Steve Walsh

Black Butterfly

  • Artist: Steve Walsh
  • Album: Black Butterfly
  • Label: Escape Music
  • Release: 2017-11-10
  • Medium:
  • Bewertung:3+

Hm, also grundsätzlich gibt es an der neuen Steve Walsh-Scheibe „Black Butterfly“ nicht viel zu mäkeln – sofern man auf klassischen Spätachtziger-AOR steht. Zusammen mit Tommy Denander (u.a. Radioactive) hat der Ex-Kansas-Frontmann hier eine echt ordentliche Scheibe abgeliefert, die jeden Fan von Alben wie „Too Hot To Sleep“ (Survivor) oder „Take A Deep Breath“ (Brighton Rock) durchaus ans Herz gelegt werden kann – auch wenn qualitativ natürlich noch ein gutes Stückchen fehlt, um sich mit den erwähnten Hammer-Scheiben messen zu können.

Weshalb das Ganze dennoch ein „Geschmäckle“ hinterlässt, ist die Tatsache, daß man sich des Gefühls nicht erwehren kann, daß Steve hiermit nicht unbedingt allzuviel zu tun gehabt hat. Zwar wird er bei immerhin neun der zwölf Songs als Co-Autor aufgeführt, doch von seiner kompositorischen Handschrift, die bei Kansas, Streets und seinen Soloalben prägend war, ist schlicht gar nichts zu hören, das Ganze klingt wie ein typisches Tommy-Denander-Album, zu dem Walsh die Vocals beigesteuert hat. Oder zumindest einen Großteil. Denn auf drei Songs (ein weiteres ist ein Duett) singt statt Steve ein gewisser Jerome Mazza. Der klingt in Timbre und Stimmlage ziemlich exakt wie der junge Steve Walsh, so daß es ungeübten Ohren eventuell gar nicht auffällt, daß Steve hier gar nicht beteiligt ist. Hört man die teils recht gepressten Parts, die Steve beispielsweise in ‚The Piper‘ eingesungen hat, ist es schwierig, dahinter nicht zynisches Kalkül zu vermuten, ganz nach dem Motto, den Unterschied merkt doch eh kein Schwein.

Das ist natürlich eher unsympathisch und gibt ein wenig das Gefühl, nun ja, verarscht zu werden. Wenn jemand so objektiv ist, darüber hinweg sehen zu können, darf er gerne eine ganze Note besser denken, aber dem Rezensenten fehlt schließlich für ein Steve-Walsh-Album die Essenz von Walsh. Trotz durchaus gelungener (wenngleich unspektakulärer) Songs und weitgehend überraschend ordentlicher Gesangsleistung von Steve bleibt also so nur eine gute Drei übrig.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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