Schlagwort: Soul

INGA RUMPF – Höchster Chart-Einstieg zum 75. Geburtstag und Autobiografie

Inga Rumpf, die Grande Dame des deutschen Soul und Blues, wird in diesen Tagen 75 Jahre jung. Passend zum Jubeltag steigt ihr aktuelles Doppel-Album „Universe of Dreams / Hidden Tracks“ (earMUSIC/EDEL) auf den vierten Platz der Offiziellen Deutschen Charts ein. Das bedeutet für die Jubilarin den höchsten Entry in ihrer 60-jährigen Karriere. Insgesamt 26 Songs…

MONOBO SON – Unverhofft mit Vollalarm

Es ist dieser Sommer, in dem nichts selbstverständlich ist. Erste zarte Gehversuche der Kultur müssen sich nicht nur mit den Bestimmungen der Pandemie herumschlagen, nein, auch Petrus selbst scheint in diesem Jahr ziemlich vieles recht persönlich zu nehmen. Anders lässt sich nämlich nicht erklären, weshalb die Open Airs regelmäßig mit Wetterkapriolen bedacht werden. So wurde…

TINA TURNER – Neuveröffentlichung von Foreign Affair

Tina Turner, die Grande Dame der Rockmusik, hatte in den 1980er Jahren ihre ganz große Zeit als Solo-Künstlerin. Nach dem Ende ihrer Ehe und der gemeinsamen Band mit Ike, gelangen ihr – nach einer längeren Durststrecke – mehrere Hit-Alben. Mit „Foreign Affair“ (Warner Music) wird nun die Erfolgsplatte aus dem Jahr 1989 in einer Deluxe-Version…

Now And Then

„Rock ist tot!“, behauptete Gene Simmons (KISS) vor einigen Monaten in einem Interview. Ob sein Bandkollege Paul Stanley der Aussage beipflichtet und das der Grund ist, warum er mit „Now And Then“ (Universal Music) nun ein lupenreines Soul-Album vorlegt, bleibt Spekulation. Um dieses Werk so authentisch wie möglich zu gestalten, hat er sich erfahrene Musiker wie Jon Papenbrook und Gavyn Rhone ins Studio geholt, die schon mit Urgesteinen wie Stevie Wonder und Aretha Franklin gespielt haben. Die Scheibe dient als Hommage an das Genre und enthält neben Cover-Versionen alter Klassiker auch Kompositionen aus dem Hause Stanley.

Los geht es mit „Could It Be I’m Falling In Love“, im Original von The Spinners, an deren Version sich die Band sehr eng anlehnt. „I Do“, eine gemächliche und eher ruhige Eigenkomposition, schließt sich an. Mit „I, Oh I“ gesteht Stanley seiner Liebe „I realize, that I’m lost here without you and I wanna live my life loving you“. Das Ganze verpackt die Soul Station in einen schmissigen Beinahe-Pop-Song.

„Just My Imagination (Running Away With Me)“ orientiert sich ebenfalls stark an der Erstfassung der Temptations. Der falsettartige Gesang erinnert – im positiven Sinne – ein wenig an die Bee Gees.  Böse Zungen, die Stanley zuletzt bei Auftritten seiner Stammband unterstellten, die hohen Töne nicht mehr zu treffen, straft er dabei Lügen. Mit der Ballade „You Are Everthing“ von den Stylistics und der Four-Tops-Nummer „Baby I Need Your Loving“ schließt das Album nach knapp 50 Minuten.

14 Titel hat die Truppe eingespielt. Sie sind dabei ganz nah am ursprünglichen Motown-Sound, nur frischer. Bei den Arrangements der Titel dient – neben den Bläsern – insbesondere der Background-Gesang als wesentliches Stilmittel. Wer die Originalversionen der Covertitel nicht kennt, wird keinen Unterschied zu den Eigenkompositionen Stanleys heraushören, so authentisch gelingt der Band der Brückenschlag.

Ob Rock tot ist, bleibt zu diskutieren, Soul lebt auf jeden Fall mit diesem Album weiter.

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Fotocredit: Keith Leroux

Topaz

Israel Nash ist ein Meister der psychedelischen Schwermut. Gut, daß dieses Album im Frühjahr erscheint, wo zumindest die Sonne und sprießende Pflanzen ein wenig Hoffnung verbreitet. Denn Melancholie ist nach wie vor eines der Markenzeichen von Nash, dessen neuestes Album „Topaz“ (Loose Music) jüngst erschienen ist. Dennoch beschreitet der Meister neue Wege:

„“Topaz“ ist technisch gesehen wirklich das erste Album, an dem ich so viel allein gearbeitet habe, und es war nicht nur eine einzige Session, bei der wir uns diverse Freunde und Gastmusiker dazu geholt haben“, sagt Nash. „Diese Platte entstand im Laufe eines Jahres, zwischen den Tourneen, als ich nur für mich allein sein wollte.“

Die zweite offensichtliche Innovation ist der deutliche Ausbau der Streicher und vor allem Bläser. Los geht’s aber mit einer klagenden Steel-Guitar und einem minimalistischen Schlagzeug-Beat in „Driving Lines“. Zärtlich säuselt der bärtige Pastorensohn Nash zur Mundharmonika in „Closer“ über die fehlende Nähe zu seiner Angebeteten. Und dann sind sie da, die Bläser. Eine ganze Sektion zum Auftakt zu „Down In the Country“, akzentuiert von einem Bass-Saxophon. In „Stay“ spielt letzteres nur eine Nebenrolle unter etlichen weiteren Blechbläsern, der Song hat Soul, einen wunderbaren Refrain und ein verträumtes Gitarren-Solo.

Auch in „Indiana“ und „Howling Wind“ verbindet der Singer-Songwriter seinen ohnehin eigenständigen Stil sehr prominent mit Blasinstrumenten. Die Gitarren sind für alle Saiten-Enthusiasten dennoch auch da, auch Orgeln und immer wieder der klagende Gesang. „Topaz“ ist pychedelisch anmutender Bläser-Soul-Folk. Da hat Mr. Nash sich tatsächlich ein wenig neu erfunden.

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MONOBO SON – Weil ein Miteinander einfach besser ist

Wir haben uns mit Sänger und Posaunist Manuel Winbeck über das Bandgefühl von Monobo Son unterhalten, und wie sie ihren Livesound eigentlich so definieren. Wie es um die Sehnsucht nach der Bühne bestellt ist oder wie man damit umgeht, wenn immer mehr Lieder auf die Bühne wollen und sich keines hinten anstellen möchte. Natürlich wollten…

SuperSonic

Monobo Son haben sich für ihr drittes Album etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die fünf Musiker haben sich für das Artwork als Superhelden versammelt. Das kann nur gut werden, klappt bei Marvel schließlich auch immer. Auf zehn gemeinsame Jahre Bandleben schauen Monobo Son mittlerweile zurück, eine Entwicklung im Schleudergang: Stile, Besetzung – alles einmal bunt durchgeschüttelt um heute gestärkt dazustehen. „SuperSonic“ (Urwald Records) darf daher auch alles. Es darf rocken, es darf angejazzt sein, oder gar poppig-verspielt zugehen.

Gschissna Dog“ versprüht von Beginn an gute Laune, fährt in die Beine und lässt die Querflöte galant tänzeln. Das alles mit der Erkenntnis: Mag der Tag noch so mies sein, es reicht ein klitzekleiner Lichtblick und der reißt alles herum. „Hans Dampf“ hüllt einen zuerst in locker-fluffigen Reggae-Sound ein, um dann mit einem Feuerwerk an Referenzen auf (oder gegen) den Rechtsruck in der Gesellschaft zu schießen. Während man zuerst nur über die offensichtlichen Wortspielereien stolpert, fliegen einem mit jedem Hördurchgang mehr davon zu und entzünden sich neu. Mit „Kellnerin“ gibt es eilig-leichtfüßigen Balkansound, der sich aufschwingt und hochschaukelt und entfernt an den Kasatschok erinnert. Deutlich effektverliebter, jedoch nie überbordend ist „Nu a bissal“. Es befasst sich mit der Klimakatastrophe sowie der Unfähigkeit das eigene Verhalten diesbezüglich zu ändern und dabei gleichzeitig noch gefährlich arrogant auf die junge Generation an Umweltaktivisten zu blicken. Höchste Zeit, sich das immer und immer wieder bewusst zu machen! Zwischendurch streuen die drei Instrumentalsongs regelmäßig auch ruhige, nachdenkliche Momente auf dem Album ein.

SuperSonic“ vereint die Talente seiner Superhelden vom Artwork. Da ist der Rundumschlag mit der Schlagkraft des Hulk. Ein unkaputtbares Gespür für Ohrwurmmelodien, ganz so als würde Wolverine diese mit Adamantium verteidigen. Hindurchschimmernde Seventies-Blitze zu allem, was das Schild des Captain nicht abwehren kann und ein Spinnennetz aus Gitarrenklängen zum mindestens solange darin verweilen, bis die heavy Rotation durch ist.

Fotocredit: Felix Pitscheneder

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A.J. CROCE – Neues Album mit Coversongs

Adrian James „A.J.“ Croce veröffentlicht mit „By Request“ (Compass Records) am 05.02.2021 sein neues Album. Das mittlerweile elfte Werk enthält ausschließlich Neuinterpretationen alter Klassiker. Er bedient sich dabei unter anderem an Titeln von Neil Young, Billy Preston oder den Faces. Der amerikanische Musiker wird in diesem Jahr 50 und hat bereits einige Schicksalsschläge erleben müssen:…

My Blues Pathway

Kein Amerikaner in Paris, sondern in der Schweiz. Der kalifornische Blues-Gitarrist Kirk Fletcher lebt seit drei Jahren in der Schweiz und veröffentlicht mit „My Blues Pathway“ (Cleopatra Records) jetzt sein fünftes Studioalbum. An dieser Stelle gleich die Warnung vorweg: für alle Freunde des klassischen Delta-Blues besteht hier absolute Suchtgefahr. Dabei widmet sich Fletcher auch verwandten Genres und liefert mit seiner hervorragenden Band auch jede Menge Funk, Soul, Gospel und Roots ab. Über allem schwebt der dichte, absolut authentische Geist des Rhythm & Blues, funkige Bläsersätze setzen starke Akzente, bluesige Gitarrenläufe treiben dem Fan beinahe die Tränen der Begeisterung in die Augen, und Fletchers Stimme vermittelt jede Menge Gefühle.

Emotional geht es schon los mit ‚Ain‘t No Cure For The Downhearted‘ und  lässigen, nicht zu aufdringlichen Hammondorgelparts von Johnny Henderson, der 2010 und 2011 als Blueskeyboarder des Jahres ausgezeichnet wurde. Kirk Fletcher hat schon live für Joe Bonamassa gespielt, aber wer dieses Album hört, muss sich eigentlich die Frage stellen, wer von beiden der bessere Handwerker ist, denn was Fletcher hier abliefert, ist eine wunderbare Reminiszenz an ein großes Genre. Zehn Songs lang wird es keine Sekunde langweilig, da immer wieder gekonnte Instrumentierungen wie zum Beispiel die Bläser oder groovende Orgeln für Abwechslung sorgen. Auch das Songwriting ist auf hohem Niveau, sei es in einem treibenden Instrumental wie ‚D Is For Denny‘ oder im Gänsehautbringer ‚Place In This World Somewhere‘.

In der Abschlussnummer ‚Life Gave Me A Dirty Deal‘ werden die oft präsenten Bläser gegen eine wunderbar bluesige Mundharmonika eingetauscht, die Charlie Musselwhite als Gastmusiker beigesteuert hat. Kirk Fletchers Jugendeinflüsse aus der Gospelkirche seines Vaters sind unüberhörbar. Fletcher hat den Blues. Er hat aber auch Soul, und mit dieser bluesgetränkten Seele legt er ein stimmiges Genrealbum vor, das tief berührt. ‚Love Is More Than A Word‘ stellt der Amerikaner in einem der vielen Highlights fest. Das glauben wir ihm absolut und erwidern diese Liebe für „My Blues Pathway“.

KIRK FLETCHER – Blues, Soul und Funk vom Feinsten

Der amerikanische Blues-Gitarrist Kirk Fletcher hat die zweite Single „Ain’t No Cure For The Downhearted“ von seinem kommenden Album veröffentlicht. Bereits vor einigen Woche erschien die erste Single „No PLace To Go“. Der Kalifornier, der vor drei Jahren in die Schweiz gezogen ist, ist seit rund 20 Jahren aktiv, das neue Album ist Studioalbum Nummer…