FIVE FINGER DEATH PUNCH, MEGADETH und BAD WOLVES – Vollbedienung und großes Entertainment

Um das neue Album „F8“ schon im Vorfeld ausgiebig zu promoten, begaben sich Five Finger Death Punch auf einige Deutschland-Dates mit dem wiedergenesenen Megadave (Megadeth) und den Newcomern Bad Wolves, um zu zeigen, dass sie bereit sind, die Zukunft des Metal zu gestalten. Wir waren bei den Abriss-Auftritten der „MegaDeathPunch“-Tour in Frankfurt (Jahrhunderthalle) und in München (Olympiahalle) dabei.

Five Finger Death Punch Festhalle Frankfurt Konzert Live Musik Fotografie

Bad Wolves hatten natürlich das aktuelle Album „N.A.T.I.O.N.“ und den Hit „Sober“ im Gepäck, die erst 2017 gegründete Band wurden hierfür wie auch für die sehr emotionale Version des The Cranberries-Hits „Zombie“ mehr als ordentlich abgefeiert, Stimmung, Publikumsreaktion und Interaktion waren durchweg als Erfolg zu werten, was für eine Vorband von Platzhirschen wie Megadeth und Five Finger Death Punch absolut beeindruckend ist. Kein Wunder also ob der Leistung, dass die Band, die von FFDP-Gitarrist Zoltan Bathory als Manager betreut wird, erneut mit auf Tour genommen wurde.

Entsprechend gut war auch Lichtshow und Sound der Schützlinge, die allesamt keine Neulinge sind und bereits bei Bands wie In This Moment, DevilDriver oder Divine Heresy aktiv waren. Angetrieben vom aufgeheizten Publikum war es besonders Sänger Tommy Vext, der immer wieder Kontakt suchte, sich auch Kilometergeld verdiente und Gitarrist Chris Cain, der durch sein energisches Gitarrenspiel stets ein Blickfang war.

Emotionaler Höhepunkt eines durch und durch gelungenen, kurzweiligen und mitreißenden Auftritts war die Ansage zu „Zombie“, welches als Single erschien und bei der Dolores O’Riordan eigentlich hätte mitsingen sollen. Leider verstarb sie am Tag der Aufnahme. Das Meer der winkenden Arme sollte sie aber, wo auch immer sie gerade ist, gesehen haben. Ein toller Konzertauftakt in beiden Metropolen.

Megadeth hatten in Frankfurt wie auch in München jede Menge Fans im Gepäck, die nur für Megadave vor Ort waren, zumindest ließ die stattliche Anzahl an Bandshirts dies vermuten. Das Set, welches vornehmlich aus alten Klassikern der „Rust In Peace“- und „Countdown To Extinction“-Phase bestand, gestaltete sich als herrlich oldschoolige Thrash-Werksschau ohne die Power-Ballade „A Tout Le Monde“, als ob Megadeth knurrig zeigen wollten, dass sie weder zum alten Eisen gehören und noch weiter mit ihnen zu rechnen ist. Umrahmt von Videoleinwänden mit stimmigen, sozialkritischen Einspielern stapfte Dave Mustaine unter steten Jubel der Fans grimmig über die Bühne, präsentierte sich fit und feuerte eine Thrash-Salve nach der anderen in die Menge. Songs wie „Hangar 18“, „Symphony Of Destruction“, „Holy Wars“, „Dystopia“, „Trust“ oder „Peace Sells“ waren natürlich Stimmungsgranaten beim Publikum, die Euphorie des Auditoriums übertrug sich auf die Band, die extrem spielfreudig und tight wirkte.

Die große Frage war, ob sich Dave Mustaine auch vor dem Publikum zu seinem Gesundheitszustand und der zurückliegenden Krebserkrankung äußern würde (Mitte 2019 wurde bekannt, dass Dave Mustaine an Kehlkopfkrebs erkrankt war und er sich zahlreichen Therapien unterziehen musste). Vom mit Spannung erwartetem Statement blieben besonders folgende Passagen hängen: Als er die Diagnose bekam, war Dave daraufhin „totally pissed and fucked up“, als er nach Hause kam. Er habe in der nächsten Zeit täglich gebetet, nun sei der Krebs weg. Der Sänger beendet seine Rede mit der Aussage „Fuck Cancer“. Entsprechend groß war der Jubel der erleichterten Fans.

Nach einer viel zu kurzen einstündigen Spielzeit mit zahlreichen Klassikern und gestiegener Vorfreude auf das neue Album gab es noch eine ausgiebige Verabschiedung einer dankbaren, noch immer relevanten Band, bei der Dave wohl viele der anwesenden Zuschauer mit den Worten „Ich freue mich, wenn wir uns alle wiedersehen und wir werden uns wiedersehen“ beglückte.

Das emsige Treiben auf der Bühne für die Umbauten des folgenden Auftritts verdeckte eine riesige Stoffplane, die zu Beginn nur die Silhouette von Sänger Ivan Moody im Spotlight zeigte, als die ersten Töne von „Lift Me Up“ ertönten, fiel der Vorhang und offenbarte den gigantischen Bandschädel, Podeste und allerlei Showrequisiten. Von Pyros, Konfettieregen, Laser bis hin zu Stehlampe und Couch boten FFDP alles, was eine abwechslungsreiche, fette Show, großes Entertainment und Begeisterung ausmacht.

Mit dem energischen Start-Trio „Lift Me Up“, „Wash It All Away“ und „Troubles“ hatte die Band von der ersten Sekunde an das Publikum im Griff, poste, was das Zeug hält und animierte mit Gesten, Blicken und Liebesbekundungen die Fans, das Energielevel der Band selbst zu halten. Nachdem Gitarrist Jason Hook die Tour aufgrund einer vorangegangenen Gallenblasen-OP abbrechen musste, wurde er von Andy James (Ex-Sacred Mother Tongue/Fields Of The Nephilim) ersetzt, der sich harmonisch in das Gesamtbild einfügte und die Wucht, mit der die Band ihre Hymnen und Klassiker darlegte, mittrug.

Laserprojektionen, Lichtspiele an der Decke, goldene Konfetti-Fontainen und stimmige Flammenspiele sorgten neben der ohnehin schon optisch beeindruckenden Band für zusätzliche Abwechslung, die neben der gelungenen, abwechslungsreichen Setlist für zusätzliche Kurzweile sorgte.

Ruhige Momente neben dem Breitwand-Sound gab es etwa mit „Wrong Side Of Heaven“, als Ivan Moody alleine auf der Bühne stand und das Lied A cappella sang, wobei er das Publikum animierte, mitzusingen. Ähnlich stimmig war auch das Wohnzimmerflair mit Couch und Stehlampe, bei dem FFDP es musikalisch ebenso ruhig angehen ließen.

Der extrem starke Eindruck der Band, die in der Vergangenheit aufgrund von Suchtproblematiken ins Schleudern geriet, zeigte sich auf in der Offenheit, mit der Sänger Ivan seinen Alkoholismus thematisierte: „Chris (Kael, Bass) und ich sind seit zwei Jahren „sober“ (engl.: „nüchtern“, trockene Alkoholiker). Gibt es Leute hier im Saal, die nüchtern sind? Du? Ja, wie lange? 2 Stunden? Fuck ya! Hey Chris, hier ist einer seit zwei Stunden nüchtern!“

Unvergesslich dürfte nicht nur den anwesenden Fans die Tour bleiben, sondern jeweils auch den beiden jungen Besuchern in der ersten Reihe: Der heftig genutzte und malträtierte Baseballschläger, den Ivan Moody bei sich hatte, bekamen zwei Nachwuchsanhänger als Andenken geschenkt.

Nicht nur deswegen präsentierten sich FFDP als fannahe Band, sondern aufgrund der Spielfreude, Bühnenpräsenz und Show als absolute Macht, die wohl in Zukunft einer der großen Headliner im Metalzirkus wird/bzw. schon ist und diesen Status weiter ausbaut.

Fotos: Ingo Gießmann & Andreas Voßeler

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