Kennt ihr schon … HANGING THE NIHILIST?

Dänemark ist etwa so groß wie die Schweiz und ist reich an Geschichte und Kultur. Einige Rockbands aus unserem nördlichen Nachbarland wie King Diamond, DAD, Pretty Maids oder Volbeat haben es durchaus zu internationaler Größe gebracht. Deathcore dagegen ist ein neueres und nicht so massenkompatibles Musikphänomen, in dem bisher vor allem US-Bands wie All Shall Perish, Suicide Silence oder Bring me the Horizon hervorstachen. Doch eine kleine Subkultur gibt es auch in Dänemark. Wir haben die sechs Musiker von Hanging the Nihilist gebeten, sich unseren Lesern zu präsentieren.

Stellt euch doch bitte mal als Band vor. Wie seid ihr zusammengefunden und für was für eine Art von Musik steht ihr?

Wir sind Hanging the Nihlist und wir spielen Blackened Deathcore. Um es kurz zu machen, das aktuelle Line-Up hat über Facebook zusammengefunden. Die ursprüngliche Band kannte sich schon mehrere Jahre und spielte zusammen in anderen Bands, bis sie schließlich Hanging the Nihilist gründeten. Giorgio ist seit sieben Monaten der neue Sänger – d.h. er war noch nicht dabei, als unsere Debüt-EP „Crow“ erschien. Sie ist aber trotzdem ganz gut.

Ihr beschreibt euren Stil als Deathcore. Was an der Musik und was bei den Mitgliedern kommt von einem Hardcore-Background?

Unsere Musik kommt nicht im eigentlichen Sinne von einem Hardcore-Background. Deathcore entstand vor etlichen Jahren als ein Mix aus Death Metal und Hardcore. Doch da sich diese Stilrichtungen unterschiedlich entwickelt haben, klingen lange nicht alle Deathcore Bands gleich. Einige sind mehr im Death- oder Thrashmetal zu Hause, andere wie wir eher im Black-Metal. Etliche von uns mögen Hardcore, aber als Band versuchen wir nicht „Hardcore“ zu sein.

Erzählt unseren Lesern etwas über die bereits von dir erwähnte Debüt-EP „Crow“.

Das besondere an „Crow“ ist, daß es die ersten Songs sind, die wir überhaupt als neue Band geschrieben haben. Wir waren noch dabei, uns stilistisch zu finden. So richtig zusammenpassen tun die Songs daher nicht, wie es möglicherweise auf einem Album wäre. Aber man kann gut erkennen, daß wir uns eben von Djent über Deathcore zu unserem letztlichen Sound mit Black Metal Einflüssen. „Filth“ ist der letzte Song, den wir geschrieben haben und gleichzeitig unser populärster Song. In diese Richtung wollen wir unseren Sound weiterentwickeln.

Eure Keyboarderin Berna tut uns etwas leid. Mit fünf Typen als einzige Frau in einer Band zu sein, ist bestimmt sehr speziell. Möchte sie unseren Lesern vielleicht erzählen, was sie daran mag und was nicht?

Berna: Da muss ich direkt an etwas denken, was uns kürzlich passiert ist. Ein Veranstalter kam zu uns und wollte uns unsere Armbändchen geben. Alle Jungs bekamen ihr Band, einschließlich unserem Sound-Mann. Dann erst fiel ich auf und wurde gefragt, ob ich etwa auch zur Band gehören würde. Haha. 

Solche oder ähnliche Dinge passieren mir recht häufig – und das mag ich verständlicherweise nicht besonders. Ich vermute, es liegt daran, daß in einer Deathcore-Band Frauen besonders selten sind. Die Leute urteilen schnell und unterschätzen ihren Gegenüber oft.

Aber eigentlich ist genau das auch etwas, das ich liebe. Es kommt eben nicht so oft vor, daß eine Frau in einer Deathcore-Band spielt. Eine der ersten zu sein gefällt mir und ich hoffe, daß wir mehr werden!

Wir möchten den Bildungsgedanken von Musik-Interviews vergrößern. Habt ihr ein dänisches Schimpfwort oder ein Sprichwort, die ihr unseren Lesern beibringen wollt?

Richtige dänische Schimpfwörter benutzen wir eigentlich nicht, das sind eher die klassischen aus Amerika. (Anm. der Red.: „Ach kommt, ihr seid einfach zu nett!“) Aber eine typisch dänisches Sprichwort wäre: “Der er ikke et øje tørt”. Direkt übersetzt heißt das “Es bleibt kein einziges Auge trocken”. Die Bedeutung ist, daß alles seine Ordnung hat und eine Aufgabe komplett und erfolgreich gelöst wurde.

Was wollt ihr zum Abschluß des Interviews noch loswerden?

Danke an Euer Team für die Möglichkeit, uns hier zu präsentieren. Wir sind dabei neue Musik zu schreiben – so lange checkt unsere erwähnte EP auf unserer Bandcamp-Seite aus. Wir haben noch viel vor uns hoffen, neue Hörer zu erreichen! Bis dahin: Bleibt stark, bleibt euch treu und bleibt Metal!

Hanging the Nihilist sind:

Berna Baki – Keyboard
William Ehlert – Bass
Emil Juhl – Schlagzeug
Jon Arent – Gitarre
Casper Hollstein – Gitarre
Giorgio Eternity – Gesang

Hanging the Nihilist bei Facebook
Hanging the Nihilist bei Youtube
Bandcamp Seite

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

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