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Live In London

Die schwedische Band mit den überflüssigen Punkten im Namen, die einst auf dem Label von Kult-Schauspieler Peter Stormare unterschrieb und nun die Hoffnungen der gesamten AOR-Fangemeinde auf sich vereint, hat ihr erstes Live-Album aufgenommen. Ein logischer Schritt in ihrer Entwicklung, die mittlerweile gut koordiniert und geplant zu sein scheint. Und um der Sache gleich einen bedeutenden internationalen Anstrich zu geben, wurde das in London aufgenommen … teilweise.

Schon vor der Veröffentlichung hatte die Ankündigung, das Konzert sei nur „zum größten Teil am 16. Mai 2014 in „The Garage“ in London“ aufgezeichnet, etwas verwundert. Wollte man damit schon im Vorfeld einräumen, das nicht alles live ist, was live klingt? Ein paar nachträgliche Korrekturen haben auch anderen Bands nicht geschadet. Und was auf „Live In London“ zu hören ist, klingt auf den ersten Eindruck ordentlich.

Mit dem hervorragenden letzten Album „Tearing Down The Walls“ und diversen Beinahe-Klassikern ihrer immer noch jungen Karriere im Gepäck rockten die Schweden die Garage. Bei „A Shot At Redemption“ und „The Wreckoning“ nimmt man sogar Publikumsgesang wahr. Das Saxophon-Solo bei „In And Out Of Trouble“ wurde hervorragend durch die Gitarre ersetzt. Warum „Breaking The Silence“ nicht Opener, sondern Zugabe ist, bleibt ein H.e.a.t-Geheimnis. Schade ist noch, dass Songs der ersten beiden Alben Mangelware sind.

Die Stimmung in der Londoner Garage ist gut. Geradewegs zu gut! Der Klub fasst maximal 600 Personen. Doch auf CD klingt es, als würden H.e.a.t eine große Halle mit ein paar Tausend Menschen bespielen. Bei aller Liebe für den großen Stadionrock wirkt das doch etwas albern und erinnert fast an „Swallow This Live“ von Poison. Dabei hat ein druckvoller Klub-Sound doch auch etwas für sich. Ein bisschen mehr Bootleg-Klang hätte das Album ruhig vertragen können.

Da hat es Grammy-Gewinner Tobias Lindell als Produzent wohl etwas zu gut gemeint, sodass „Live In London“ manchmal wie ein Studioalbum mit Jubel-Tonspur klingt. Dass es trotzdem ein kurzweiliges Rock-Vergnügen ist, spricht für H.e.a.t.

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