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Vista

Ein kleines Stück nördlich der südkalifornischen Metropole San Diego liegt der kleine Ort Vista. Dort gibt es nicht nur die namensgebende schöne Aussicht, von dort stammen auch die meisten Bandmitglieder der Hardrock-Truppe Hell Or Highwater. Ein passender Titel also für den zweiten Longplayer der fünf Amerikaner um Frontmann Brandon Saller.

Saller dürfte vielen Metalcore-Fans als Schlagzeuger und Sänger von Atreyu ein Begriff sein. Er gründete die Band vor sechs Jahren und bewegte sich weg vom harten Metalcore und hin in die sonnendurchfluteten Gefilde des rauen und griffigen südkalifornischen Hardrocks. Hier setzt auch das neue Album „Vista“ an, das nach längerer Schaffenspause aufgrund des letzten Atreyu Outputs entstanden ist. Spannende Arrangements und Sallers prägnante Stimme machen „Vista“ zu einem wahren Genre-Highlight des ersten Halbjahres. Dazu muss man allerdings erst einmal das Genre definieren, was gar nicht so einfach ist: Classic Rock trifft immer wieder auf treibende Alternative-Passagen irgendwo zwischen Sixx:A.M., Marilyn Manson und Pop Evil. Saller und seine Jungs schaffen es, diesen Mix zu einem homogenen Ganzen zusammen zu schmieden, das mit seinen Hooklines sofort ins Ohr geht und auch nach Ende des packenden Albums dort verweilt.

Das klappt sehr gut bei den schnelleren Nummern, überzeugt aber auch bei den Balladen, so zum Beispiel bei ‚Blister‘, einem der besten Songs des Albums, der genau die richtige Mischung aus Eingängigkeit und den nötigen Ecken und Kanten mitbringt. Energetischer Vortrag trifft auf gekonntes Songwriting, das Ergebnis ist ein rundum gelungenes Album für Freunde moderner und eingängiger, aber gern auch mal etwas sperriger Rockmusik. Die Mischung macht’s eben, und diese stimmt hier absolut. Damit liefern Hell Or Highwater ein meisterhaftes Album ab und einen der Pflichtkäufe für alle Freunde moderner Rockmusik.

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