Kennt ihr schon … BOBBY KELLER?

Sie zieht sich durch die Rockmusik wie ein Roter Faden. Die Gitarre. Vom klassischen Rock bis zum extremsten Metal, das Saiteninstrument begeistert jeden. Meister des Instruments sind die Helden des Rock, und es gibt jede Menge von ihnen. Die ganz Großen, die mit ihren Bands Legenden wurden. Die Helden des Undergrounds, die soliden Mittelschicht-Arbeiter, die ihren Job machen und die Nachwuchshelden. Genau einen solchen haben wir mal wieder für euch ausgebuddelt. Bobby Keller ist ein Axtmann wie er im Buche steht, und hat in letzter Zeit in einschlägigen Gitarrenmagazinen für Aufsehen gesorgt! Wir haben mit dem bisher weitgehend unbekannten Amerikaner gesprochen und stellen ihn euch vor.

Whiskey-Soda: Hey Bobby, kürzlich habe ich das zunächst unscheinbare Video von deiner europäischen Promo-Agentur angeklickt – und es geliebt! Dein musikalischer Stil, dein Gitarrenspiel, deine Power, dein persönlicher Style, die Landschaft, die Videos. Und ich dachte mir: Wer ist dieser Typ und Warum habe ich noch nie was von ihm gehört? Kannst du unsere Leser und mich erleuchten?

Bobby Keller: Danke für das Kompliment, hat mich riesig gefreut! Für die von euch, die mich noch nicht kennen: Ich heiße Bobby Keller und bin ein Gitarren-Solist, der rein instrumentale Musik macht. Ich habe 2009 angefangen, Gitarre zu spielen und seit 2014 betätige ich mich professionell mit der Musik. Momentan bin dabei, mein Debüt-Album «Reign in Fire» zu produzieren. Bisher habe ich drei Singles als Video veröffentlicht: Den Titeltrack, «Light Bearer» und «Perpetual Dreams». Neben der Musik liebe ich Horror-Filme, gutes Essen und meinen Hund.

WS: In der Pressemeldung zu deinem neuesten Video, «Perpetual Dreams» steht, daß es in dem Song darum geht, seinen Träumen nachzujagen und daß das Fluch und Segen gleichermaßen sein kann. Das trifft generell auf jede Person zu, aber möchtest du etwas darüber sagen, was damit ganz persönlich und ganz aktuell aus deiner Sicht gemeint ist? Deine Songs sind ja rein instrumental, d.h. man kann nicht in deinen Texten nachlesen.

BK: Die Idee zu dem Song kam von dem Gedanken, daß jeder von uns jeden Tag seinen ganz persönlichen Träumen oder Zielen nachjagt. Die Anstrengung, Träume Wirklichkeit werden zu lassen, kann aber auch in Schwierigkeiten und Katastrophen münden. Darum beginnt der Song wie er beginnt, geht dann in den dramatischen Breakdown über und endet mit dem akustischen Teil. Diese drei Teile repräsentieren unterschiedliche Aspekte dieser Anstrengung: Die Energie oder Entschlossenheit zu Beginn, die Probleme im dramatischen Mittelteil und der akustische, triumphale Teil das Erreichen des Ziels. Weil es in meiner Musik keinen Gesang gibt, versuche ich mit der Gitarre und den Songstrukturen die Gefühle auszudrücken, um die es mir geht. Das Lied ist zudem meinem Vater gewidmet, der 2015 verstorben ist.

WS: Lass uns noch über die beiden anderen Singles sprechen. Das Video zum Titeltrack «Reign in Fire» scheint als eine Art Gegenpart in der Wüste zu spielen, während «Perpetual Dreams» in den verschneiten Bergen Colorados aufgenommen wurde. Das Video und bestimmte Einstellungen erinnern teils an die Filme «Desperado» und «El Mariachi» von Robert Rodriguez. War das Absicht oder Zufall und fühlst du dich denn auch als verlorener Einzelgänger, der allein mit seiner Gitarre durchs Leben geht?

BK: «El Mariachi» war tatsächlich die Inspiration für «Reign in Fire»! Es wurde von meinem Freund Adam Arnali verwirklicht, der Filmregisseur ist. Die Idee kam von ihm, weil es mein Solo-Debüt war. Er lebt in Los Angeles und die Wüste ist nicht sehr weit, so daß das einfach umzusetzen war. Wir haben das Video um die Zeit der bekannten NAMM Convention gedreht, kurz bevor 2020 die Pandemie zuschlug. Das hat dann letztlich gut gepasst mit den Aufnahmen an den verschiedenen Locations und so haben wir es einfach gemacht! Es war eine der großartigsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe. Nicht einfach nur die Aufnahmen, sondern auch da oben auf dieser einsamen Klippe zu stehen und auf die Wüste hinunterzublicken. Das war erhaben und furchteinflössend zugleich (lacht).

WS: Du hast einen sehr interessanten, kraftvollen Stil, vereinfacht könnte man sagen, daß du gitarrenlastigen Instrumental-Metal spielst. Möchtest du was zu deinen Vorbildern als Gitarrist und Musiker erzählen?

BK: Meine größten Vorbilder oder Helden sind Eddie Van Halen (Long Live the King), Dimebag Darrell, Gary Moore, Joe Satriani oder Jimi Hendrix – um nur einige zu nennen. Dann gibt es natürlich Bands wie Metallica, Iron Maiden, Judas Priest oder Motörhead, die haben mich definitiv zur Musik gebracht. Ich bin auch ein großer Fan vom 80er-Hair-Metal! Was mir sehr gefällt und entspricht, ist die Idee, daß eine Gitarre nicht nur heavy und mächtig, sondern auch einprägsam und emotional klingen sollte. Wie bei Gary Moore, er spielte jeden Song mit sehr viel Gefühl und Geradlinigkeit. Die Verbindung zwischen ihm und seinem Instrument, aber auch zwischen ihm und seinem Publikum waren etwas ganz Besonderes, sehr faszinierendes. Also: Immer mit Gefühl spielen!

WS: Dein Debütalbum soll noch in diesem Jahr erscheinen. Ich bin ganz sicher, daß jeder Metalhead, der die Videos gesehen und die Songs gehört und gefühlt hat, will unbedingt mehr darüber wissen. Wie ist denn der Stand der Dinge und was kannst du allgemein über dein erstes Album sagen?

BK: Bis jetzt gibt es die drei Songs, über die wir geredet haben und ich habe noch zwei, drei weitere fertige Songs. Aktuell bin ich dabei alles zu organisieren und vorzubereiten, damit die Aufnahmen abgeschlossen werden können. Ich hoffe sehr, daß ich das bis zum Jahresende schaffe, oder vielleicht sogar früher. Jedenfalls bin ich super aufgeregt! Vielen Dank für die Gelegenheit, meine Musik hier zu präsentieren, war mir eine Ehre und Freude. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann klickt auf meine Website, von dort aus kommt ihr zu allen weiteren Infos. Lange lebe der Heavy Metal! Prost!

Homepage

Bobby Keller bei Youtube

Bobby Keller bei Facebook

DanielF

Harte Schale, weicher Kern. Chefredakteur und -metalhead in Personalunion und im "Nebenberuf" Sozialarbeiter, geht Daniels Geschmack von chilligem Americana (Cracker) bis zu kauzigem Indie-Rock (Eels), von klassischem Thrash (Metallica, Megadeth) bis modernem Death Metal (Deserted Fear), von opulent-schrägem Prog-Rock (Opeth, Gojira, Pervy Perkin) bis zu heftigstem Brutal Death Metal (Defeated Sanity, Wormed), von Bluesrock (Gary Moore, Anthony Gomes) bis Classic Rock (Alice Cooper, Queen) - um nur einen Teil zu nennen. Zudem hat er seit den frühen Neunziger Jahren ein leidenschafliches Faible für christliche Rockmusik in genau dieser stilistischen Bandbreite. 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.