Schlagwort: Power Metal

SILVER BULLET bringen thrashiges Symphonic-Power-Metal-Zweitwerk

Die Symphonic-Power-Metal-Newcomer Silver Bullet um den ehemaligen Dreamtale-Sänger Nils Nordling und ex-Turisas-Basser Hannes Horma werden am 29. März 2019 ihre zweites Album „Mooncult“ via Reaper Entertainment veröffentlichen. Wer Bands wie Stratovarius, Blind Guardian oder Evertale mag, darf sich auf ein echtes thrashiges Power-Werk der Finnen freuen, wie die Vorab-Single ‚She Holds A Dark Promise‘ erwarten…

AVANTASIA veröffentlichen neues Video zum Titelsong – neues Album »Moonglow«

Heute veröffentlichen AVANTASIA ihr 8. Studioalbum »Moonglow«: Das faszinierende Cover Artwork stammt vom renommierten schwedischen Zeichner Alexander Jansson. Dazu brillieren neben bekannten AVANTASIA-Gastsängern wie Michael Kiske (HELLOWEEN), Ronnie Atkins(PRETTY MAIDS), Eric Martin (MR. BIG), Geoff Tate (Original-QUEENSRYCHE), Jorn Lande und Bob Catley (MAGNUM) auch neue Gäste wie Candice Night (BLACKMORE’S NIGHT), Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN,…

LANCE KING – Neues Solo-Album vom Ex-PYRAMAZE-Sänger

Bei dem Namen Lance King klingelt’s bestimmt bei einigen von Euch im Hinterkopf. Der Vier-Oktaven-Metal-Tenor ist unter anderem bekannt als Original-Sänger von Pyramaze, Balance Of Power, Avian, Gemini und zahlreichen anderen Bands und Projekten. Nun kehrt der Maestro mit seinem neuen Solo-Album „ReProgram“ zurück. „Das Konzeptalbum deckt diverse Härtegrade und stilistische Feinheiten souverän ab und…

Oriental-Metaller MYRATH – Fantasy-Video zu neuem Album

Die erfolgreichste Metalband aus dem Orient, Myrath aus Tunesien, präsentierten bereits Mitte Dezember mit ‚Dance‘ den ersten Vorboten ihres im Frühjahr erscheinenden neuen Albums. Bereits fast 600.000 Fans haben den atemberaubenden Clip angeklickt, der an das 1001-Nacht-Märchen des Videos von ‚Believer‘ anknüpft. Mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus melodischem Power Metal und traditionellen orientalischen Elementen haben…

Starlight

Der Gedanke hinter diesem Boxset ist für Melodic-Metal-Fans und Vinyl-Sammler ein absoluter Gewinner. Im Rahmen der großen Backkatalog-Reissue-Serie des Berliner Kultlabels Noise Records hat BMG die frühen Werke der ohne Frage erfolgreichsten Noise-Band Helloween in ein fettes Boxset gepackt – erstmals in farbigem Vinyl, noch dazu. „Starlight“ heißt das Teil und versammelt die selbstbetitelte Debüt-EP, das erste vollständige Album „Walls Of Jericho“, die Maxi-Single „Judas“, beide „Keeper Of The Seven Keys“-Alben und eine überarbeitete Version von „The Best, The Rare And The Rest“ mit allen nicht auf den anderen Scheiben enthaltenen Raritäten.

Musikalisch gibt’s hier keinerlei Ansätze zur Kritik – das hier enthaltene Material gehört in jede ernstzunehmende Metal-Sammlung. Gab’s auf der EP noch qualitativ hochwertigen, aber stilistisch relativ konventionellen Speed Metal, so drehte die Band bereits auf „Walls Of Jericho“ in eine vollkommen eigenständige Richtung ab. Thrashige Riffs, weitestgehend mit durchgetretener Doublebass abgerundet, trafen auf ungewohnt hymnische und höchst eingängige Gesangslinien, die nicht nur an Judas Priest, Iron Maiden und Konsorten erinnerten, sondern auch auch immer wieder Einflüsse von Bands wie Queen, The Beatles oder gar ABBA verrieten. Was dank der raueren Stimme von Originalsänger Kai Hansen auf „Walls Of Jericho“ noch eher unterschwellig stattfand, geriet spätestens mit dem Einstieg des achtzehnjährigen Stimmwunders Michael Kiske zum unverkennbaren Trademark eines enorm einflußreichen eigenen Sounds, der mit „Keeper Of The Seven Keys Part 1“ das etablieren sollte, was später als „europäischer Power Metal“ bekannt wurde. Bombast, Speed, hoher Gesang und die „Kinderlied-Melodien“ trafen das Lebensgefühl einer neuen Generation von Metalfans, für die NWOBHM, US-Glam-Metal und Konsorten bereits „alte“ Musik repräsentierten. Mit dem ein Jahr später veröffentlichten „Part 2“ schafften Helloween sogar den Sprung in die Top 5 der LP-Charts, selbst die Single ‚Dr. Stein‘ konnte sich in die Top Ten setzen. Moderator Viktor Worms hätte laut eigenem Bekunden die Band sogar gerne in der „ZDF Hitparade“ gesehen, die sich unter dessen Einfluss gerade versuchte, vom Schlagerformat in eine ernstzunehmende Popsendung zu wandeln – vergeblich, wie wir heute wissen. Interne Querelen und Scherereien mit Management und Label trieben 1989 Bandmitbegründer, Ursänger, Hauptsongwriter und Gitarrist Kai Hansen zum Ausstieg, etwas, von dem sich Helloween kommerziell gesehen bis zur aktuellen Reunion-Tour nicht mehr erholen sollten. Somit ist hier mit Ausnahme der bei der EMI erschienen und derzeit im Rechte-Nirvana hängenden „Live In The UK“ restlos alles enthalten, was Helloween in der Hansen-Ära veröffentlicht haben.

Die Box selbst im schweren, stabilen Slipcase sieht absolut klasse aus. Der Großteil des Drucks ist matt, der Kürbis, das Bandlogo und die silbernen Sterne sind mit Glanzlack hervorgehoben – das sieht nicht nur fein aus, sondern fühlt sich auch so an. Die Kürbis-Slipmat ist ein netter Bonus für alle Vinylfreunde, liegt gut auf und fusselt nicht – letzteres leider immer noch nicht selbstverständlich. Auch das großformatige Poster kann erfreuen – auch wenn natürlich die Frage bleibt, ob die vermutlich etwas ältere Zielgruppe, die sich das doch recht hochpreisig angesetzte Boxset leisten kann, Verwendung dafür hat. Mit Sicherheit bin ich aber nicht der Einzige, der sich dabei angenehm in die alte „Metal Hammer“-Poster-Zeit zurückversetzt fühlt, und Nostalgie ist bei einem solchen Boxset immer ein großer Faktor. Die LPs sind sauber gepresst, laufen perfekt rund und das farbige Vinyl kommt ohne irgendwelche Einschlüsse – auch da kein Grund zum Gemecker. Lediglich „Walls Of Jericho“ war am Plattenrand nicht sauber entgratet, aber das ist ja relativ schnell selbst zu korrigieren. Die Alben nutzen alle die 2006er Remasters als Vorbilder, die klingen, wie sie nun mal klingen: lauter, aber auch schriller und komprimierter als die Originalscheiben. Persönlich hätte ich da doch gerade auf Vinyl die exzellenten Originalmasters vorgezogen, das bleibt aber letztendlich reine Geschmackssache und ist kein Grund zum Punktabzug.

Ein paar Enttäuschungen hält „Starlight“ aber dennoch bereit. So ist die Bildqualität der einzelnen Albumcovers leider nur mittelmäßig ausgefallen. Die Covers sind etwas rotstichig geraten, was auf der EP früher grün war, ist nun sattes Gelb, von der schattenhaften Monstersammlung im Torbogen der ersten „Keeper“ sind nur noch ein paar Linien im Dunkel zu sehen. Gerade bei den ebenso aufwändigen wie ikonischen Artworks der enthaltenen Scheiben ist dies ein echter Minuspunkt – genauso das Fehlen von bedruckten Innersleeves. Die waren nämlich bei den Originalen genauso liebevoll und originell gestaltet wie die eigentlichen Artworks und enthielten Texte, Fotos, Sleevenotes, eigens gezeichnete Comics – fehlt hier alles. So sind auch nur bei den „Keeper“-Scheiben die im Gatefoldcover abgedruckten Lyrics enthalten, und auf ein Booklet mit Zusatzinfos muss man hier leider ebenfalls verzichten.

Noch schwerer wiegt allerdings, das einige der über die Jahre in verschiedenen Magazinen und unter Fans oft kritisierten Fehler der 2006er Remasters auch für die neuen Vinylscheiben nicht korrigiert wurden. So sind beispielsweise bei der „Judas“-Maxi keinesfalls die beiden nur auf der originalen Vinyl-Maxi erhältlichen Livetracks auf der B-Seite zu finden, die immerhin die einzigen offiziellen Livemitschnitte der Originalbesetzung darstellen. Stattdessen gibt es auch hier die „gefaketen“ Versionen, sprich, die „Walls“-Studio-Takes mit unterlegten Publikumsgeräuschen, die auch auf der 2006er CD verwendet wurden. Wer die echten Livesongs haben will, muss also weiterhin eine gebrauchte „Judas“-Originalpressung ersteigern. Auch die auf der „The Best“ zu findenden Songs vom „Death Metal“-Sampler stammen wieder einmal nicht von den Originalmasters, sondern bieten die selben nur mitteltoll von Vinyl gezogenen Versionen wie die auf den 2006er Remasters. Das ist besonders ärgerlich, weil für den „12 Years In Noise“-Sampler seinerzeit eine glasklare Version von zumindest ‚Oernst Of Life‘ auf CD verwendet wurde.

So sehr es natürlich Sinn macht, die erfolgreichste Phase der Band auf Vinyl neu aufzulegen, „Starlight“ ist leider eher „Twilight“ geworden. Denn preislich (knapp über 100€) ist die Box im selben Bereich wie die inhaltlich vergleichbaren Boxsets der Rolling Stones oder Yes angesiedelt und sogar ca. 25% höher als beispielsweise Devin Townsends „Eras 1“, kann aber in der Ausführung qualitativ mit diesen Referenzen einfach nicht mithalten. Schade, denn gerade diese B-Note, die „attention to detail“ macht solch ein teures Boxset eben erst zu etwas Besonderem – und genau da ist „Starlight“ leider nicht so hochwertig ausgefallen, wie es Band und Musik verdient hätten.

RAGE, DARKER HALF und MESSIAH’S KISS in Kaiserslautern

Manchmal stehen einfach die Planeten richtig. Vielleicht hat es auch was mit dem Nikolaustag zu tun. Fakt ist, daß Whiskey-Soda am 6.12.2016 im Cotton Club in Kaiserslautern einen beinahe perfekten Metalabend erleben durfte. Oder, um das Genre beim ungeliebten Originalnamen zu nennen: Heavy Metal. Heavy Fuckin‘ Metal. Zeitlos gut, unprätenziös und launig. Dank dem Urgestein Rage und zweier exzellenter Supportbands in Form von Messiah’s Kiss und Darker Half durfte man sich einmal mehr daran erinnern, daß im Heavy Metal (wie gut es sich anfühlt, diese Wort zu schreiben!) nach wie vor Bands gibt, für die ehrliche, erdige Handarbeit und rohe, positive Energie wichtiger sind als Schubladen, Posen und Digitalproduktionen.

Let Your Heads Roll – The Very Best Of The Noise Years 1984 – 1986

Das Kult-Metal-Label „Noise Lebt!“. Um dieser erfreulichen Aussage Nachdruck zu verleihen, startet dieses Jahr eine Wiederveröffentlichungskampagne des Backkatalogs, als Auftakt werden acht Best-Of Alben herausgebracht, dabei sind namhafte Künstler wie Helloween, Kreator, Running Wild oder Grave Digger, denen es allesamt gelang, dem deutschen Metal ihren Stempel aufzudrücken.

Grave Digger erleben derzeit wieder ihren zigsten Frühling, nach den stürmischen Frühwerken folgte ein Einbruch, der mit den legendären Schotten- und Mittelalterwerken weggewischt wurde und aktuell durch starke Werke aus den 2000ern untermauert wird.

Die Beginne der aus Gladbeck und 1980 gegründeten Band um Chris Boltendahl mündeten im 84er Albumdebüt „Heavy Metal Breakdown“ bei Noise Records. „Witch Hunter“ und „War Games“ bestätigten die Wichtigkeit für die Szene, bis das ungeliebte letztes Album für Noise „Stronger Than Ever“ kam. Der eher mainstreamige Metal in Richtung USA floppte bei den Fans, worauf die Band eine Ruhephase einlegte. Der weitere Verlauf der Karriere ist schlichtweg Metal-Geschichte.

„Let Your Heads Roll“ dokumentiert diese anfängliche Entwicklung von Grave Digger und präsentiert die spannendsten Stücke der Frühphase. Mit „Headbanging Man“ und „Heavy Metal Breakdown“ kommen gleich zwei absolute Szeneklassiker, „Back From The War“ zeigt die düstere Seite der Band, mit „Yesterday“ gab es schon früh den Beweis, dass Chris Boltendahl mehr kann aus nur schreien.

Weitere Klassiker wie „Witch Hunter“, „Let Your Heads Roll“ oder „Stronger Than Ever“ (trotz der auswirkungen auf die Band dennoch relevant) geben einen guten, nostalgischen Blick über die Entwicklung der Band und zeigen noch einmal, wie ruppig Grave Digger zu ihren Beginnen unterwegs war. Das unterstreicht auch der Originalsound der Aufnahmen, die nicht nachpoliert wurden. Oldschool-Fans sollte das nicht stören, Bonusmaterial oder aber Neumixe hätten einen echten Mehrwert dargestellt.

Riding The Storm – The Very Best of the Noise Years 1983-1995

Gegründet 1976 in Hamburg, Mitte der 80er bei und durch das Szene-Label Noise Records mit historischem „Piraten-Metal“ zu Ruhm und Ehre gekommen – das sind Running Wild. Aber Mitte der 90er Jahre liess durch häufige Besetzungswechsel und die Grunge- und Nu-Metal-Bewegung die Bedeutung der Metaller um Oberpirat Rolf Kasparek nach. 2009 erfolgte die Auflösung, bereits 2011 die Reunion, 2013 das neue Album „Resilient“ und 2015 ein Auftritt auf dem Wacken Festival. Nach der „20 Years in History“ (2003) und „Best of Adrian“ (2006) erscheint nun mit dem Titel „Riding The Storm“ bereits die dritte umfassende Best-Of-Sammlung in einer Reihe von Neuveröffentlichungen von Noise Records. Das Beste vorab: Die Alben aus dieser Ära (vor allem „Under Jolly Roger“, „Port Royal“, „Death or Glory“ und „Blazon Stone) sind die kommerziell die erfolgreichsten und rückblickend Klassiker des Deutschen Metals. Die Compilation umfasst auf 2 CD’s 32 Songs der ersten neun Alben und alle Songs, für die die Band bekannt ist, sind sprichwörtlich „mit an Bord“. Grösstes Manko ist wie auch bei den Geschwistern ist die Tatsache, dass die Songs nicht remastered wurden. So ist der Sound 80er-mässig, was vielleicht nostalgisch verklärt erträglich ist, aber eben 2016 keinen echten Mehrwert für eine eigentlich schicke und ambitionierte Veröffentlichung im Digi-Pack darstellt. Später in diesem Jahr sollen in einer zweiten Welle Vinyl- und Albenwiederveröffenlichungen von Running Wild folgen. Zudem arbeitet die Band an einem neuen Album, das ebenfalls noch 2016 erscheinen soll.

Ride The Sky – The Very Best Of The Noise Years 1985-1998

Über Helloween braucht man eigentlich keine großen Worte zu verlieren. Seit über 30 Jahren gilt die Band als einer der erfolgreichsten Metal-Acts Deutschlands. Nach akustischen Versionen ihrer Songs auf dem Unarmed Album liegt mit „Ride The Sky – The Very Best Of 1985 – 1998“ jetzt ein weiteres Best-Of-Album der Hamburger Jungs vor.

Im Rahmen der Serie „The Very Best Of The Noise Years“ veröffentlicht BMG unter dem alten Label Noise Records eine spannende Serie ausgewählter Best-Ofs auf jeweils zwei CDs (wir berichteten), so unter anderem von Running Wild, Kamelot oder Gamma Ray. Mit dabei sind eben auch Helloween, die 1984 quasi durch Noise Records entdeckt wurden, als das Label die beiden Songs ‚Oernst Of Life‘ und ‚Metal Invaders‘ auf einem Sampler veröffentlichte. Nach der positiven Resonanz nahm das Label Helloween unter Vertrag und brachte ein Jahr später das Album „Walls Of Jericho“ auf den Markt, damals noch mit Kai Hansen am Gesangsmikro. Der Grundstein für die phänomenale Karriere der Kürbisköpfe war gelegt.

Die beiden erwähnten Songs finden sich natürlich auch auf diesem Best-Of-Album, das mit einem informativen und reich bebilderten Booklet auftrumphen kann. Chronologisch geht es weiter mit ‚Starlight‘ und weiteren Tracks des ersten Longplayers. Von den beiden „Keeper Of The Seven Keys“ Alben gibt es natürlich die üblichen Verdächtigen wie ‚Halloween‘ (im gekürzten Video-Edit) oder den glücklicherweise in voller Länge auf den Silberling gepressten 13-Minütigen Titeltrack zu hören, das großartige ‚Tale That Wasn’t Right‘ hat es hingegen nicht in die Auswahl geschafft. Meistens wird jedes der kommenden Alben durch ein bis zwei Songs repräsentiert. Über die Auswahl darf man natürlich streiten, aber im Grunde bieten die beiden Silberlinge in toller Aufmachung einen gelungenen Querschnitt durch „The Noise Years“. Neben den Aufnahmen mit Michael Kiske sind natürlich auch Tracks mit Andi Deris am Mikro vorhanden, zum Beispiel ‚Mr. Ego‘ vom 1994er „Master Of The Rings“, dem ersten Album nach der Kiske-Ära. Die Song-Auswahl reicht bis zu „Better Than Raw“ von 1998, soll heißen, vom Cover-Album „Metal Jukebox“ hat es kein Track in die Sammlung geschafft.

Letztendlich kennen die Fans natürlich jeden Track dieser Compilation, aber wer vielleicht noch nicht alle Helloween Alben im Regal stehen hat, bekommt hier für wenig Geld eine zwar nicht umfassende, aber doch sehr schöne Sammlung der wichtigsten Tracks geliefert. Die Best-Of Reihe wird damit grandios eingläutet, freuen wir uns jetzt schon auf die weiteren Alben dieser Reihe und damit neue Gelegenheiten, sich die Klassiker der Metal-Geschichte in geballter Ladung ins Haus zu holen.

Dynamo Classic Concerts 1991

Auf den Höhepunkt der Karriere sollte eine Band abtreten, um in guter, unvergesslicher Erinnerung zu bleiben. Diese Weisheit gilt besonders dann, wenn Auflösungserscheinungen den Stern zum Sinken zwingen. Wer will schon enden wie die Heavy Metal-Klapse Metallica? Leider ist der Name Metal Church auf dem besten Weg dorthin.

Nach der peinlichen „Masterpeace“-Reunion, zwei weiteren enttäuschenden Reanimationsversuchen seitens Kurdt Vanderhoof und noch peinlicheren Konzerten in 2007, sind die zwölf Songs vom Dynamo 1991 eine Wohltat für die Ohren und für das Herz. Denn dieses schlägt für Metal Church, wenn es um authentischen, energiegeladenen Heavy Metal geht. Auf der Höhe ihres Schaffens servierte das Power Metal Quintett aus Seattle einen Auftritt, der beweist, das Metal Church einer der großen Metal Bands waren.

Mit der wohl besten Rhythmusmaschinerie, Kirk Arrington und Duke Erickson, und einem der besten Metal-Sänger, Mike Howe, feiern Metal Church die Highlights ihrer ersten vier großartigen Alben ab, die allesamt zu Klassikern geworden sind. Ob der Power-Song „Date with Poverty“, das ausdrucksstarke „Fake Healer“ oder der Speed-Kracher „Ton of Bricks“ als auch die absoluten Klassiker „Beyond the Black“ und „Metal Church“, alle zwölf Songs sorgen für Gänsehaut. Unterstützt wird das Video-Dokument durch einen guten bis sehr guten Sound und eine spannende Regie. Die sorgt dafür, dass die vortreffliche Live-Action, soweit das überhaupt möglich ist, im Wohnzimmer ankommt. Das i-Tüpfelchen ist die Authentizität der Band: Stretch-Jeans, weiße Turnschuhe, tupierte Harre und Lederjacken. Das ist Heavy Metal!

Einzig die Aufmachung der DVD ist ziemlich mau, eigentlich nicht vorhanden und das Artwork ist so uninspiriert wie es nur geht. Dass beim letzten Song „Metal Church“ fast nur das überflüssige Feuerwerk gezeigt wird, ärgert ungemein und sorgt für einen Punktabzug. Ansonsten ist dieser Live-Mitschnitt ein Must-have für jeden Headbanger.

Homepage von Metal Church

Homepage von Escapi Music