Schlagwort: Shoegaze

BLADED – Viertes Album im August

Bladed heißt das Soloprojekt der norwegischen Sängerin, Komponistin und Produzentin Anita Kaasbøll, die am 28.08.2020 it „The Ballad Of The Hammer And The Nail“ ihr viertes Album veröffentlichen wird. Die Norwegerin wurde von Kritikern als „weiblicher Nick Cave“ beschrieben. Shoegaze trifft auf Artpop und Indierock. Die Künstlerin scheint es geheimnisvoll zu mögen. Keine Webseite, kein…

BROTHER GRIMM, EYEVORY und NICK MASON – Michaels Highlights des Jahres

Müssen für einen Bluesrock-Chef nur Bluesalben die Highlights des Jahres sein? Nein, natürlich nicht, denn Michael hört Musik querbeet von Metal, Punk, Rock bis eben zum Blues. Und Genre-Schubläden haben ihn noch nie wirklich interessiert.Das Jahr 2019 war nicht nur geprägt von den Neuveröffentlichungen der alten Bluesrock-Hasen wie Joe Bonamassa oder den tollen Live-Veröffentlichungen von…

BROTHER GRIMM – Shoegaze zum Kuscheln

Wer kurz vor Weihnachten eine Pause vom Einkaufsstress brauchte (vermutlich viele) und gleichzeitig auch auf düsteren, experimentellen Shoegaze Blues steht (vermutlich nicht ganz so viele), der durfte sich berufen fühlen, Brother Grimm auf seiner aktuellen Tour zu besuchen. Am 14. Dezember machte das Trio in Bremen Station. Unser Bluesspezialist Michael war vor Ort. Der Berliner…

BROTHER GRIMM – Album, Video und Tour des Shoegazers

Am 08.11. ist das dritte Album von Brother Grimm erschienen. Hinter diesem Namen verbirgt sich der Berliner Musiker Dennis Grimm, der auf „On Flatland, On Sand“  mit experimentellen Soundscapes und minimalistischem Shoegazer-Blues aufwartet. Im Dezember tourt Brother Grimm mit seinen beiden Musikerkollegen Tenboi Levinson (Hodja) und Charlie Paschen (Coogans Bluff) durch Deutschland. Hier die Tourdaten:…

On Flatland, On Sand

Er bezeichnet seine Musik als „Psychedelic PostPopConfession“. Diese klingt düster, bedrohlich, fremdartig, ja verstörend wie eine Soundtrack-Collage eines David Lynch-Films. Der Berliner Dennis Grimm ist Gitarrist, Sänger und Sound-Tüftler, der mit „On Flatland, On Sand“ (Noisolution) sein drittes Album unter dem Künstlernamen Brother Grimm herausgebracht hat. Inzwischen arbeitet der Musiker nicht mehr gänzlich alleine. Sowohl für das Album als auch für die bevorstehende Tour hat er sich Unterstützung durch Kollegen geholt. Tenboi Levinson von Hodja ist mit einer zweiten Gitarre und seinen Keyboards ins Studio gekommen, und Charlie Paschen von Coogans Bluff sitzt am Schlagzeug.

Akustische Albträume hat Brother Grimm auf seinen bisherigen beiden Alben präsentiert, ist durch dunkle Gewässer geschwommen mit bluesigem Shoegazerock, schwermütigen Loops und dunklen, einsamen Gitarrenklängen. „On Flatland, On Sand“ ist etwas freundlicher und heller geworden, präsentiert sich aber immer noch minimalistisch und teils recht experimentell. Passend für die bevorstehende Winterzeit liefert Brother Grimm den stimmungsvollen Soundtrack für kalte, leere Straßen.

Brother Grimm verschwurbeln Postrock und Blues mit eigenwilligen, fast hypnotischen Sounds. Noise und elektronische Sound-Collagen verbinden sich zu einem sperrigen Gesamtpaket, auf das man sich einlassen muss. Das ist kantige Musik, die sich kaum kategorisieren lässt und damit ein Geschenk für alle, die aufgeschlossen für ungewöhnliche Klänge fernab von jeder Massenkompatibilität sind.

Nach ruhigen Momenten folgt mit ‚Broken Glass‘ eine auf den ersten Blick zugänglicherer Song mit knarzenden Riffs und einer stylischen Blues-Note, der aber im weiteren Verlauf (zum Glück) genug Ecken und Kanten entwickelt, um auch hier nicht in den Mainstream abzurutschen. Stimmungsvoll und minimalistisch geht es im Titelsong zu, in dem objektiv betrachtet nicht viel passiert, der aber mit seinen subtilen Soundscapes eine faszinierende, leicht morbide Spannung erzeugt und zum Verweilen einlädt. Zum Ende folgt der meditative Longtrack ‚Chicories And Crown Antlers‘, dem ein wenig die Spannung der restlichen Titel fehlt, der aber einen schönen, ruhigen Schlusspunkt setzt für ein absolut außergewöhnliches Album.

Brother Grimm Bandhomepage

Brother Grimm bei Facebook

Brother Grimm bei Soundcloud

ALCEST – Deutschland-Tour im Februar

Im Februar und März 2020 werden die französischen Klanghexer Alcest sich auf große Headlinetour für ihr kommendes Studioalbum »Spiritual Instinct« begeben, das am 25. Oktober das Licht der Welt erblickt.Dieser ausgiebige Tour-Run wird die Blackgaze Pioniere in 16 verschiedene europäische Länder führen. Die Band freut sich, bekannt geben zu dürfen, dass die französische Hardcore Punk…

ALCEST – Erstes Songvideo für Nuclear Blast

Am 25. Oktober öffnen die Blackgaze-Pioniere Alcest erneut die Tore zu einer anderen Welt und veröffentlichen ihr sechstes Studioalbum „Spiritual Instinct“ beim deutschen Metal-Label Nuclear Blast. Die Band – bestehend aus Sänger/Multi-Instrumentalist und Mastermind „Neige“ und Schlagzeuger „Winterhalter“ – enthüllen die erste Single namens ‚Protection‘ von ihrem neuen Album. „‚Protection‘ ist der erste Track, den…

Things That Hurt

Bei Cultdrreams geschieht nichts einfach so. Alles ist bis in seine Konsequenzen durchdacht und in seiner Vertretbarkeit abgewogen. So ist nach eigener Aussage der Namenswechsel, den die als Kamikaze Girls gegründete Band Anfang dieses Jahres vornahm, das Ergebnis eines intensiven Lern- und Rechercheprozesses. An dessen Ende stand die Entscheidung, die im Musikgeschäft durchaus ein selbstmörderisches Potential bergen kann. Aber der Respekt vor unterschiedlichen kulturellen Prägungen und womöglich verletzenden Verwendungen von Begriffen hatte für die Band mehr Gewicht.

Verletzungen sind es nämlich, die besonders Sängerin und Songwritern Lucinda Livingstone in ihrem Leben als prägend erfahren hat. Seit dem Debüt-Album „Seafoam“ wissen wir, dass Cultdreams ihre Musik zur Problembewältigung nutzen, brauchen – aber auch anbieten. Thematisch decken sie alles von psychischen Traumata, Depressionen und Selbstzweifel bis hin zu Frauenfeindlichkeit, sexueller Belästigung und gesellschaftlicher Ausgegrenztheit ab. Das fordert dem/r Hörer/in Einiges an Kraft ab, kann ihm und ihr diese, vor allem wenn selbst betroffen, aber eben auch geben.

Allein über Schmerzhaftes, „Things That Hurt“, offen zu reden, kann neue Qualen hervorrufen. Auf ihrem neuen Album (Big Scary Monsters) geben Cultdreams darum musikalisch größere Hilfestellungen als noch beim Vorgänger. Will sagen, nicht nur in den Texten, sondern auch im Songaufbau, den Arrangements und Melodien wurden mehr Emotionen verarbeitet, was beim Freilassen selbiger helfen kann. Das Duo ist im Songwriting und Zusammenspiel hörbar gereift. Auch wenn Livingstone uns ab und an die harte Kante gibt und ihr Leid unmittelbar herausschreit („Not My Generation“, „Flowers On Their Graves“), gibt es doch mehrere Songs, die einnehmend, ermutigend und auch tröstend klingen.

Cultdreams fabrizieren weiterhin extrem dichte Songgewebe, aber einzelne Features und vor allem der Gesang werden hier pointierter eingesetzt. Schöne Melodielinien, sphärische Gitarrenwände und eine gewisse Beherrschtheit gab es so auf „Seafoam“ noch nicht. Damit ist „Things That Hurt“ ein wesentlich facettenreicheres und tiefgründigeres Album geworden. Den Schmerz vermag es womöglich nicht ganz zu nehmen, aber zur Katharsis trägt es sicher bei.

 

www.cultdreams.co.uk

MANNEQUIN PUSSY – Zwei exklusive Shows in Deutschland

Die US-Indie-Punks Mannequin Pussy kündigen für den Herbst eine ausgedehnte Europa-Tour an. Dabei steuert das Quartett auch zwei deutsche Städte an: 01.11.: Hannover – El ka 06.11.: Berlin – Kantine Im Berghain   Erst im vergangenen Monat veröffentlichte die Band um Sängerin und Gitarristin Marisa Dabice ihr neues Studioalbum „Patience“, von dem auch wir bei Whiskey Soda…

Cuts

Die Achtziger sind tot. Es leben die Achtziger.

Bedenkt man die Mode- und Mainstream-Sünden, die dieses Jahrzehnt hervorgebracht hat, muss das nicht immer gut sein. Mit The Dead Sound werden aber musikalische Facetten revitalisiert, die keine Scham hervorrufen, sondern wilde Erinnerungen an Auf- und Ausbruch. Konventionen wurden einst überworfen mit Tunes, die dank der Erfindung der Synthesizer neu entstanden. Nur, was damals innovativ war, gilt heute schon als Retro. Aber im Falle von ‚Cuts‘ (Crazysane Records) handelt es sich nicht nur um die Wiederbelebung längst Dahingeschiedener. Die neue Band um Karl Brausch (Love A, Matches) ist durchaus fähig, dem Sound – tot oder lebendig, jede/r entscheide selbst – noch eine eigene Notation zu verleihen.

Mit den ersten Klängen des Albums wird sofort deutlich, wer musikalisch Pate stand. Nach dem Vorbild von A Place To Bury Strangers, The Jesus and The Mary Chain, aber auch Joy Division erschaffen The Dead Sound einen akustischen Raum, der wie in einer Blase parallel zum realen existiert. Tatsächlich war für Karl Brausch das Frickeln, aus dem ‚Cuts‘ abgeschieden in seinem Wohnzimmer in Trier entstand, ein Fluchtweg aus dem alltäglichen Ärger und Stress.

Den hält er bewusst geradlinig mit einem kühlen, metallischen Sound. Im Gegensatz zu seinen anderen Bandprojekten ist Brauschs Musik hier eine eher zweidimensionale. Arrangements und vor allem der Gesang halten sich noise-überlagert dauerhaft auf einer Ebene. Die repetitiven Songstrukturen sind herausfordernd, ihr Raum erlaubt es aber, sich in eine ansteckende Dynamik zu steigern. So entfaltet ‚Cuts‘ einen akustischen Sog, der den Hörer mit jedem Song tiefer in seine Materie zieht.

Das ist keineswegs unangenehm. Vielmehr werden wir zu unserem eigenen Glück gezwungen – abzuschalten nämlich von dem, was uns tagtäglich nervt und quält und den Horizont – visuell wie emotional – verengt. Inmitten von ‚Cuts‘ finden wir uns plötzlich erfrischt, über den Dingen schwebend und in einer gesunden Distanz zur welt wieder. So vernebelt und noisy der Sound des Albums ist, so klar ist man an dessen Ende im Kopf.