Schlagwort: Art Rock

CHANDELIER und T – Treffen der Generationen

Auf dem Night Of The Prog Festival 2019 gab es ein spannendes Comeback zu erleben: Chandelier war in den 90ern eine der bekanntesten deutschen Progressive Rock Bands. Die Truppe spielte auf dem Festival an der Loreley nach über 20 Jahren eine einzige exklusive Live-Show. Jetzt geht es auf gemeinsame Tour mit Thomas „t“ Thielen. Wir…

NIGHT OF THE PROG FESTIVAL – Line-Up wächst

Auch dieses Jahr freuen sich die Fans anspruchsvoller, progressiver Rockmusik wieder auf eines der größten und besten Genreevents weltweit: Das Night Of The Prog Festival am geschichtsträchtigen Felsen der Loreley am Mittelrhein öffnet vom 17. bis 19. Juli 2020 zum 15. Mal seine Pforten. Fans aus der ganzen Welt werden wieder nach St. Goarshausen pilgern,…

LAZULI – Tour mit neuem Album

Die französische Band Lazuli ist in der Prog-Szene schon lange kein Geheimtipp mehr. Inzwischen vier umjubelte Auftritte auf dem weltweit bekannten Night Of The Prog Festival am Mittelrhein und unzählige Clubauftritte haben dem Quintett eine große, treue Fangemeinde auf der ganzen Welt beschert. Lazuli wurden bereits 1998 gegründet und bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Rock,…

X: The Godless Void And Other Stories

Sperrige Musik verspricht schon der Bandname. Wer Conrad Keely und Jason Reece also wider Erwarten noch nicht kennt, darf sich beim Namen And You Will Know Us By The Trail Of Dead schon mal auf kantigen Postrock mit Art- und Punkrock-Attitüden freuen. Aber nach neun Longplayern brauchen wir die Band den Szenekennern kaum noch vorzustellen. Fünf Jahre nach dem letzten Album erscheint Platte Nummer zehn, bezeichnenderweise und nach der Bandlogik ganz richtig mit der römischen „X“ betitelt.

„X: The Godless Void And Other Stories“ (InsideOutMusic) macht vieles richtig. Unkommerzielle Songs, die angenehm nach vorne preschen, druckvolle Soundmauern aufbauen, aber auch immer wieder genug Spielraum für filigrane, kunstvoll miteinander verwobene Elemente schaffen. Alternativer Rock mit teils auslandenden progressiven Instrumentalpassagen trifft auf fesselnde moderne Gitarrenriffs und mal verzerrte, mal cleane Vocals. Hin und wieder durchbrechen stylische Samples und Sprechgesang die bewegte Oberfläche eines dunklen musikalischen Meeres, das von elektrischen Stürmen geschüttelt wird. So ist der Track ‚Who Haunts The Haunter‘ ein Aushängeschild für das ganze Album und ein Höhepunkt im Schaffen der Band.

Hin und wieder wirken die Songs ein klein wenig vorhersehbar, und das nächste Riff oder den nächsten Ruhepol mit seinen Keyboard-Elegien hat man schon einmal an anderer Stelle auf der Platte in ähnlicher Weise gehört, aber das ist durchaus Jammern auf hohem Niveau.

Conrad Keely und Jason Reece haben die fünf Jahre seit dem Vorgänger „IX“ genutzt, andere Projekte zu verwirklichen. Keely veröffentlichte nicht nur ein Solo-Album, sondern auch Illustrationen und seine Science Fantasy Novelle „Strange News From Another Planet“. Wieder einmal haben And You Will Know Us By The Trail Of Dead eine herrlich sperrige Achterbahnfahrt entworfen, zu einer schlingernden Reise eingeladen, die progressiven Postrock, alternative Sounds und jede Menge Emotionen zu einem stylischen Mix verbindet. Freuen wir uns jetzt schon auf „XI“ in ein paar Jahren.

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RIVERSIDE kündigen zum Tour-Abschluss Special-DVD-Edition vom aktuellen Album an

Die polnischen Prog-Rocker Riverside, deren aktuelle Europa-Tour heute abend in Potsdam endet, hat vor einigen Tage eine Special-Edition ihres vor rund einem Jahr erschienenen, aktuellen Album „Wasteland“ angekündigt. Der ”Wasteland – Hi-Res Stereo and Surround Mix” 2CD+DVD wird im Digipackformat erscheinen und beinhaltet eine Bonus-DVD von “Wasteland” als Hi-Res Stereo 24bit version und als Surround…

In Cauda Veneum

Mikael Åkerfeldt hat es wieder getan. Er hat sämtlichen Hatern, die ihm immer noch seine Abkehr vom Metal nachtragen, einen dicken Mittelfinger gezeigt. Der bekennende Seventies-Music-Nerd macht weiterhin das, worauf ER Bock hat. Und das ist im Falle des vorliegenden, dreizehnten Opeth-Albums „In Cauda Veneum“ (Moderbolaget / Nuclear Blast) eine Menge. Wie immer man darüber denken und ob der psychedelische Prog-Rock gefällt, für den Opeth seit „Heritage“ (2011) stehen: Das muss man zunächst einmal würdigen. Der Mann und seine Mitmusiker sind progressiv im originären Sinne. Kommerzielle Trends scheren ihn nicht, zumal das letzte Album „Sorceress“ (2016) erstmals in der Bandgeschichte Platz 1 der deutschen Albumcharts erreichte. Was zählt, ist die eigene, künstlerische Entfaltung auf dem Hintergrund des eigenen Geschmacks – und nicht dem des „Marktes“. Und der ist nun mal von den Prog- und Psychedelic-Bands der 70er geprägt. Und über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten.

Die Besonderheit von „In Cauda Veneum“ (lat. „Das Gift sitzt im Stachel“, Metapher für Dinge, die sich zum Ende hin drastisch zuspitzen) ist zunächst vor allem, dass die Band das Album sowohl in Schwedisch und Englisch veröffentlicht. Auch hier ist für Åkerfeldt der zusätzliche Aufwand zweitrangig. Sicherlich ist es für einen Künstler einfacher und emotional authentisch, in seiner Muttersprache Texte zu verfassen. Wer feinfühlig ist, kann das in der ansonsten identischen, schwedischen Version von „In Cauda Veneum“ auch hören.  Der Gesang klingt wärmer, harmonischer, stimmiger.

Stilistisch gehen Opeth den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Waren bereits die letzten Alben Liebhaber-Stücke in puncto Seventies-Prog-Rock, legen die Herren hier nochmals eine Schippe drauf. Es gibt Anklänge von Krautrock, obskures Soundtrack-Feeling, Chöre und Streicher, Spoken-Word-Passagen, Akustikgitarren, Folk- und Jazzelemente. Vor allem letztere sind dazu angetan, den Gedulds-Horizont des letzten Fans aus alten Death-Metal-Tagen zu übersteigen und ihn endgültig zu vergraulen. Musikalisch-technisch ist das alles astrein und mit Liebe zum Detail von jedem Bandmitglied auf höchstem Niveau umgesetzt. Was Stimmungen und Harmonie betrifft, ist das neue Album mit Sicherheit das Vielseitigste im 30-jährigen Opus der Schweden. Nicht mehr nur Wut und Melancholie bringt Herr Åkerfeldt zum Ausdruck, sondern erstmals so deutlich auch politische Anklänge in den Texten. Überhaupt hat sich der Frontmann der Skandinavier was den Gesang betrifft, nochmals deutlich weiterentwickelt. Inzwischen beherrscht er die Stimme als Instrument definitiv besser als die Gitarre.

Dennoch, bei allem objektiven Lob, bei musikalischer Vielseitigkeit und unbestrittener Klasse.  „Watershed“ mündete in sprachlose Ehrfurcht und schauernde Gänsehaut. „In Causa Veneum“ fordert heraus, die eigene Komfort-Zone zu verlassen, ringt jede Menge Respekt und Anerkennung ab. Und eine ordentliche Portion sehnsüchtige Nostalgie in die mittlere Schaffensperiode der Band, als der Progressive Rock nur die zweite Geige spielte.

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Nuclear Blast (Label)

LEPROUS – Ticket-Verlosung zur kommenden Tour mit THE OCEAN

Die norwegischen Art-Rocker Leprous kommen im November mit ihrem neuen Album „Pitfalls“ (VÖ 25.10. bei InsideOut Music) auf Europa-Tour. Supported werden die Skandinavier vom deutsch-schweizerischen Post-Metal-Kommando The Ocean und Port Noir. Es freut uns, in Zusammenarbeit mit Head of PR 1×2 Freikarten für ein Konzert eurer Wahl zu verlosen. Alles, was ihr dazu tun müsst:…

If/When

Da haben es die New-Jersey-Progger (?) The Tea Club doch tatsächlich geschafft, bislang erfolgreich vor diesem Rezensenten zu verstecken, obwohl „If/When“ bereits das fünfte Studiowerk der Band darstellt. Wie dem auch sei, ab sofort stehen die Jungs definitiv auf der „Geilomat“-Liste.

„If/When“ ist, kurz gesagt, moderner Artrock mit Folk-, Alternative- und Prog-Einflüssen. Ein wenig Leprous hört man bisweilen heraus, aber auch Neunziger-Britpop, klassischen Prog, Smashing Pumpkins, Elbow, Jane’s Addiction, Porcupine Tree (prä-Metal), Queen, die Spätneunziger-Phase von Marillion und sogar den jungen Elton John, 10 CC und Supertramp. Was hingegen komplett fehlt, sind Metal-Elemente: und das ist auch gut so. Denn für sinnlose Kraftmeierei und Tausendmal-Gehört-Riffs sind The Tea Club einfach zu, nun ja, gut. Ob sie nun im Opener ‚The Way You Call‘ zerbrechlichen Singer-/Songwriter-Folk präsentieren oder im folgenden ‚Say Yes‘ mit Bombast und überschwänglicher Exzentrizität in den Fußstapfen von „Queen II“ wandeln, The Tea Club agieren mit einer Natürlichkeit und Selbstverständlichkeit, die wahrhaft erstaunlich ist. Speziell Sänger Dan McGowan muss hier erwähnt werden, der mit enormer stimmlicher Reichweite und trotz vieler Ausflügen ins Falsett jederzeit das Geschehen dominiert und im Gegensatz zu vielen Kollegen auch in jeder Lage kraft- und gefühlvoll klingt.

In der ersten Hälfte des Albums fasst sich die Band eher kurz und präsentiert Songs wie die eingängige Ballade ‚If I Mean When‘ oder das folkige ‚Came At A Loss‘, bei dem es fast unmöglich ist, nicht zumindest ein wenig an Roger Hodgson zu denken. Lediglich das düstere ‚Rivermen‘, das akustisch mit Radiohead-Flair beginnt und sich in ein lärmendes Smashing-Pumpkins-meets-Tool-Finale steigert, fällt ein wenig aus dem Rahmen. Dafür gibt’s in der zweiten Hälfte mit ‚Creature‘ einen 27minütigen Longtrack, der so ziemlich alle Prog-Klischees aus dem Fenster wirft. Da treffen Drone-Elemente auf Pop-Melodien, eine Oldfield-mäßige Lead-Gitarre auf noisig verzerrte Klangwände und Radiohead-Akkordwendungen auf eine Runrig-mäßige, hymnische E-Bow-Gitarrenlinie, und zum Ende wird die Melodie des Openers noch einmal aufgegriffen. Das Ganze klappt, ohne einmal den Faden zu verlieren oder gar die Essenz der Band zu verwässern. Ganz großes Kino und einer der schlüssigsten Longtracks der letzten Jahre.

Auch die Produktion ist frei von Prog-Manierismen und betont eher die Alternative-Seite der Band. Genau dieser „Schmutz“ steht dem Album aber nach einer Eingewöhnungsphase durchaus gut zu Gesicht und hilft, die Band weiter vom Genre-Standard abzuheben und trotz durchaus bekannter Zutaten komplett eigenständig und originell klingen zu lassen. Beeindruckend!

https://www.theteaclub.net/

https://www.facebook.com/theteaclubband/

https://justforkicks.de/

GOLD auf Tour

Nach ein paar Gigs im Frühjahr stellen GOLD ihr aktuelles Album ‚Why Aren’t You Laughing?‘ dem geneigten Publikum nun auf einer ausgedehnten Konzertreise vor. Sängerin Milena Eva kann es jetzt schon kaum erwarten: „We’re coming back to places that feel like home, as well as discovering territories that are new for us. We can’t wait…