Schlagwort: Alternative

DEAD POET SOCIETY – Debütscheibe der Alternative-Rocker

Freund*innen von The White Stripes oder Royal Blood sollten am 12. März 2021 mal Dead Poet Society ein oder gleich beide Ohren schenken. Denn dann erscheint das Debütalbum der aus den USA stammenden Alternative-Rocker. Allerdings wartet dies gleich mit einem schwierigen Titel auf: „-!-„. Netterweise erklärt das nach dem Roman (und Film) „Der Club der…

For The First Time

Was macht das mit einer Band, deren Mitglieder gerade einmal Anfang 20 sind und die nach der Veröffentlichung von nur zwei Singles als „beste Band der Welt“ (The Quietus) deklariert wird? Nun, Black Country, New Road haben zunächst in Ruhe ihr Debütalbum „For The First Time“ (Ninja Tune) fertiggestellt. In einem Interview für The Guardian geben sie sich zudem gelassen, dass wohl 30 Prozent derer, die es sich anhören, es absolut hassen. Und das ist keine bloße Attitüde. Denn wer sich die Texte des Albums genauer ansieht, versteht, dass die Londoner ganz andere Probleme haben als die Sorge darüber, ob ihre Musik irgendjemandem gefällt.

Denn so handwerklich großartig „For The First Time“ eingespielt ist, so uneitel ist sein ganzes Konzept. Radiotauglichkeit? Eignung für Streamingdienste? Ohrwurmmelodien? Darum geht es hier nun wirklich nicht. Mit gerade einmal sechs Songs kommt das Album auf ganze 41 Minuten Spiellänge. Und der Hörer weiß im besten Falle am Ende nicht, wohin mit seiner inneren Aufruhr. Die Texte – brutal ehrlich, sarkastisch, ekstatisch – finden ihre Vervollkommnung in einer Mischung aus Free Jazz, Post- und Art-Rock. So ernst, so reif, so abgeklärt reihen sich Newcomer ein zwischen ihre Kollegen von Fat White Family, Black Midi, Fontaines D.C. oder The Murder Capital.

Ohne Zweifel: Auf den britischen und irischen Inseln legt man gerade großen Wert auf Aussage und Attitüde. Grimmig heißt es dazu bei Black Country, New Road:

References, references, references
What are you on tonight?
I love this city
Despite the burden of preferences
What a time to be alive

„For The First Time“ bedient sich nicht nur angstlos an einer reichen musikalischen Tradition und hält unzählige Verweise auf die Popkultur bereit. Auch soziologisch ist es unglaublich interessant. Das Septett präsentiert ein ungeschminktes Bild seiner Generation Z, die – sehr bezeichnend und nicht zu beneiden – am Ende einer Skala steht. Schlau sind sie, diese Leute, und kennen kaum Grenzen. Die Songtexte sind ganze Elaborate und enthalten Bekenntnisse, die ihre Eltern sehr wahrscheinlich, ganz sicher aber ihre Großeltern nicht hören wollen. Wenn Sänger Isaac Woods ein bedrohliches Zittern in seine Stimme legt und dazu entrückt mit den Augen rollt, hat das durchaus etwas Psychopathisches:

OK today I hide away
But tomorrow I take the reins
Still living with my mother
As I move from one micro influencer to another

Es brodelt tief drinnen bei Black Country, New Road. Ihre Wildheit, die auf den ersten Blick erfolgreich hinter einer gutbürgerlichen Fassade verborgen wird, bricht sich mehrere Male auf „For The First Time“ rauschhaft Bahn. Ganz exemplarisch dafür steht „Sunglasses“, das in der zensierten Albumversion von unverblümten Zeilen wie „Just fuck me like you mean it this time, Isaac“ befreit wurde.

Müssen wir uns also Sorgen machen? Wohl kaum. Jede Generation macht in ihren frühen Twens eine erste Katharsis durch. Und diese sieben Londoner sind alles andere als kopflos. Vielmehr sind sie bemerkenswert reflektiert und haben die Fähigkeit, verwirrende Gefühle in kreative, nicht destruktive Bahnen zu lenken. So etwas wie Black Country, New Road passiert der Pop-Welt ziemlich selten. Die euphorische Betitelung als „beste Band der Welt“ ist da zwar nachvollziehbar, kann aber eigentlich nur schaden. Hingegen ist wahr, dass die Anziehungskraft von „For The First Time“ von der ersten bis zur letzten Note funktioniert. Nur schwer kann man sich dem entziehen. Black Country, New Road strahlen sowohl auf Platte als auch bei Live-Auftritten eine irre Präsenz aus. Das macht sie zu den perfekten Gefährten (nicht nur) im Lockdown.

 

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Wieviel Melancholie verträgt ein Jahr? Danielas Rückblick auf 2020

Acht Eimer Hühnerherzen haben es auf ihrem „album“ im März beinahe prophetisch ausgedrückt: „Melancholie ist das, was bleibt.“ Fast möchte man dem für einen Rückblick auf das Jahr 2020 nichts hinzufügen. Dann aber doch. Schließlich gab es noch viele andere Veröffentlichungen, die eine Krise zu überstehen helfen, die uns alle gehörig fordert. Die dem Kulturbetrieb…

Birthday Slams Live

Ein Livealbum einer Band, die man nur versteht, wenn man die Kraft dieser Combo schon einmal live erlebt hat – kann das gut gehen? Mit dem Doppelalbum „Birthday Slams Live“ (Solitary Man Records) liegt nun die erste Live-Aufnahme in der Karriere DONOTS vor. Die Platte ist ein Geschenk des Quintetts an sich selbst: 2019 feierten die DONOTS ihren 25. Geburtstag. Damit zählen sie schon zu den alten Hasen im Business. Im Anschluss an ihre reguläre Tour zum Album „Lauter als Bomben“ (2018) haben die DONOTS noch einen Schwung Geburtstag-Gigs mit ihren bis dahin größten Headliner-Konzerten angehängt – inklusive krönendem Abschluss in ihrer Heimat Ibbenbüren.

Wer die Jungs schon einmal live gesehen hat weiß, dass sich ihre Konzerte in erster Linie durch einen extrem heftigen Austausch zwischen Band und Publikum auszeichnen. Kein Körper – sowohl vor als auch auf der Bühne – bleibt unbewegt und der Schweiß fließt in Strömen. Perfektion steht für alle Beteiligten deutlich hinter Spaß zurück. Wie soll man das auf eine CD bekommen?

Zunächst einmal nehmen die DONOTS alle „Birthday Slams“ mit aufs Album, um die Höhepunkte der Höhepunkte herauszupicken und um mögliche Verspieler oder technische Ausfälle zu kompensieren.

Los geht es mit dem bewährten Intro, bei dem das Publikum lauthals die Band fordert. Das geht dann nahtlos in die Kampfansage „Ich mach nicht mehr mit“ über. Band und Publikum sind ab dem ersten Takt auf 100%. Es folgt Hit auf Hit, knapp die Hälfte der 20 Songs entstammt den letzten beiden deutschsprachigen Alben. Die Pausen dazwischen sind mit Sänger Ingos bekannt launigen Ansagen und reichlich Zuschauerlärm gespickt. Man hört der Band in jeder Sekunde die Freude über die Auftritte an, das Publikum pogt und circlepittet vor dem inneren Auge mit. „Calling“, „Wake the Dogs“ und „Stop the Clocks“ bringen die Zuschauer zum Kochen.

Weil die Band Geburtstag feiert, hat sie sich reichlich Gäste eingeladen: Die Antilopengang verpasst „Kaputt“ eine neue Rap-Strophe, Vom Ritchie (Die Toten Hosen) witzelt, dass „nicht genug Geld für Campino“ vorhanden war und sitzt bei „Superhero“ an den Drums. Turbostaat-Frontmann Jan steht bei „Gegenwindsurfen“ auf den Brettern und Sammy von den Broilers verschönert „Problem kein Problem“.

„Birthday Slams Live“ geht mit den Überhits „Whatever Happened to the 80s“ und natürlich dem Twisted-Sister-Cover „We´re Not Gonna Take it“ auf die Zielgraden. Den Abschluss bildet „So Long“ (leider ohne Frank Turner). Spätestens bei diesem Titel läuft es einem eiskalt den Rücken runter, das Publikum singt minutenlang mit und es entsteht der Eindruck, mittendrin zu stehen. EikeAlexPurgenGuidoIngo  gelingt es wirklich großartig, die Konzert-Atmosphäre rüberzubringen. Mehr Live-zu-Hause geht nicht.

(verfasst von Wolfgang Gouterney)

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THE PICTUREBOOKS – Sonderedition für Sammler

The Picturebooks veröffentlichen am 04.12.2020 ihre ersten beiden Alben „List Of People To Kill“ (2009) und „Artificial Tears“ (2010) erstmals als Vinyl-Sonderausgabe. Beide Alben waren bisher nur als CD erhältlich. Die Schallplatten enthalten zusätzlichen Bonustracks, viele Fotos und Linernotes.  Aber für die wahren Fans und Sammler haben sich die Jungs etwas ganz Besonderes einfallen lassen.…

GO GO BERLIN – Alternativ-Rocker mit Single und EP

Unter dem Titel „Lyfe“ werden Go Go Berlin am 13.11.2020 eine neue EP herausbringen. Den ersten Track daraus haben die dänischen Alternative-Rocker mit „I Never Meant To“ nun herausgebracht. Das dazugehörige Video ist von der Corona-Pandemie beeinflusst. Während es derzeit viele Livestreams gibt, wollte die Band ganz bewusst ein hochklassiges und aufwendiges Performance-Video produzieren. Mit…

CODE 106 – Groove Metaller mit exklusiver Videopremiere

Die westliche Kapregion in Südafrika ist eher für ihre malerischen Küstenstraßen und Golfplätze bekannt als für Rockmusik. Das 2018 gegründete Alternative-Metal-Trio Code 106 stammt jedoch genau von dort – und hat einen kritischen Blick auf die moderne Gesellschaft. Die Single „Eradicate“, die bei uns Deutschland-Premiere feiert, setzt sich mit den negativen Auswüchsen der modernen Gesellschaft…

ALTER BRIDGE – Neue Single und EP-Ankündigung

Alter Bridge haben für den 06.11.2020 ein neue EP mit dem Namen „Walk The Sky 2.0“ angekündigt. Als Studiotrack ist auf dieser „Last Rites“ enthalten, welcher während des Corona-Lockdowns entstanden ist. Außerdem wird die EP Live-Aufnahmen von sechs Songs ihres bisher letzten Studioalbums „Walk The Sky“, das 2019 erschienen war, beinhalten. Aus dem Longplayer haben…

The Ballad Of The Hammer And The Nail

„The Ballad Of The Hammer And The Nail“ (Crispin Glover Records) ist das vierte Album des Soloprojekts Bladed, hinter dem die norwegische Sängerin Anita Kaasbøll steht.

Die Musikerin setzt mit dem neuen Album ihre begonnenen Reise fort, wobei sich die Instrumentierung noch weiter als bisher zurückhält. Entstanden sind intime, sehr persönliche Songs, die sich fast völlig auf Kaasbølls Stimme konzentrieren, die oft sehr hoch daherkommt und hin und wieder Kate Bush erinnert. Teilweise ist der Gesang schon fast ein wenig zu hoch und wirkt schrill. Das muss man mögen. 

Shoegaze, Indierock und Artpop treffen zusammen und verschmelzen zu einem melodischen, lyrischen Gesamtkunstwerk, dabei enthält die musikalische Begleitung viele Elektronikanteile mit sanften E-Beats und schwellenden Keyboards. Das ist mal mehr Alternative-Rock, mal kunstbetonter Pop und manchmal sogar richtig schmalzig. Die in Zusammenarbeit mit dem Texter Thomas Oxem geschriebenen Texte reichen von naiv über satirisch bis zu Anspielungen auf klassische Literatur, der dazugehörige Gesang ist schwelgerisch, zerbrechlich, stark, durchdringend und auf jeden Fall sehr außergewöhnlich, genau wie das ganze Album.

Der Name „The Ballad Of The Hammer And The Nail“ klingt eher nach brachialem Hau-Drauf-Metal, dahinter steckt aber verspielter, abwechslungsreicher Artpop der ungewöhnlicheren Sorte.

KENSINGTON ROAD – Streamkonzert und neue Single

Die Berliner Band Kensington Road spielt am 20. Augut um 20:00 Uhr ein exclusives Streamkonzert im „Huxleys Neue Welt“. Das Konzert ist über strock.tv und über laut.de zu sehen. Es werden Songs vom neuen Album, aber auch Classics der Band zu hören sein. Am 21. August erscheint die neue Single „Pablito Pablito“ als erste Auskopplung…