Schlagwort: Rock’n’Roll

Main Offender (30th Anniversary Edition)

Nach fast drei Dekaden mit seiner Stammband, brachte Keith Richards zwischen 1988 und 1992 zwei Solo-Alben raus. Zunächst nur aus Frust und Langeweile, weil Kollege Jagger eine Konzertreise mit den Rolling Stones verweigerte, dann aus purer Freude über die Arbeit mit der energiegeladenen Neben-Truppe „The X-Pensive Winos“. Eine Gruppe besetzt mit alten Rock-Haudegen wie Waddy…

THE ROLLING STONES – Europa-Tour zum 60. Jubiläum

Wohl kaum eine Band hat eine dermaßen langanhaltende und erfolgreiche Karriere hinter sich wie die Rolling Stones. Auch wenn nach dem Tod von Charlie Watts im letzten Jahr nur noch Mick Jagger und Keith Richards von der Stammbesetzung dabei sind – Ronnie Wood ist „erst“ seit 1975 Mitglied – ist die Reise der Engländer noch…

KEITH RICHARDS – Zweites Solo-Album feiert 30. Geburtstag (Update: Dämonische Single)

Vor genau 30 Jahren veröffentlichte Stones-Gitarrist Keith Richards sein zweites Solo-Album „Main Offender“. Im Gegensatz zum ersten Werk „Talk Is Cheap“ aber nicht aus Frust über Bandkollegen Mick Jagger, sondern einfach aus Lust am Musizieren und Freude an seiner mittlerweile gut eingespielten Truppe, den X-Pensive Winos. Zwischen den Tourneen seiner Stamm-Gruppe spielte Richards Klassiker wie…

In The Aftermath

Aktuell ist es ja der Trend, dass Bands ihre alten Erfolgs-Platten mit allerhand Zusatzmaterial neu auflegen. Dass eine relativ junge Truppe sich ein sehr altes Album in Gänze vornimmt und neu aufnimmt, ist dagegen ungewöhnlich. Genau diese Volte wenden die Amerikaner von Hollis Brown an. Sie haben sich das fast 60 Jahre alte Werk „Aftermath“…

Auf Die Fresse Rock’n’Roll

Der Postmann hat wohl schon mal in das Debütalbum der Band „AngeEKELt“ reingehört, bevor er den Umschlag mit „Auf Die Fresse Rock’n’Roll“ in den Briefkasten eingeworfen hat. Das Jewelcase zerbröselt, das Booklet zerfetzt. Im Sprinter scheint es eine heftige Pogo-Party gegeben zu haben.

Kein Wunder, das Album lädt zum Tanzen, Gröhlen und Feiern ein. „Auf Die Fresse Rock’n’Roll“ erinnert an alte Zeiten, als mehr oder weniger begabte Bands Freitag Abend im Jugendzentrum um die Ecke den Schulalltag vergessen lassen. Marc Debus und „Börnie“ Sommer sind jedoch keine pubertären Jungs, sondern gestandene Männer in den besten Jahren. Songs wie „Lebensgefühl 89“ und „Du Geiles Stück“, letzterer eine Hommage an ein tolles Moped sind nur authentisch, wenn der Schreiber eine ordentliche Portion Lebenserfahrung auf dem Buckel hat.

Laut, rauh, minimalistisch und mit Vollgas kommen die 15 Tracks aus den Boxen. Balladen oder ausgefeilte Arrangements findet man nicht auf dem Silberling. Mit einem Augenzwinkern wird immer wieder mal ein Motörhead- oder Sodom-Riff in den Songs versteckt. Die Mischung aus treibenden Punkrock mit Metal-Einflüssen passt wie die Faust aufs Auge zum Titel des Albums.

Natürlich werden in dem einen oder anderen Song Klischees bedient. Aber wer kennt nicht diese Zeiten, die in „20 Bier“ oder „Lebenselixier“ besungen werden? Da sind sie wieder, die Erinnerungen an die Jugend. Mit „Und Ich Habe Kein Geld“ haben die Debütanten ein 60 Jahre altes Lied von Gus Backus gecovert. Der Schlager bekommt mit den Stromgitarren ein völlig neues Gesicht und zeigt, dass der zeitlose Text auch als Punksong funktioniert. .

Die Tracks haben definitiv Feierpotential und machen Bock auf ein Konzert der Band. Daher ein Aufruf an die Treffpunkte, die für uns Freitag Abend das Wochenende eingeläutet haben:
Hey, Ihr Jugendzentren dieser Welt. Stellt „AngeEKELt“ eine Bühne zur Verfügung und das Bier kalt. Das wird nicht nur für die älteren Semester eine geile Party werden.

 

Tattoo You (40th Anniversary)

 

Wir schreiben das Jahr 1981. Die schon damals gefühlt uralten Stones (sie waren Ende 30!) sind auf Welttournee. Die Plattenfirma macht Druck – ein neues Album muss her. Aber wie? Ein Glück, dass in den Archiven noch unendlich viel Material schlummert, das nur gesichtet und gehoben werden muss. Dieser Schnüffelei verdanken wir „Tattoo You“ (Universal Music Group), das in diesen Tagen seinen 40. Geburtstag feiert und nun in einer frisch gemasterten Version veröffentlicht wird – in der Deluxe-Version angereichert mit weiteren Outtakes und einem Konzert-Mitschnitt der dazugehörigen Tour.

Das ikonische „Start Me Up“ eröffnet die Scheibe. Ein typisches Keith-Riff startet den Song und seither viele Konzerte. Klassischer kann eine Stones-Nummer kaum sein. „Hang Fire“ mit seinen DooDoo-Gesängen und einem minimalistischen Solo, für das die meisten Gitarristen in den meisten Bands ausgelacht worden wären, kommt in wenig mehr als zwei Minuten auf den Punkt.

Da die Worte „Tits“ und „Ass“ mindestens auf dem prüden amerikanischen Markt schwierig zu verkaufen gewesen wären und es mit Sicherheit zu schwarzen Balken auf dem Cover geführt hätte, nennt Keith Richards den knarzigen Rocker zur Sicherheit „Little T&A“, krächzt aber trotzdem auf seine unnachahmliche Art „The Bitch Keeps Bitching“.

Im Falsett singt Jagger das ruhige „Worried About You“, während er sich am Elektro-Piano begleitet. Einen klassischen 12-Takter inklusive Blues-Harp und schleppendem Gesang zeigt die Band auf „Black Limousine“ in ihrer Parade-Disziplin. Das Lied hätte auch auf das 2015´er „Blue & Lonesome“ gepasst.

Mit der herzzerreißenden Ballade „Waiting On A Friend“ endet „Tattoo You“. Hier zeigen sich Mick´n´Keef noch einmal von ihrer freundschaftlichen Seite, bevor die Band wenige Jahre später beinahe am Ego von Jagger und seiner Solo-Karriere zerschellt wäre. Fun Fact: Ex-Gitarrist Mick Taylor musste sich, sieben Jahre nach seinem Ausstieg, seine Credits (und die Zahlungen) mühsam nachträglich einholen.

Andere Truppen wären froh, wenn sie solche Werke überhaupt zu Stande bringen, die bei den Stones eigentlich Ausschussware waren.

Für langjährige Fans dürfte insbesondere die Bonus-CD „Lost & Found: Rarities“ der entscheidende Kaufanreiz sein. Neun verschollene Aufnahmen, z.T. erst im letzten Jahr fertiggestellt, lassen das Sammlerherz höherschlagen. Nicht alle Titel braucht es, teilweise erinnern die Tracks an Studio-Jams zum Warmspielen. Hervorzuheben sind aber „Living In The Heart Of Love“ und „Trouble´s A Comin“. Kurios ist eine Frühfassung von „Start Me Up“, die in dieser Version sicherlich kein Hit geworden wäre. Der Konzertmitschnitt ist auch eher für Jäger und Sammler geeignet, zwei andere Mitschnitte dieser Tour sind erst in den letzten Jahren veröffentlicht worden.

Wer „Tattoo You“ schon im Schrank hat und sich nicht für Absurditäten und Besonderheiten interessiert, kann sein Geld für das schon lange angekündigte neue Album sparen. Für alle anderen Fans gilt: dringende Kaufempfehlung!

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The Major Minor Collective

„The Major Minor Collective“ (Century Media Records) heißt eigentlich korrekt „The Picturebooks & The Major Minor Collective“. Dieser Name zeigt schon: Die beiden Musiker Fynn Claus Grabke (Gesang und Gitarre) und Philipp Mirtschink (Schlagzeug) haben sich für ihre neue Scheibe jede Menge Gäste eingeladen. Mit dabei sind unter anderem Neil Fallon von Clutch, Chris Robertson von Black Stone Cherry, Dennis Lyxzén (Refused), John Harvey (Monster Truck), und „Lzzy“ Hale (Halestrom).

Pandemiebedingt vom Touren abgehalten, haben sich die Picturebooks ins Studio zurückgezogen und neue Songs geschrieben. Später ging es dann nach Schweden für weitere Aufnahmen. Das Ergebnis: zwölf Tracks,  davon zehn als Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern aus der aktuellen Rock-, Alternative- und Metalszene. Geboren war das Major Minor Collective. Mit vielen der illustren Gäste hat das Duo schon gemeinsam auf der Bühne gestanden, so waren The Picturebooks zum Beispiel im Vorprogramm von Black Stone Cherry, den Bluespills oder auch Clutch zu erleben. Inhaltlich geht es wie von den Picturebooks gewohnt in die leicht psychedelischen Heavy-Blues-Gefilde und groovenden Arrangements und erstklassigen, schnell ins Ohr gehenden Hooklines.

Bluesiger Rock’n’Roll mit rauem Delta-Feeling direkt vom Mississippi. Die Musik ist deutlich beeinflusst von den US-Vorbildern, Americana und Blues sind immer präsent, dazu kommen Anleihen beim Stoner Rock, psychedelische Einflüsse und jede Menge Groove. Da spielt es gar keine Rolle, dass die Jungs eben nicht vom Mississippi, sondern aus dem nordrhein-westfälischen Gütersloh stammen. Schon der Opener ‚Here’s To Magic‘ versprüht mehr Stimmung und Atmosphäre als viele Genrealben der letzten Monate zusammen. Bei allen Songs stimmt die Balace zwischen ruhigeren oder psychedelischen Tönen und der vollen Dröhnung, wie es sie mit ‚Multidimensional Violence‘ gibt, auf dem Gastsänger Erlend Hjelvik (Hjelvik, Ex-Kvelertak) allen Aggressionen freien Lauf lässt.

Elin Larsson von den Blues Pills gibt sich auf ‚Too Soft To Live And Too Hard To Die‘ die Ehre. Herausgekommen ist dabei ein bluestriefendes Duett, das ein wenig klingt, als hätten sich damals Janis Joplin und Jimi Hendrix zusammengetan. Das ist Heavy Psychedelic Blues mit Stoner Attitüde vom Feinsten. ‚Rebel‘ mit Lzzy Hale ist eine straighte Powerballade mit Gänsehautgarantie und wohl der stärkste Song des an Highlights nicht armen Albums.  Durch die vielen musikalischen Gäste entstehen viele unterschiedliche Stile, alle zusammengeführt und -gehalten von den Picturebooks. Das Kollektiv liefert ab, und zwar auf höchstem Niveau.

Zum Schluß gibt es noch ein Experiment: „Song 12“ ist ein Instrumentalstück. Die Idee des motorradverrückten Duos: Jeder ist aufgefordert, seinen eigenen Text zu schreiben und diese Version aufzunehmen. The Picturebooks wollen diese gesammelten Versionen als Playlist online stellen und damit jeden einzelnen musikbegeisterten Fan zu einem Teil des Major Minor Collectives machen. So oder so, das Album ist ein Pflichtkauf für alle Bluesrock- und Psychedelic-Fans.

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THE SILVERETTES – Rockabilly aus dem Ruhrgebiet

Rock’n’Roll und Rockabilly aus dem Ruhrgebiet – geht das? Ira, Jane und Honey von den Silverettes aus Essen treten seit mehr zehn Jahren den Beleg dafür an. Im September erscheint mit „Risky Business“ das nächste Beweisstück. Vorab kann man sich bereits jetzt mit der Single „Undercover Lover“ einen Eindruck verschaffen. Erstmalig übernehmen die drei Damen…

A Bigger Bang: Live On Copacabana Beach

EINS KOMMA FÜNF MILLIONEN FANS!

Selbst bei einem Gratis-Konzert, auch an dem vermutlich schönsten Strand der Welt, braucht es ein wirklich namhaftes Zugpferd, um eine solche Menschenmenge an einem Mittwoch (!) auf einen Fleck zu bekommen. Im Februar 2006 spielten die Rolling Stones im Rahmen ihrer „A Bigger Bang“-Welttournee zum gleichnamigen Album diese Mega-Show in Rio de Janeiro an der Copacabana, deren Aufnahme nun in Gänze unter dem Titel „A Bigger Bang: Live On Copacabana Beach“ (Universal Music) veröffentlicht wird.

Das Programm ist ein typischer Stones-Abend. Seit der 89´er „Steel Wheels“-Reise hat sich die Setlist immer nur in homöopathischen Dosen verändert und fängt entweder mit „Start Me Up“ oder wie an diesem Abend mit „Jumping Jack Flash“ an. Direkt im Anschluss kommt – nach einer Ansage auf Portugiesisch – das unvermeidliche „It´s Only Rock ‘N‘ Roll“, bei dem Keith Richards stakkatoartig seine Soli raushaut.

Der geneigte Fan hört sich die Mitschnitte schon längst nicht mehr wegen der musikalischen Finesse der Truppe an. Viel spannender sind die Momente, in denen die Musiker – trotz jahrzehntelangem Zusammenspiel – danebenhauen: Wood beginnt das Solo in der falschen Tonart, Richards verschlampt das Intro oder Jagger fängt mit der verkehrten Strophe an, weil er zu weit weg vom Teleprompter steht. Das sind die Momente, die eine Stones-Show unvergleichlich machen. Die Chuzpe, mit der die Herren sich immer schon auf die Bühne trauten – in anderen Bands wäre das Personal aus qualitativen Gründen längst ausgewechselt worden – macht genau den Charme dieser Truppe aus.

Neben den All-Time-Favorites, die immer dabei sind, gibt es immer auch ein paar Perlen, bei denen es sich dann doch lohnt, genauer hinzuhören. Auf diesem Album ist das die vielleicht schönste Ballade, die Jagger/Richards jemals geschrieben haben: „Wild Horses“, ursprünglich für Marianne Faithfull gedacht, klingt auch bei Männern im Rentenalter immer noch berührend. Außerdem wird Ray Charles´ „Night Time Is the Right Time“ gespielt. Eine musikalische, von Bläsern getragene Urgewalt, die zeigt, dass die Stones auch Soul glaubwürdig rüberbringen können. Mr. Richards krächzt auf seine unnachahmliche Weise „This Place Is Empty“ und im letzten Drittel gibt es noch die Früh-Nummer „Get Off My Cloud“. Dann geht es mit „Honky Tonk Woman“, „Sympathy For The Devil“, „Brown Sugar“ und natürlich auch „Satisfaction“ in den Endspurt.

Die Frage ist: Braucht man diese Scheibe? Wer noch kein Live-Album der Stones hat, macht hier nichts falsch. Alle relevanten Hits, Stimmung im Publikum und eine Gruppe, die hörbar gut drauf ist. Als eher nur Sympathisant, der schon „Flashpoint“ oder einen anderen Komplett-Mitschnitt hat, braucht es „Live On Copacabana Beach“ nicht. Bleiben also die Die-Hard-Fans: Für die ist es ein weiterer Baustein in der Sammlung der wirklich besonderen Shows, die die Band in den letzten 60 Jahren gespielt hat und somit unverzichtbar.

 

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VOLBEAT – Zwei neue Tracks für den Sommer

Um während der aktuellen Zeit die langsam aufkommende Sommerstimmung zu steigern, haben die dänischen „Elvis-Metaller“ von Volbeat zwei neue Songs veröffentlicht. Für die Band transportieren die Lieder nämlich genau das, was einen Sommer ausmacht: tolles Wetter, beste Laune und eine gewisse Leichtigkeit. „Wait a Minute My girl“ und „Dagen Før“ haben sie deswegen in den…