Rust On The Rails

Talisman

  • Artist: Rust On The Rails
  • Album: Talisman
  • Label: Eigenproduktion
  • Release: 2017-01-10
  • Medium:
  • Bewertung:2

Wer schon immer mal wissen wollte, wie es wohl klingt, wenn man australischen und amerikanischen Roots-Rock mixt, wenn funkige Didgeridoos auf bluesige Southern-Rock-Gitarren treffen, dem sei „Talisman“ empfohlen, das Debütalbum von Rust On The Rails.

So verrostet wie ihr Name sind die Jungs auf keinen Fall. Hier sind nämlich „alte Hasen“ am Werk. Frontmann Cody Beebe stammt aus dem amerikanischen Nordwesten und ist mit seiner Band Cody Beebe & The Crooks bekannt geworden, mit der er auch durch Europa getourt ist. In Seattle traf er den aus Australien eingewanderten Gitarristen Blake Noble. Auf einem Festival beschlossen die beiden Musiker, ein gemeinsames Projekt aus der Taufe zu heben. Sie holten den Bassisten Erin Miller und den Schlagzeuger Chris Lucier mit ins Boot, die beide schon für Beebe und Noble gespielt hatten, und schnell war Rust On The Rails geboren. Die Band beschreibt ihren Stil als „American Aussie Roots“, und das passt ganz gut. Erwartet man beim simplen Albumcover und beim Titel der Scheibe noch ein waschechtes Southern-Rock-Album, überrascht schon direkt vom Start weg das Didgeridoo. Das amerikanische Quartett verschmilzt gekonnt Blues, Funk und Folk mit kernigem Rock. ‚Every Little Thing‘ mit seinen australischen Folk-Untertönen und den rauchigen Vocals transportiert den Hörer in die weite und staubige Wüste. Ob diese nun in Australien oder im amerikanischen Westen liegt, mag jeder selbst entscheiden.

Soul meets Rock, hin und wieder gibt’s ein paar Streicher zur Untermalung, die niemals in den Kitsch abdriften, und zwischendurch darf es beim Song ‚Far Cry‘ sogar ziemlich funkig werden. Rust On The Rails setzen sich durch ihre außergewöhnlichen Instrumentierungen und einen spannenden Stilmix von der Menge ähnlicher Southern-Rock-Bands ab. Sie sind nicht so treibend und laut wie viele ihrer Kollegen, überzeugen vielmehr gerade auch bei den ruhigeren intimen Momenten, wirken dabei immer lässig und entspannt. Sie debüttieren mit einem wunderbar relaxten Album. Aber wie gesagt, so ein richtiges Debüt ist das eigentlich gar nicht. Wo auch immer diese verrosteten Schienen hinführen mögen – sie glänzen und lassen die Rock-Räder beständig surren.

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