THUNDER mit neuem „Greatest Hits“-Paket

Na, wird ja auch mal wieder Zeit!

Wo andere Bands den Markt mit Compilations nur so überschütten, gab’s von den Briten Thunder seit der 1995 veröffentlichten „Their Finest Hour… And A Bit“ und der 2009 veröffentlichten „The Best Of Thunder“ kein offiziell von der Band abgesegnetes Best-Of-Werk mehr. Und beide sind – klar! – heuer vergriffen. „The Greatest Hits“, das am 27. September über BMG erscheint, hat somit natürlich absolut seine Berechtigung – und mit dem bislang als Studiotake unveröffentlichten Led-Zeppelin-Cover ‚Your Time Is Gonna Come‘ und einer limitierten Bonus-Live-Disc gibt’s auch Schmankerl für harte Fans.

Die Band hat im Laufe ihrer mittlerweile dreißigjährigen Karriere schließlich schon so manches Highlight veröffentlicht. Die Wurzeln der Band gehen allerdings nochmal ein paar Jahre zurück ins Jahr 1981 – da erschien nämlich die einzige Single einer unbekannten und obskuren britischen Hardrock-Band namens Nuthin‘ Fancy, auf der erstmals die Thunder-Köpfe Luke Morley (gtr) und Danny Bowes (voc) gemeinsam zu hören waren. Kurz darauf gründeten die beiden die Band Terraplane, die ein gutes Stück poppiger und mainstreamiger als Nuthin‘ Fancy agierte und zwei Alben beim Majorlabel Portrait, welches in den frühen Achtzigern unter anderem die Hits und Alben von Cyndi Lauper und Sade, aber auch Heart, FM und Uriah Heep veröffentlichte. Mit der Gründung von Terraplane fand sich auch das dritte Thunder-Urgestein, Drummer Harry James, ein, und auch Gitarrist/Keyboarder Ben Matthews gehörte bereits in späten Terraplane-Tagen zur Band.

Den Wechsel von Terraplane zu Thunder hatte nicht zuletzt ex-Duran-Duran-Gitarrist Andy Taylor zu verantworten, der – aus eigener Erfahrung – der Band dazu riet, auf ihr Herz zu hören und ihren Rock’n’Roll-Wurzeln zu folgen. Also resultierten aus den von Taylor produzierten Terraplane-Demo-Sessions die Aufnahmen für’s erste Thunder-Album „Backstreet Symphony“, das die Band zumindest in ihrer Heimat sofort in die erste Reihe der Rockbands beförderte. Auf dem 1989er Monsters Of Rock in Donington stahlen sie als Opener (!) dem kompletten Rest des Festivals die Show – und darunter befanden sich immerhin Bands wie Whitesnake und Aerosmith! Das zweite Album „Laughing On Judgement Day“ (1991) konnte den Erfolg des Vorgängers noch ausbauen, mit dem zeitgemäß düsteren „Behind Closed Doors“ (1994) verschreckten Thunder allerdings viele Anhänger, die daraufhin das fantastische traditionelle Hardrock-Album „The Thrill Of It All“ und das ruhigerem, aber ebenfalls exzellente „Giving The Game Away“, die beide beim kleineren Castle-Label erschienen, glatt verpassten. Den Ruf als großartige Liveband haben Thunder nie verloren, auch wenn Mitte der 1990er der kommerzielle Erfolg wie bei vielen traditionellen Hardrockern ins Wanken geriet und die Band sich schließlich 2000 zum ersten Mal mit einer Abschiedstour trennte. Nur drei Jahre später allerdings kehrten Thunder mit dem selbstfinanzierten „Shooting At The Sun“ zurück und veröffentlichte in den Folgejahren neben einer ganzen Latte an EPs, Livealben und Singles auch die exzellenten Alben „The Magnificent Seventh“ (2005), „Robert Johnson’s Tombstone“ (2006) und „Bang!“ (2008). Als die Band sich 2009 erneut auflöste, dauerte es bis zur Reunion diesmal gar nur zwei Jahre, und mit „Wonder Days“ und „Rip It Up“ haben Thunder 2015 und 2017 zwei weitere feine Alben voller feinster Rock’n’Roll-Kost vorgelegt.

Dieses Jahr veröffentlichte die Band das Akustik-Album „Please Remain Seated“, und für 2020 ist breits ein neues Studioalbum angekündigt. „The Greatest Hits“ ist also ein willkommener Startpunkt für alle, die die Briten bislang noch nicht oder lange nicht mehr auf dem Schirm hatten.

Die Tracklist:

CD 1

  • Dirty Love (von „Backstreet Symphony“, 1989)
  • Love Walked In (von „Backstreet Symphony“, 1989)
  • She’s So Fine (von „Backstreet Symphony“, 1989)
  • A Better Man (von „Laughing On Judgement Day“, 1991)
  • Backstreet Symphony (von „Backstreet Symphony“, 1989)
  • Low Life In High Places (von „Laughing On Judgement Day“, 1991)
  • River Of Pain (von „Behind Closed Doors“, 1993)
  • Like A Satellite (von „Laughing On Judgement Day“, 1991)
  • Stand Up (von „Behind Closed Doors“, 1993)
  • Living For Today (von „The Thrill Of It All“, 1997)
  • Love Worth Dying For (von „The Thrill Of It All“, 1997)
  • Just Another Suicide (von „Giving The Game Away“, 1999)
  • All I Ever Wanted (von „Giving The Game Away“, 1999)
  • Gimme Shelter (Non-Album-Single 1993)

CD 2

  • I Love You More Than Rock N Roll (von „The Magnificent Seventh“, 2005)
  • Loser (von „Shooting At The Sun“, 2003)
  • I’m Dreaming Again (von „The Magnificent Seventh“, 2005)
  • The Devil Made Me Do It (von „Robert Johnson’s Tombstone“, 2006)
  • On The Radio (von „Bang!“, 2008)
  • The Rain (von „Wonder Days“, 2015)
  • Wonder Days (von „Wonder Days“, 2015)
  • Rip It Up (von „Rip It Up“, 2017)
  • In Another Life (von „Rip It Up“, 2017)
  • Right From The Start (von „Rip It Up“, 2017)
  • The Thing I Want (von „Wonder Days“, 2015)
  • Future Train (von „Please Remain Seated“, 2019)
  • Low Life In High Places (von „Please Remain Seated“, 2019)
  • Your Time Is Gonna Come (bislang unveröffentlicht, 2019)

 

CD3 (Bonus Disc, alle „Live 2019“ und bislang unveröffentlicht)

  • Bigger Than Both Of Us
  • Serpentine
  • She’s So Fine
  • Blown Away
  • River Of Pain
  • Stand Up

Leider nicht auf dem Album enthalten, aber dennoch ein Geheimtipp für die Whiskey-Soda-Leser ist die Thunder-Fassung des Queen-Klassikers ‚Hammer To Fall‘ – zu finden auf dem nur über die Band-Website veröffentlichten und längst vergriffenen „The Xmas Show 2012“. Bitteschön!

Foto: Jason Joyce

Quelle: Starkult

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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