Fire Garden

Far And Near

Zeeshan „Zee“ Baig ist ein Multitalent. Der in Chicago geborene Amerikaner ist Sänger, Songwriter, Texter und Gitarrist und Gründungsmitglied von Fire Garden. Mit diesem Bandprojekt veröffentlichte Zee Baig vor gut vier Jahren eine EP und zwei Jahre später das Album „Sound Of Majestic Colours“. Der Musiker wurde nach eigener Aussage von Bands wie Dream Theater, Pink Floyd, King Crimson, Opeth und Porcupine Tree beeinflusst. Das ließt sich wie ein Who’s Who des Prog-Rocks, und wenn dann noch der Spock’s Beard-Drummer Jimmy Keegan am Schlagzeug Platz nimmt und Jordan Rudess von Dream Theater als Gastmusiker in die Tasten haut, darf man mehr als nur gespannt sein auf den neuen Output von Fire Garden.

Schon beim eröffnenden Titelsong kommen Spannung und Vorfreude auf. In nur zwei Minuten werden jede Menge Gefühl und Emotionen gepackt, und die Spannung auf das folgenden Album wird gekonnt geschürt. Zee und seine Band halten Spannung und Abwechslung über die gesamte Laufzeit der Scheibe, wandeln musikalisch irgendwo zwischen all ihren oben genannten Vorbildern, aber auch modernen Bands wie Enchant mögen als Inspiration gedient haben. Stilistisch bewegt sich Zee Baig zudem zwischen klassischem Retro-Prog und modernen intensiven Riffs aus der Metal-Fraktion.

In ‚Life Of A Drifter‘ darf der musikalische Gast Jordan Rudess sein ganzes Können entfalten und legt ein fulminantes Keyboard-Solo hin, das wieder einmal zeigt, welch begnadeter Musiker hier am Werk ist. Mit ‚Diary Of The Blood Moon‘ gibt es am Ende noch einen fast 11-minütigen Longtrack, der sich wohlig in warmen Prog-Gewässern suhlt und wieder einmal mit eindringlichen Duellen zwischen Keyboard und Gitarre überzeugt. Diese sorgen auch bei den längeren Titeln dafür, dass keine Sekunde Langeweile aufkommt. Dabei überzeugt Fire Garden auch ohne Gesang, wie der instrumental gehaltene Song ‚A Thousand Lost Souls‘ zeigt, der mit zurückhaltenden Gitarren und sphärischen Pianoklängen für mächtig Atmosphäre sorgt.

Spannend, abwechslungsreich, modern, dann wieder retro: „Far And Near“ ist ein Prog-Kleinod geworden, das sowohl aus der Ferne als auch bei näherer Betrachtung absolut begeistert.

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