Kategorie: story

Eluveitie – Eine Folk-Metal-Band kommt selten allein

Im Sommer veröffentlichte die Schweizer Band Eluveitie ihr sechstes Studioalbum Origins, mit dem die Musiker um Frontmann Chrigel Glanzmann kurzzeitig den ersten Platz der schweizerischen Album-Charts stürmten. Wie jeden Herbst, dem in der Bandgeschichte ein veröffentlichtes Album voranging, folgt nun auch in diesem eine große Europatournee, auf der Eluveitie ihr neues Album präsentieren – so auch am vergangenen Sonntag-Abend im Berliner SO36.

Die One-Man-Show des Chet Faker

Gut ein halbes Jahr ist es nun her, dass Nicholas James Murphy seine weltweit für Aufregung sorgende Platte ‚Built on Glass‘ veröffentlichte. Nach langer Tour plus diverser Festivalauftritte, lässt der gute Mann, besser bekannt als Chet Faker, sein bisher erfolgreichstes Jahr durch ein paar letzte Shows ausklingen.

Led Zeppelin – Wandlungsworte vom Rock-Olymp (Rückblick Teil II)

Nein, das vierte Album von Led Zeppelin heißt nicht ‚Led Zeppelin IV‘. Auch nicht ‚Four Symbols‘ oder ‚Zoso‘ oder sonstwie. Spätestens am 24.10.2014 sollte man begriffen haben: Es trägt gar keinen Titel. Braucht es auch nicht, denn der Reisigbündelmann und die sich schälende Tapete sind des Ausdrucks genug. Und noch was: Der Song ‚Houses Of The Holy‘ ist – bei aller Plausibilität des Gegenteils – eben nicht auf dem gleichnamigen Album zu Hause, sondern erschien erst zwei Jahre später auf dessen Nachfolger. Mehr als 40 Jahre ist das alles nun her, und trotzdem müssen wir jetzt darüber reden. In diesem Sinne ein herzliches Willkommen in Abschnitt zwei des Led Zeppelin-Wiederveröffentlichungs-Marathons – der nicht so lange auf sich warten ließ, wie man hätte befürchten können.

Bigelf – Von antiken Instrumenten, Jedi-Kräften und gebrochenen Knochen

Welchen Anteil am Erfolg einer Band hat die Optik? Slipknot und Hämatom machen mit schrillen Masken auf sich aufmerksam und schon der Altmeister aller Gruselrocker, Mr. Alice Cooper, legte den Grundstein seiner Karriere nicht nur mit schrägem, damals ungewohnten Rock, sondern nicht zuletzt mit theatralischen Shows und Outfits, die schockten. Eine echte Punkband hat gefälligst mit Irokese und Nieten aufzutreten, um ihre Identifikation mit der Szene zu belegen. Metalheads tragen Kutte, Schwarzes Shirt und lange Haare. Doch wo läuft die Grenze zwischen Marketing und Authentizität? Eins ist sicher: Der Zylinder, die wallende Mähne und der Eyeliner von Damon Fox der Psychedelic-Doomer Bigelf lenkt Blicke auf sich. Umso mehr, wenn der Pianist und Sänger am Bühnenrand steht und links und rechts ein Keyboard bedient und exstatisch dazu singt. Dann merkt man, daß hier das Gesamtpaket überzeugt! Doch wer ist der Mann hinter dem Zylinder? Wie sieht er seine Band und seine Musik im Musikgeschäft als Ganzes? Der irgendwie aus der Zeit gefallen wirkende Kalifornier hat mit unserem Metal-Chef Daniel über diese und andere Fragen geplaudert und dabei tief und persönlich blicken lassen.

Of Mice & Men mit Linkin Park in Berlin – ‚Wir haben noch nie in einer so großen Arena gerockt!‘

Man mag über die letzten drei, sagen wir Experimente von Linkin Park seit ‚Minutes To Midnight‘ halten, was man möchte – auf der Bühne sind sie einfach immer noch die Legende, als die sie mit ‚Hybrid Theory‘ und ‚Meteora‘ geboren wurden. Wer beim ausverkauften Konzert am 19.11.2014 in der Berliner O2-World Arena nicht dabei sein konnte, hatte sogar einmalig die Chance, es dennoch gemütlich vor dem heimischen Fernseher über den Sender Astra in ultrahoher Auflösung mit zu verfolgen – ein 4K-Fernsehgerät mit Sat-Anschluss und passendem 4K-Empfänger vorausgesetzt. Bei einem so großen Act werden automatisch auch hohe Erwartungen an den Support gestellt. Immerhin ist der für das Warm-Up zuständig. Welche Band wäre da besser geeignet, als eine, die letztes Jahr den ‚Kerrang! Award‘ für die beste Live Band gewann: Of Mice & Men. Für eine Metalcore/Post-Hardcore-Band, die es erst seit fünf Jahren gibt, haben sie einen enormen Aufstieg geschafft und der Auftritt an diesem Abend vor etwa 16.000 Leuten ist ein weiterer Meilenstein. Obwohl davon gefühlt gerade einmal ein Prozent die Band wirklich kannten, hat das Quintett um Austin Carlile (ehemaliger Sänger von Attack Attack!) es nach sieben Songs, hauptsächlich vom neuen Album ‚Restoring Force‘, und der Anweisung ‚Alle hinhocken – aufspringen!‘ tatsächlich geschafft, die Menge im Innenraum zum Tanzen und Mitrocken zu bewegen. Zuvor durften wir mit der Band sprechen: Ein Interview mit Phil Manansala (Leadgitarrist) für die Fans, aber insbesondere auch alle, die zuvor noch nie von Of Mice & Men gehört hatten, aber positiv überrascht waren.

Lacuna Coil – Das Duett der Emotionen

Es ist das Duett von Andrea Ferro und Cristina Scabbia, die Kombination aus der klaren, hohen und doch druckvoll, kräftigen Stimme Scabbias in Zusammenarbeit mit der rauhen, tiefen Stumme Ferros, die dazu führt, dass Lacuna Coil eine der bekanntesten und beliebtesten Metal-Bands aus Italien sind. Auf mittlerweile siebzehn Jahre Bandgeschichte und sieben Studioalben kann diese Band zurückblicken. Alte Hasen? Wohl eher nicht, denn wer im Berliner C-Club eine solche Show auf das Parkett legt, wie die fünf Mailänder Alternative-Metaller, kann so alt nicht sein!

Hardcore Superstar und Gotthard – Von Alkohol, Gesetzlosigkeit und Einschusslöchern

Erst vor wenigen Tagen konnten wir für Euch live aus der Bremer Aladin Music Hall berichten, als Skid Row und Saxon dort Halt machten. Es geht Schlag auf Schlag weiter, und so steht für heute schon das nächste hart rockende Doppelgespann in den Startlöchern. Schweden und Schweizer – verbunden durch ihre Liebe zum Hardrock – haben sich für Anfang November in der Freien Hansestadt angekündigt. Der Berg ruft, und wieder sind viele seinem Rufen gefolgt. Der Berg, das ist in diesem Fall das Gotthardmassiv der Schweizer Alpen, und so ein Bergmassiv besteht bekanntlich aus hartem Fels (Hard Rock). Ok, genug mit den schlechten Wortspielen, denn das im Aladin Gebotene ist alles andere als schlecht – ganz im Gegenteil. Hard Rock vom Feinsten gibt es im Doppelpack mit den Schweden Hardcore Superstar und dem Schweizer Aushängeschild Gotthard.

FKA twigs und der Ernst des Handwerks

Köln, Bürgerhaus Stollwerck, Freitagabend, kurz nach 22 Uhr. Tahliah Barnett, besser bekannt als FKA twigs, wusste genau Bescheid, was zu tun war. Mehr als eine Stunde lang hatte ein DJ Bühne und Saal warmgespielt; Nebel war reichlich vorhanden und nur wenige Handgriffe vonnöten, der Sängerin das Gedeck zu richten. Zwischen übergroßen, auf Stäben montierten Glühbirnen und umrahmt von einer dreiköpfigen Band legt sie eine Vorstellung hin, die das Erleben ihrer Musik um mindestens eine Dimension erweitert.

Wheatus – Abend der Gegensätze

Auch wenn sich die Liste der ehemaligen Bandmitglieder von Wheatus liest wie die Aufstellung eines Highschool-Footballteams – inklusive der Auschwechselspieler, Cheerleader, Balljungen und dem Hotdog-Verkäufer – befinden sich an diesem Konzertabend grade einmal sechs Musiker auf der kleinen Bühne des Berliner Postbahnhofs. Grade einmal? Wenn man bedenkt, dass die Band zu Gründungszeiten aus lediglich drei Jungs bestand, müsste die jetzige Besetzung doch eigentlich groß erscheinen. Tut sie aber ganz und gar nicht. Grotesk? Schon. Aber irgendwie auch logisch, wenn man berücksichtigt, dass drei der sechs Musiker in erster Linie Luft zu verdrängen scheinen…

Opeth – Von Gott, Alkohol und der Last, ein netter Schwede zu sein

Sie waren eine der respektiertesten Progressive-Death-Metal-Bands der letzten zehn Jahre. Bis sie 2011 mit „Heritage“ einen überraschenden und krassen Stilwechsel in Richtung Progressive Rock vollzogen. Massenhaft waren langjährige Fans vor den Kopf gestossen, nicht zuletzt, weil bei der letzten Tour nicht ein einziger Growl über Mastermind Mikael Åkerfeldts Lippen kam. Nicht ein Death Metal Song wurde gespielt und viele Metalheads fühlten sich verraten. Rückblickend ein Fehler, denn die Band liebe die alten Songs nach wie vor, räumte Åkerfeldt in unserem Interview ein. Dieser Fehler der letzten Tour wurde ausgebügelt im gefüllten LKA Longhorn in der schwäbischen Metropole. Aber zuvor plauderten wir mit dem Skandinavier über alkolholische und musikalische Vorlieben, den Blick auf die eigene Band und natürlich das neue Album.