The Dead Daisies

Live & Louder

  • Artist: The Dead Daisies
  • Album: Live & Louder
  • Label: Spitfire / Spv
  • Release: 2017-05-19
  • Medium:
  • Bewertung:1

Für The Dead Daisies hat sich seit dem Einstieg von Ex-Whitesnake-Gitarrist Doug Aldrich eine ganze Menge geändert. Nicht nur hat die Band mit „Makin‘ Some Noise“ ihr bis dato erfolgreichstes und homogenstes Album veröffentlicht, sondern in der Folge auch kräftig den Arsch abgetourt und, wohl am Wichtigsten, endlich mal das Lineup für mittlerweile immerhin anderthalb Jahre (toi, toi, toi) stabil gehalten. Ein Livealbum als Zwischenstop macht da definitiv Sinn – speziell wenn es so launig wie „Live & Louder“ ausgefallen ist.

Die Setlist konzentriert sich natürlich auf die beiden Alben mit John Corabi am Mikrofon, das Debüt ist lediglich mit ‚Lock’n’Load‘ vertreten. Dabei ist durchaus beeindruckend, wie sehr sich Songs wie ‚Mexico‘, ‚Long Way To Go‘ oder ‚Something I Said‘ bereits wie langjährig vertraute Klassiker anfühlen, obwohl sie doch erst ein, zwei Jahre auf dem Buckel haben. Als Hardrockfan mit Neigung zu den Siebzigern, Grand Funk Railroad, Aerosmith, Molly Hatchet und Bad Company hat man in den letzten Jahren zwar jede Menge neuer Bands gefunden, aber die zeitlose Qualität des All-Star-Kollektivs um David Lowy haben die wenigsten erreicht. Die Songs wurden zwar während verschiedener Shows mitgeschnitten, dank des ziemlich perfekten Mixes jedoch bemerkt man das ausschließlich an den mal London, mal Wien gewidmeten Ansagen. Die Angewohnheit der Band, eine ganze Menge Coversongs in ihrem Set unterzubringen, wird auch hier zelebriert. Natürlich mag der Eine oder Andere darüber die Nase rümpfen, und mangelnde Kreativität unterstellen. Andererseits kann man sich aber auch einfach an dem Enthusiasmus der Band erfreuen, die Klassiker ihrer Jugend wie ‚Join Together‘ (The Who), ‚We’re An American Band‘ (Grand Funk Railroad) oder ‚Helter Skelter‘ (The Beatles) mit jeder Menge Verve und Energie raushaut und dabei das Kunststück vollbringt, ihr eigenes Material im Direktvergleich immer noch nicht abstinken zu lassen. Selbst Doug Aldrich entdeckt da den Rock’n’Roller in sich, hält sich mit dem High Tech-Gedudel erfreulicherweise zurück und läßt es einfach ordentlich und banddienlich (!) krachen.

Wer die Band im letzten Jahr selbst gesehen hat, weiß natürlich, wieviel Spaß und Spielfreude die Jungs versprühen, und die wurde trotz verdächtig perfekten Sounds auch tatsächlich absolut mitreißend auf „Live & Louder“ festgehalten. Und darum geht’s ja bei einem Livealbum, im Endeffekt ist es ja auch völlig wurscht, was wo nachgebessert wurde, wenn das Flair erhalten bleibt. „Live & Louder“ ist der perfekte Soundtrack für den beginnenden Sommer und eine gute Alternative für die, die sich bislang noch nicht zum Kauf einer Studioscheibe der Band entscheiden konnten.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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