Green

Symphonic Floyd

  • Artist: Green
  • Album: Symphonic Floyd
  • Label: Sireena
  • Release: 2017-10-13
  • Medium:
  • Bewertung:3

Warum rezensiert Whiskey-Soda nun den Livemitschnitt einer Hagener Coverband? Das kann man sich schon einmal fragen, aber die Band Green ist eben keine gewöhnliche Covertruppe. Das verrät alleine schon die Besetzung des vorliegenden Livealbums: gleich fünf der hier mitwirkenden Musiker waren nämlich Bestandteil des letzten aktiven Lineup der wohl besten deutschen Progressive-Rock-Band Grobschnitt.

„Symphonic Floyd“ ist ein Livemitschnitt einer Konzertreihe im Stadttheater Hagen, mit der die Band in Kombination mit dem lokalen Sinfonieorchester und einem Chor ihren Helden Pink Floyd Tribut zollte. Die Orchesterarrangements variieren dabei zwischen „sehr cool“, „angemessen“ und leider bisweilen (‚Us And Them‘, ‚Wish You Were Here‘) auch mal „zu kitschig“ – aber in jedem Fall unabhängig von Geschmacksfragen recht originell und kompetent umgesetzt. Auch der Sound der Scheibe ist für eine Eigenproduktion erfreulich gelungen, vielleicht hätte die Snare etwas weniger im Vordergrund stehen können, aber ansonsten gibt’s hier nichts zu meckern. Die Auswahl an Songs orientiert sich größtenteils an den Hits wie ‚Wish You Were Here‘, ‚Comfortably Numb‘ und ‚High Hopes‘, aber auch weniger abgenudelte Fan-Faves wie ‚Fat Old Sun‘ und ‚If‘ werden dargeboten. Beide stammen bekanntlich vom von Pink Floyd und ihren Mitgliedern gerne mal als Machwerk abgetanen „Atom Heart Mother“ – und dessen 23minütiges Titelstück, von den Originalen seit 1970 nicht mehr gespielt, ist auch Herzstück der Scheibe. Das Orchester orientiert sich dabei weitgehend am Originalscore von Ron Geesin – if it ain’t broke, don’t fix it.

Alles Top Sahne also? Nun, während instrumental trotz kleinerer Spielfehler alles in bester Ordnung ist, muss man leider beim Gesang einige Abstriche machen. Milla Kapolke ist eine coole Type, aber schon bei Grobschnitt waren seine Gesangsbeiträge nicht unbedingt Highlights. Und bei den emotionsgeladenen Vorlagen von Gilmour, Waters, Wright und – bei einem Song – Barrett kann sein holpriger Sprechgesang zu keiner Zeit mithalten. Das könnte dem Einen oder Anderen durchaus den Spass an dieser ansonsten sehr feinen Doppel-CD verleiden – eine Hörprobe zwecks Meinungsbildung sei vorher empfohlen.

SaschaG

Verteidiger der uncoolen Musik: AOR, Symphonic Prog, Hardrock, Thrash- und Achtziger-Metal, Stax/Atlantic und Mainstream-Rock. Süchtig nach BBC-Serien und schrägem Humor. Findet, dass "Never Let Me Down" nur das viertschlechteste Bowie-Album ist und "Virtual XI" besser als alles, was Iron Maiden danach gemacht haben. 

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