FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD – Die Kunst des Albums

BMG führt am 27.Oktober seine „The Art Of The Album“-Reihe fort – mit einem Release, der wie nur wenige Andere das Format Album in den Achtzigern neu definiert hat: der Frankie Goes To Hollywood-Meilenstein „Welcome To The Pleasuredome“.

Unter der Regie von Produzent Trevor Horn, der auch als Musiker bei The Buggles, Yes und Art Of Noise aktiv war, wurde aus dem Glam-infizierten Popsound der Band ein unkonventionelles Elektro-Funk-Prog-Pop-Gemisch, das sämtliche Genregrenzen sprengte und vollkommen zurecht zu einem der erfolgreichsten und prägendsten Alben der Achtziger wurde. Gastauftritte der beiden Yes-Gitarreros Steve Howe (auf dem dreizehnminütigen Titelsong) und Trevor Rabin sowie des Comedians Chris Barrie („Arnold Rimmer“ aus der britischen SciFi-Kultshow Red Dwarf), aufwändige Orchesterarrangements von Anne Dudley sorgten dafür, daß musikalisch alles im Lot war, und die unerhörte Tatsache, daß sowohl die Doppel-LP als auch die MC als auch die CD jeweils unterschiedliches Tracklisting und Mixes enthielten, inklusive jeweils dem Format exklusiv vorbehaltener Versionen, sowie eine clevere Promokampagne sorgten dafür, daß das Album zum Crossover-Hit wurde – und Mitte der 1980er jeder über FGTH sprach.

Für ein albumorientiertes Gesamtkunstwerk eher ungewöhnlich beinhaltete „Welcome To The Pleasuredome“ mit ‚Relax‘, ‚Two Tribes‘ und ‚The Power Of Love‘ auch drei UK-Nummer-1 Singles – in Deutschland immerhin zwei. Die Lyrics trafen das Lebensgefühl der Zeit ebenso wie die Musik: Sex, Liebe, und ein möglicher Atomkrieg dominierten die Lyrics von „Welcome To The Pleasuredome“, so wie sie gleichermaßen auch in den Köpfen junger Menschen auf der ganzen Welt gewesen sein konnten. Der homoerotische Text von ‚Relax‘ führte zu Aufführungsverboten in der BBC… welch‘ eine wunderbare, kostenlose Promo!

Ab 27. Oktober gibt es also für alle, die diesen Meilenstein der Popgeschichte noch nicht im Regal haben, die remasterte Neuversion in der „The Art Of The Album“-Reihe auf CD und Doppel-Vinyl. Die Liner Notes für diese Ausgabe schrieb der The Guardian-Autor Paul Flynn.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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