Schlagwort: Soul

SEBASTIAN MADSEN – „Wenn es jetzt noch richtig geil wäre, dann wäre es richtig gut!“

Die Indie-Rocker von Madsen waren wie alle Künstlerkolleg*innen in der Pandemie weitestgehend arbeitslos, und konnten ihren gewohnten (und geliebten) Jobs nur begrenzt nachgehen. Frontmann Sebastian hat die unfreiwillige Arbeitspause genutzt, und mit „Ein bisschen Seele“ ein Solo-Album mit für ihn völlig ungewöhnlichen Soul-Klängen aufgenommen. Zwei Wochen vorm Release sprechen wir mit dem Musiker im Video-Call…

SEBASTIAN MADSEN – Ein bisschen Seele

„Der Typ kann nicht singen, der schreit nur!“, hört Sebastian Madsen, Frontmann der gleichnachnamigen Band aus dem Wendland, ständig, wie er Whiskey-Soda im Interview erzählt hat. Dass er doch wesentlich mehr draufhat, als zu schreien, beweist er mit dem nun vorliegenden ersten Solo-Album „Ein bisschen Seele“, das sich musikalisch dem Soul widmet. Entstanden in den…

Oceans Of Slumber – Starlight And Ash

Dies wird eine schwierige Rezension. Man muss Musik immer auf verschiedene Arten hören – einfach als Fan, als Kritiker, das Große Ganze betrachtend und das Individuelle verstehend. Und damit stellen Oceans Of Slumber den Hörer vor ein riesiges Problem. Das neue Album „Starlight And Ash“ ist ebenso grandios wie es auf seine eigene Art eine…

INGA RUMPF – Höchster Chart-Einstieg zum 75. Geburtstag und Autobiografie

Inga Rumpf, die Grande Dame des deutschen Soul und Blues, wird in diesen Tagen 75 Jahre jung. Passend zum Jubeltag steigt ihr aktuelles Doppel-Album „Universe of Dreams / Hidden Tracks“ (earMUSIC/EDEL) auf den vierten Platz der Offiziellen Deutschen Charts ein. Das bedeutet für die Jubilarin den höchsten Entry in ihrer 60-jährigen Karriere. Insgesamt 26 Songs…

MONOBO SON – Unverhofft mit Vollalarm

Es ist dieser Sommer, in dem nichts selbstverständlich ist. Erste zarte Gehversuche der Kultur müssen sich nicht nur mit den Bestimmungen der Pandemie herumschlagen, nein, auch Petrus selbst scheint in diesem Jahr ziemlich vieles recht persönlich zu nehmen. Anders lässt sich nämlich nicht erklären, weshalb die Open Airs regelmäßig mit Wetterkapriolen bedacht werden. So wurde…

TINA TURNER – Neuveröffentlichung von Foreign Affair

Tina Turner, die Grande Dame der Rockmusik, hatte in den 1980er Jahren ihre ganz große Zeit als Solo-Künstlerin. Nach dem Ende ihrer Ehe und der gemeinsamen Band mit Ike, gelangen ihr – nach einer längeren Durststrecke – mehrere Hit-Alben. Mit „Foreign Affair“ (Warner Music) wird nun die Erfolgsplatte aus dem Jahr 1989 in einer Deluxe-Version…

Now And Then

„Rock ist tot!“, behauptete Gene Simmons (KISS) vor einigen Monaten in einem Interview. Ob sein Bandkollege Paul Stanley der Aussage beipflichtet und das der Grund ist, warum er mit „Now And Then“ (Universal Music) nun ein lupenreines Soul-Album vorlegt, bleibt Spekulation. Um dieses Werk so authentisch wie möglich zu gestalten, hat er sich erfahrene Musiker wie Jon Papenbrook und Gavyn Rhone ins Studio geholt, die schon mit Urgesteinen wie Stevie Wonder und Aretha Franklin gespielt haben. Die Scheibe dient als Hommage an das Genre und enthält neben Cover-Versionen alter Klassiker auch Kompositionen aus dem Hause Stanley.

Los geht es mit „Could It Be I’m Falling In Love“, im Original von The Spinners, an deren Version sich die Band sehr eng anlehnt. „I Do“, eine gemächliche und eher ruhige Eigenkomposition, schließt sich an. Mit „I, Oh I“ gesteht Stanley seiner Liebe „I realize, that I’m lost here without you and I wanna live my life loving you“. Das Ganze verpackt die Soul Station in einen schmissigen Beinahe-Pop-Song.

„Just My Imagination (Running Away With Me)“ orientiert sich ebenfalls stark an der Erstfassung der Temptations. Der falsettartige Gesang erinnert – im positiven Sinne – ein wenig an die Bee Gees.  Böse Zungen, die Stanley zuletzt bei Auftritten seiner Stammband unterstellten, die hohen Töne nicht mehr zu treffen, straft er dabei Lügen. Mit der Ballade „You Are Everthing“ von den Stylistics und der Four-Tops-Nummer „Baby I Need Your Loving“ schließt das Album nach knapp 50 Minuten.

14 Titel hat die Truppe eingespielt. Sie sind dabei ganz nah am ursprünglichen Motown-Sound, nur frischer. Bei den Arrangements der Titel dient – neben den Bläsern – insbesondere der Background-Gesang als wesentliches Stilmittel. Wer die Originalversionen der Covertitel nicht kennt, wird keinen Unterschied zu den Eigenkompositionen Stanleys heraushören, so authentisch gelingt der Band der Brückenschlag.

Ob Rock tot ist, bleibt zu diskutieren, Soul lebt auf jeden Fall mit diesem Album weiter.

Paul Stanley Homepage

Paul Stanley auf Facebook

Paul Stanley auf Instagram

Fotocredit: Keith Leroux

Topaz

Israel Nash ist ein Meister der psychedelischen Schwermut. Gut, daß dieses Album im Frühjahr erscheint, wo zumindest die Sonne und sprießende Pflanzen ein wenig Hoffnung verbreitet. Denn Melancholie ist nach wie vor eines der Markenzeichen von Nash, dessen neuestes Album „Topaz“ (Loose Music) jüngst erschienen ist. Dennoch beschreitet der Meister neue Wege:

„“Topaz“ ist technisch gesehen wirklich das erste Album, an dem ich so viel allein gearbeitet habe, und es war nicht nur eine einzige Session, bei der wir uns diverse Freunde und Gastmusiker dazu geholt haben“, sagt Nash. „Diese Platte entstand im Laufe eines Jahres, zwischen den Tourneen, als ich nur für mich allein sein wollte.“

Die zweite offensichtliche Innovation ist der deutliche Ausbau der Streicher und vor allem Bläser. Los geht’s aber mit einer klagenden Steel-Guitar und einem minimalistischen Schlagzeug-Beat in „Driving Lines“. Zärtlich säuselt der bärtige Pastorensohn Nash zur Mundharmonika in „Closer“ über die fehlende Nähe zu seiner Angebeteten. Und dann sind sie da, die Bläser. Eine ganze Sektion zum Auftakt zu „Down In the Country“, akzentuiert von einem Bass-Saxophon. In „Stay“ spielt letzteres nur eine Nebenrolle unter etlichen weiteren Blechbläsern, der Song hat Soul, einen wunderbaren Refrain und ein verträumtes Gitarren-Solo.

Auch in „Indiana“ und „Howling Wind“ verbindet der Singer-Songwriter seinen ohnehin eigenständigen Stil sehr prominent mit Blasinstrumenten. Die Gitarren sind für alle Saiten-Enthusiasten dennoch auch da, auch Orgeln und immer wieder der klagende Gesang. „Topaz“ ist pychedelisch anmutender Bläser-Soul-Folk. Da hat Mr. Nash sich tatsächlich ein wenig neu erfunden.

Bandhomepage
Israel Nash bei Facebook
Israel Nash bei Youtube
Israel Nash bei Instagram

MONOBO SON – Weil ein Miteinander einfach besser ist

Wir haben uns mit Sänger und Posaunist Manuel Winbeck über das Bandgefühl von Monobo Son unterhalten, und wie sie ihren Livesound eigentlich so definieren. Wie es um die Sehnsucht nach der Bühne bestellt ist oder wie man damit umgeht, wenn immer mehr Lieder auf die Bühne wollen und sich keines hinten anstellen möchte. Natürlich wollten…