

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