VON DISCO UND PAVIANEN – Christinas Highlights 2019

Bevor ich mich unter dem Tannenbaum mit Plätzchen und Lebkuchen mäste um anschließend dem Jahr 2020 entgegenzurollen, haue ich noch schnell meine Highlights aus 2019 raus. Es wird teils skurril, teils kitschig, und ein bisschen verdientes Eigenlob ist auch dabei - so viel sei verraten.

Platz 5: Royal Republic, „Club Majesty“

„I’m a fire-fireman and dancer / I’m a fire-fireman and dancer“ – klingt völlig sinnfrei, macht aber umso mehr Spaß. Den Schweden von Royal Republic ist es gelungen, mit ihrem Album „Club Majesty“ ein Disco-Revival-Feuerwerk zu zünden, das selbst John Travoltas eingerostete Nightfever-Hüften zum Beben bringt. Shake it, Baby!


Platz 4: CJ Ramone, „The Holy Spell…“

Ich kann mich nicht erinnern, dass mich ein Punk-Song jemals zu Tränen gerührt hätte. Alt-Ramone CJ hat es mit seinem Track „Hands of Mine“ geschafft. Schnüff. Das ist dann aber auch die einzige Prise Melancholie, die sich der Punk-Veteran auf seiner aktuellen Scheibe zugesteht. Ansonsten gibt es die liebgewonnenen Reminiszenzen an die Ramones, aber auch im Vergleich zu den Vorgänger-Alben deutlich mehr individuelle Akzente. Seit Release ist die Platte meine konstante Begleiterin. Hey Ho!

 

Platz 3: Gerry Cinnamon

Es begann mit einer Promo-Mail. Ein gewisser Gerry Cinnamon, seines Zeichens Schotte, Folk-Sänger und in Großbritannien offenbar bereits der neue heiße Scheiß, veröffentlicht eine neue Single. Na denn mal fix reingehört. Was dann passierte war, Kitsch lass nach, Magie: Besagte Single – „Sun Queen“ – erklang, und ich war, ja, verzaubert. Beseelt. Tief berührt. Außer Brian Fallon hat es noch kein Künstler geschafft, mich emotional so direkt und auf positivste Weise schonungslos zu packen. Bloß gut, dass Gerry Cinnamon mit „Erratic Cinematic“ (2017) bereits ein Album veröffentlicht hat und am 10. April 2020 sein Zweitling „The Bonny“ erscheinen wird. Vorfreude!

 

Platz 2: The Baboon Show live @Noisehausen Festival

Ein gewisser Hang zu schwedischen Combos lässt sich in meinem Fall nicht verleugnen, sind The Baboon Show nach Royal Republic doch bereits die zweite skandinavische Truppe in diesem kleinen aber feinen Ranking. Auf dem diesjährigen Noisehausen Festival war das Quartett Co-Headliner und mein ganz persönliches Highlight: endlich Frontfrau Cecilia & Co. live erleben! Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Ab dem Opener „No Afterglow“ ging auf und vor der Bühne der Punk ab, ich war selig. Der nun folgende Platz 1 war dafür allerdings auch nicht ganz unerheblich … Stay tuned!

 

Platz 1: The Baboon Show im Interview @Noisehausen Festival

Die Aussichten waren mies. Sehr mies. Die Band steckte im Stau, war extrem spät dran und es war unklar, ob das Interview noch stattfindet. Entsprechend stieg meine Anspannung. Doch ich hatte Glück – The Baboon Show kamen kurz vor knapp an.

Allerdings wirkte einer meiner Interviewpartner, Gitarrist Håkan, mehr als angepisst. Er behielt im Cateringzelt stoisch seine Sonnenbrille auf und hatte sichtlich keine Lust, meiner Kollegin Melanie und mir mutmaßlich dämliche Fragen zu beantworten.

Ich weiß nicht mehr, wie ich das Ganze gedreht habe, aber irgendwann hat Håkan seine Sonnenbrille von der Nase auf den Tisch befördert. Wir quatschten angeregt fast eine Stunde über Musik, Politik, Sozialismus und Feminismus was dazu führte, dass er beinahe seinen Soundcheck verpasste und seine Backliner deswegen leicht hysterisch wurden. Egal! Nach dem Konzert bedankte er sich noch einmal bei mir für das gute Gespräch. Sowas geht runter wie Öl. Rock ’n’ Roll!

 

 

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