HOLZ – Holz

Der Presseflyer erwähnt immer wieder korrekt, dass Holz brennt. Dass das Trio Holz gleich das gesamte Ding in Schutt und Asche setzt. Holz? So nennt sich das Trio um Frontmann Leonard Riegel. So heißt auch das Album (Tonzonen Records) mit dem eher hässlichen, aber doch irgendwie interessanten Cover. Kein Holz vor der Hütte, aber Luftballons unter den Nippeln. Kein hölzerner Inhalt, aber Stoner, Punk, Grunge, Alternative. Das erinnert an Bands wie Queens of the Stone Age, Kyuss oder die Melvins – aber mit deutschen Texten.

Die drei Jungs aus Kassel haben schon 2011 zusammengefunden, sich zwischendurch wieder aufgelöst und jetzt neu formiert. Das Ergebnis sind zehn Songs, die in der Tat, wie weiter oben versprochen, ziemlich viele Funken schlagen, sozusagen brennen, knistern. Heavy Stoner Rock, der durchaus ins Ohr geht, rohe unbändige Energie, die sich in knalligen Explosionen entlädt, Holz… ähm… holzen gut drauf los und überraschen gleich zu Beginn mit ihren deutschen Texten. So etwas ist man im Stoner Rock einfach nicht gewöhnt, und hier könnte auch ein gutes Alleinstellungsmerkmal der Band innerhalb des Genres liegen. Dabei sollte man auch durchaus auf die Texte achten, denn das Trio hat durchaus interessante Aussagen zu machen. Selbst auf den ersten Blick einfache Lyrics wie im ‚Garten‘ bieten am Ende noch einen kleinen Twist und bleiben damit in Erinnerung.

Musikalisch wird nichts neu erfunden, aber das Geschrammel macht durchaus Spaß. Bodenständig, genügende Breite, druckvoll. Das Songwriting ist abwechslungsreich, hin und wieder überklimmt ein Track auch mal die Vierminutenmarke, wird sperriger, legt sich tiefer ins Wasser, pflügt durch die Wellen. Oben erwähnter ‚Garten‘ sticht mit fast neun Minuten Länge heraus, ohne je langweilig zu werden. Holz brennt nicht nur, Holz schwimmt auch. Die Kasseler Jungs können beides, und das ist gut so.

Schulnote: 2

Holz bei Facebook

Michael

Michael kam über die Konzertfotografie zu Whiskey-Soda und verbindet das Bildermachen gerne mit Konzertberichten und CD-Rezensionen. Als Chefredakteur für den Bereich Bluesrock mag er aber auch viele aus dem Blues entsprungene Genres wie diverse Metal-Spielarten. Daneben landen gerne Progressive- und Classic Rock und Americana auf seinem Drehteller, bevorzugt auf klassischem Vinyl. Wenn dann noch Zeit bleibt, findet ihr Michael bevorzugt im (Heim)Kino oder natürlich irgendwo da draußen zum Fotografieren. 

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