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Neal Morse Band - Beobachtungen eines großen Experiments

The Grand Experiment lautet der Titel des aktuellen Albums der Neal Morse Band. Und ein Experiment ist es in der Tat, da die Songs ohne vorheriges Songwriting direkt im Studio entstanden sind. Im Rahmen der Alive Again-Tour präsentierte der amerikanischer Prog-Rocker, der in den 90ern mit seiner Band Spock's Beard bekannt wurde und neben seiner Solo-Arbeit in Bands wie Flying Colors oder Transatlantic singt und spielt, nun sein Können in Hamburg. Man durfte gespannt sein, was für ein Experimentaufbau in der Markthalle auf die Fans warten würde: Schwarzmagisches Hexenhandwerk? Wohl kaum, dann Neal Morse ist ja bekennender Christ und verbreitet auf seinen Konzerten gerne die Botschaft des Herrn, ohne dabei aber zu aufdringlich zu werden. Wissenschaftliche Experimentierkunst? Nun, Progressive Rock ist mit seinen unzähligen Rhythmus- und Tempiwechseln und komplexen Songstrukturen sicher eine Wissenschaft für sich. Aber seelenlose Musik nach Formeln war es auf keinen Fall, die den Hamburger Fans das breite Grinsen auf die Gesichter lockte. Nein, eigentlich bestand das Experiment lediglich aus guter Laune, völliger musikalischer Hingabe und einem gelungenen Abend im Zeichen grandioser Musik.


Aber ganz von vorne. Die Hamburger Markthalle direkt gegenüber des Hauptbahnhofs ist an diesem Freitagabend mit über 1100 Musikfans sehr gut gefüllt, wenngleich auch nicht restlos ausverkauft. Ein paar Kurzentschlossene haben so das Glück, auch an der Abendkasse noch Tickets ergattern zu können. Heute steht verschachtelter Progressive Rock auf dem Programm, und entsprechend gehört das Publikum im Durchschnitt auch der Ü40-Kategorie an. Man trägt Marillion- und Steven Wilson-Shirts, plaudert noch ein wenig und sehr gesittet über Musik und harrt der Dinge, die da heute kommen sollen. Präzise wie ein Uhrwerk geht es auch um Punkt 20.00 Uhr los, als das schwedische Quartett Beardfish die Bühne betritt. Die Band, welche live von einem zweiten Keyboarder als fünften Mann unterstützt wird, präsentiert unter anderem ihr aktuelles Album +4626-COMFORTZONE. Die Musik wird vom Gesang und Keyboardspiel Rikard Sjöbloms dominiert, der heute stimmlich bestens aufgelegt ist und schon früh für gute Laune und ein fleißig mitklatschendes Publikum sorgen kann. Und so vergeht die knappe Stunde, die Beardfish heute den Anheizer spielen dürfen, wie im Flug.

Nach einer halben Stunde Pause ist es dann soweit: Neal Morse und seine Band eröffnen das Konzert mit dem a cappella- Intro von 'The Call', der auch das aktuelle Album einleitet: 'Leave it all behind you / try to let it go / free the chains that bind you / let your heart go and follow the call'. Es scheint, als habe sich der sympathische Musiker tatsächlich von sämtlichen Ketten befreit, denn was in den nächsten zweieinhalb Stunden geboten wird, wirkt in der Tat entfesselt und voll von purer Spielfreude. Die Neal Morse Band ist hochkarätig besetzt: Am für seine Verhältnisse kleinen Schlagzeugset mit nur einer Basedrum und einer noch halbwegs überschaubaren Zahl von Trommeln und Becken sitzt niemand anderes als Mike Portnoy (ex Dream Theater, Transatlantic, The Winery Dogs).

Der Ausnahme-Schlagzeuger war vor wenigen Tagen noch schwer erkrankt. Davon ist keine Spur mehr zu sehen, und er spielt sich heute Abend wieder einmal die Seele aus dem Leib und springt dabei hinter seinem Set herum, als sei der Teufel hinter ihm her (ach nein, bei den teilweise christlichen Texten, die Neal Morse vorne voller Inbrunst ins Mikro schmettert, kann das ja gar nicht sein!). Zwischendurch präsentiert Portnoy immer wieder einmal die Kunst des Drumstick-Jonglierens oder veranstaltet sonstige Späße mit seinem Set und dem Zubehör.

 

Während Neal Morse abwechselnd Gitarre oder Keyboard spielt und dazu in sein Headset singt, leisten Eric Gillette an der Gitarre und Randy George am Bass ebenfalls hervorragende Arbeit an ihren Instrumenten. Das Quintett wird vervollständigt durch Bill Hubauer an einem zweiten Keyboard, auf dem er im Verlauf des Abends noch ein kleines aber feines Solo präsentieren darf. Neal Morse begrüßt die Hamburger und läutet mit dem dritten Song das "Große Experiment" ein. Der Titeltrack des neuen Albums ist ein wahrlicher Ohrwurm und wird von der Menge auch entsprechend begeistert mitgesungen. Generell macht das Publikum einen äußerst textsicheren Eindruck. Zwei Songs aus Spock's Beard Zeiten stehen ebenfalls auf dem Programm. 'Harm's Way' und 'Go The Way You Go' werden durch ausgedehnte Gitarrensoli zu einem epischen Gesamtkunstwerk gestreckt, bei dem jedem Musiker prog-typisch viel Raum für Soli und Entfaltung eingeräumt wird.



Zwischendurch stellt Mike Portnoy fest, dass man ihm doch keinen Mikrofonkanal öffnen solle, da er sonst pausenlos reden würde. Ganz so schlimm ist es mit dem Gerede aber gar nicht. Der Schlagzeuger bedauert lediglich, dass die Tour schon in Kürze endet. Die Band räumt die Bühne und lässt Neal Morse mit der Akustikgitarre allein im Spotlight zurück. "Wenn Neal Morse ein Akustikset spielt, ist das wie bei Forrest Gump und seiner Pralinenschachtel", hat uns Mike Portnoy eben noch erklärt. "Man weiß nie, was man bekommt." Heute bekommen wir in diesem Fall 'Rose Colored Glass' in einer sehr intimen Version und einen Ausschnitt aus dem Transatlantic Song 'The Whirlwind' auf seiner Gitarre. Schließlich stimmt die Band wieder mit ein, und in einer kleinen Jam-Session folgt der aktuelle Titel 'Waterfall'.

 

Bei 'In The Fire' überrascht Bill Hubauer mit einem Saxophon. Das große Finale des heutigen Experiments besteht aus 'Alive Again', dem halbstündigen Highlight der aktuellen Platte. Und hier zieht die Neal Morse Band noch einmal alle Register ihres Könnens. Es wird zudem deutlich, welche großartigen Musiker da auf der Bühne stehen, denn im Verlauf des Songs geht ein fröhlicher Ringtausch von statten. Es beginnt damit, dass Neal Morse zu Mike Portnoy hinter das Schlagzeug steigt. Nach ein paar gemeinsamen Beats wird es Portnoy dort zu eng, und er schnappt sich von Randy George den Bass. Eric Gillette verdrängt Bill Hubauer von den Tasten, dafür schnallt sich der Bassist mal die Gitarre um. Schließlich übernimmt Gillette von Morse die Drums, der wiederum jetzt mal den Bass zupft. Das alles klingt perfekt (wie überhaupt der Sound an diesem Abend ganz hervorragend ist) und macht nicht nur den Musikern großen Spaß. Zum Schluss hat aber jeder sein eigenes Instrument zurück erobert. Das Publikum dankt es mit frenetischem Applaus, und so stimmt die Band ein ausgedehntes Zugaben-Medley an. Hierbei legt Morse den Schwerpunkt auf seine christlichen Songs und verwandelt die Hamburger Markthalle in eine Gospel-Kirche. In einem langen Medley verwebt er fünf Titel zu einem hymnischen Rock'n'Roll-Finale. Währenddessen springt er nicht nur energetisch auf der Bühne herum, sondern nutzt die Gelegenheit auch, mit seiner Gitarre eine Runde durch die Menge zu drehen.

 

Es gibt Handschläge und Küsschen für das Publikum in der ersten Reihe, bevor Morse im mitsingenden Volk verschwindet und auch mit den Zuschauern in den hinteren Reihen auf Tuchfühlung geht. Rechtzeitig zu 'King Jesus' steht der Musiker wieder bei seinen Kollegen vorn und verabschiedet sich mit herzlichen Worten und am langen Arm hochgereckter Gitarre von seinen Fans. Es ist schon kurz vor Mitternacht, als dieser gelungene Konzertabend sein Ende findet, und es ist den Besuchern anzusehen, wie sehr sie diesen musikalischen Versuchsaufbau genossen haben: Experiment gelungen - Versuchskaninchen (Publikum) schwer begeistert.


Setlist Beardfish:
Hold On
Comfortzone
Coup De Grace
If We Must Be Apart
Ludvig & Sverker

Setlist Neal Morse:
The Call
Leviathan
The Grand Experiment
Harm's Way / Go The Way You Go (Spock's Beard)
Keyboard-Solo / The Creation
Rose Colored Glass / The Whirlwind (Ausschnitt)
Waterfall
Guitar-Solo / In The Fire
Alive Again

Rejoice / Oh Lord My God / Jet / Reunion / King Jesus

Bericht und Fotos: Michael Buch (www.bluecobalt.de)

Eine vollständige Fotostrecke zum Konzert findet Ihr auch auf unserer Facebook-Seite.


 

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Michael
© 03/2015 whiskey-soda.de
 


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