Kategorie: concertrev

Aerosmith sagen der Schweiz ‚Aero-Vederci, Baby‘

Wenn Rock-Superstars sich von den Konzertbühnen der Welt verabschieden, dann gehen die Reaktionen der Fans von Euphorie bis Kritik. Es gibt natürlich jede Menge von denen, die sich die letzte Gelegenheit nicht nehmen lassen wollen, ihre Idole ein letztes Mal live zu bewunden. Dann spielen selbst Fantasiepreise für Tickets keine Rolle. Skeptiker verweisen darauf, dass manch eine Band die Abschiedstourneen zu einem eigenen Geschäftsmodell gemacht haben und machen. Eine künstliche Reduktion des Angebotes lässt eben auch die Nachfrage ansteigen.

The Hooters – Das Leben ist schön

The Hooters haben es eigentlich nicht mehr nötig, miteinander Musik zu machen. Denn neben den eigenen, nach wie vor zum Programm jeder Mainstream-Radiostation gehörenden Hits hat jeder der Musiker sein eigenes Standbein. Sänger/Gitarrist Eric Bazilian schreibt nach wie vor Hits für Andere, in Rob Hymans „Elm Street Studios“ in Philadelphia nehmen unter Anderem Train und Tom Morello auf – und Drummer David Uosikkinen hat als Mitbegründer von mp3.com seit deren Verkauf vor 15 Jahren eh ausgesorgt. Aber ähnlich wie zum Beispiel The Brandos steht bei den Hooters heuer einfach die Lust an der Musik im Vordergrund, auch ohne wie in den Achtzigern Stadien zu füllen. Gut fünfhundert Fans durften sich im Quasimodo im pfälzischen Städtchen Pirmasens davon überzeugen, daß The Hooters nach wie vor eine der mitreißendsten Livebands überhaupt sind.

Comaniac und Metal Church – Besinnung auf das Wesentliche

Ach, wenn es doch nur mit all den Religionen in dieser Welt so einfach (und friedlich) wäre wie mit dem Heavy Metal. Ihren Gottesdienst feierten die Urgesteine von Metal Church zur Toureröffnung und als einzigem Gig in Norddeutschland in Bremen, und die Gemeinde strömte pflichtgemäß in den Musiktempel Tivoli, um diese Predigt nicht zu verpassen. Mit dabei: Packender Thrashmetal aus der Schweiz, dargeboten von Comaniac. Und wir natürlich.

Rust On The Rails – Alles andere als rostig

Dienstag ist Bluerock-Tag im Bremer Club Meisenfrei. Heute hat sich eine neue spannende Band aus den USA angekündigt: Rust On The Rails haben zwar erst ein richtiges Album und eine EP veröffentlicht, sind aber dennoch alte Hasen im Showgeschäft. Sie verschmelzen Blues, Rock, Folk und Americana mit australischen Einflüssen in einer stimmungsvollen und absolut mitreißenden Performance. Wir waren live mit dabei, als der Rost von den Schienen geklopft wurde.

Ghost – Vorverlegte Geisterstunde auf der Reeperbahn

‚Auf der Reeperbahn nachts um halb eins‘, heißt es in dem alten Seemanslied. Nun, so lange musste niemand auf die Geister warten, denn schon um 19 Uhr ging es los. Samstagabend, bestes Frühlingswetter, ausverkauftes Haus direkt an der Hamburger Amüsier- und Sündenmeile Reeperbahn – was will man mehr? Die schwedischen Rocker Ghost hatten zu einem ihrer wenigen Deutschland-Termine der aktuellen Tour geladen, und die Fans kamen in Strömen. Die Docks waren schon lange vor dem Konzert komplett ausverkauft. Whiskey-Soda hat sich ins geisterhafte Getümmel gestürzt.

Battle Beast und Majesty – Heiß, laut und gut

Manchmal braucht man einfach die volle Dröhnung. Darum hatten Power- und True-Metal-Fans jetzt in Hamburg die Gelegenheit, gleich drei artverwandte Genrebands im restlos ausverkauften Club „Logo“ zu erleben. Battle Beast und Majesty sind auf Europatour und haben als Gast das japanische Trio Gyze mit dabei, das eher für melodischen Deathmetal steht. Ob diese Mischung passte, könnt ihr in unserem Live-Review lesen.

Erik Cohen – Von Omega-Männern und Alphatieren

Endlich. Endlich hatte der Wettergott ein Einsehen und legte einen wunderschönen Frühlingstag mit dem Wochenende zusammen. Was passt da für die Abendgestaltung besser, als den Tag im Münchener Backstage bei Erik Cohen ausklingen zu lassen, wo doch schon den ganzen Tag die Glückshormone durch den Körper hüpften? Ein gut gefüllter Club liefert die Antwort: Nichts.

Radio Birds – Dem Verbot zum Trotz gelärmt

Das neue Bluesrock-Jahr begann für das Bremer Publikum mit der Gelegenheit, am 18. Januar Unterricht in Contemporary American Slang zu erhalten. So lautet jedenfalls der Titel des ersten Longplayers der Radio Birds, die ihre allererste Europatour im traditionellen Bremer Bluesclub Meisenfrei begannen.

RAGE, DARKER HALF und MESSIAH’S KISS in Kaiserslautern

Manchmal stehen einfach die Planeten richtig. Vielleicht hat es auch was mit dem Nikolaustag zu tun. Fakt ist, daß Whiskey-Soda am 6.12.2016 im Cotton Club in Kaiserslautern einen beinahe perfekten Metalabend erleben durfte. Oder, um das Genre beim ungeliebten Originalnamen zu nennen: Heavy Metal. Heavy Fuckin‘ Metal. Zeitlos gut, unprätenziös und launig. Dank dem Urgestein Rage und zweier exzellenter Supportbands in Form von Messiah’s Kiss und Darker Half durfte man sich einmal mehr daran erinnern, daß im Heavy Metal (wie gut es sich anfühlt, diese Wort zu schreiben!) nach wie vor Bands gibt, für die ehrliche, erdige Handarbeit und rohe, positive Energie wichtiger sind als Schubladen, Posen und Digitalproduktionen.

Eyevory – Die Wanderung durch Inphantasia

Die Querflöte als eines der dominierenden Instrumente im progressiven Rock. Nicht etwa Jethro Tull stehen an diesem Samstag im späten November 2016 auf der Bühne des Kulturbahnhofs Bremen-Vegesack, sondern es haben die Mädels und Jungs der Bremer Rockband Eyevory zu einem ganz besonderen Abend geladen.