Schlagwort: Pop-Punk

ITCHY – Band-Biografie und (Lese-) Tournee

Die Eislinger Pop-Punker von Itchy (seit 2017 ohne den – nach eigenen Angaben – „denkbar dämlichen“ Zusatz Poopzkid) haben in 20 Jahren Karriere jede Menge erlebt. Die Ereignisse auf der Bühne und hinter den Kulissen haben die drei Herren nun in Buchform unter dem Titel „20 Years Down The Road – How To Survive As…

NOFX – „Linewleum“ und Albumankündigung für Februar (Update)

NOFX haben mit „Linewleum“ einen etwas ungewöhnlichen neuen Song herausgebracht. Es handelt sich bei dem Lied um eine Art Neufassung ihres Openers „Linoleum“ vom 1994er Album „Punk in Drublic“. Laut Bandchef Fat Mike ist „Linoleum“ einer ihrer bekanntesten und und meistgecoverten Tracks. Allerdings kann sich die Band dies nicht erklären, da der Song weder eingängig…

Hell

Man liebt sie, oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nichts. Selbst in den elitären Reihen der zur journalistischen Objektivität verpflichteten Whiskey-Soda.de-Redaktion nicht. Entbrannte doch jüngst im sonst sehr demokratischen und friedlichen Chefredakteurs-Chat ein erbitterter Streit darüber, ob eine Band wie die ärzte mit ihrer neuen Platte „Hell“ (Hot Action Records) Album des Monats sein darf. Die einen fanden die ärzte schon immer göttlich (eh klar), die anderen seit jeher doof, albern und so absolut nicht Punk. Es darf getrost behauptet werden: Das ist Volkes Meinung zur Besten Band der Welt in a nutshell.

Album des Monats Oktober wurde bekanntlich eine andere, offenbar weniger umstrittene Combo. Doch allein die Tatsache, dass sich auch nach fast 40 Jahren Bandgeschichte (ok, mit Unterbrechungen) noch trefflich über die Relevanz von die ärzte zanken lässt beweist, dass sie keinen Millimeter an Relevanz eingebüßt haben. Eat this! So gesehen ist jedes weitere Album von BelaFarinRod – völlig wurscht, wie lange es auf sich warten lässt – der ausgestreckte Mittelfinger an alle, die die Band aus Berlin (aus Berlin!) schon längst in der Versenkung verschwinden sehen wollten. Tja, Totgesagte leben länger, sprach der Graf.

So, nun aber zu „Hell“. Allein der Albumtitel wird dem, wofür die ärzte stehen, mehr als gerecht: Subtil verpackte, oft politische Botschaften, die gerne doppelbödig daherkommen. „Hell“ – entweder die Hölle oder der strahlende Glanz. Suchs Dir aus. Dieser rote Faden der Doppeldeutigkeit zieht sich nicht nur durchs gesamte Œvre, sondern selbstredend auch durch die Platte. Nach dem für Gitarren-affine Ohren leicht verstörenden Intro „E.V.M.J.F.“ geht es im bewährten, gelegentlich eigenwilligen die-ärzte-Sound weiter. Es darf schrammeln, es darf sich an Harmonie-Gesang ergötzt werden, Banjos und Streicher kommen punktuell ebenso zu ihrem Recht wie Ausflüge in tropische Genre-Gefilde.

Ok, alles nicht innovativ. Trotzdem gelingt es BelaFarinRod immer wieder, ihre musikalischen Eigenheiten neu zu arrangieren und spannend zu verpacken, sodass „Hell“ definitiv eine akustisch abwechslungsreiche Scheibe ist die zwingt, genau hinzuhören. Denn die Texte haben es wie immer in sich. Was harmlos daherkommt, kann schnell durch ein einziges Schlagwort eine dramatische Wendung nehmen („Ich, am Strand“, „Achtung: Bielefeld“). Während ein Stück wie die Single „Morgens Pauken“ erst einmal ein wenig im Ohr reifen muss, bis sich die Botschaft entfaltet, geht der Song „Leben vor dem Tod“ direkt in Mark und Bein. Ja. Die ärzte können auch nachdenklich.

Nun, was bleibt jetzt noch zu sagen? „Hell“ ist einmal mehr eine runde, äußerst gelungene die-ärzte-Scheibe. Vielleicht ist sie musikalisch nicht per Definition Punk. Wenn Punk allerdings heißt, auf Konventionen, Genre-Regeln und die Meinung anderer zu pfeifen – dann, ja dann ist „Hell“ mehr Punk als die Ramones und The Clash zusammen. Aber auch darüber lässt sich sicher einmal mehr trefflich streiten.

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LORD OF THE LOST & SWISS & DIE ANDERN – Gemeinsame Single

Musikalisch ist es eine etwas überraschende Kooperation, die Lord Of The Lost und Swiss & Die Andern gemeinsam auf die Beine gestellt haben. Denn normalerweise trennen die Dark Rocker und die Rap-Pop-Punker Welten. Umso ineteressanter ist die nun gemeinsam veröffentliche Single „Schwarz Tot Gold“, in der die insgesamt zehn Musiker kein gutes Haar an Politik…

ITCHY – Musik in Zeiten von Corona

Wir haben den Lockdown genutzt um Bassist Panzer von den Herren Itchy mal auf den Zahl zu fühlen wie das alles so ist mit dem Vermissen, den Finanzen (als leider nicht systemrelevant) und überhaupt der ganzen Krise. So eine Krise könnte schließlich auch für etwas gut sein. Außerdem haben wir uns über das neue Album…

Perceptions

Bereits Charles Dickens beschrieb in „Große Erwartungen“, einem Klassiker der englischsprachigen Literatur, was alles schief gehen kann, wenn Menschen zu viel auf eine Karte setzen und unterschiedliche Interessen kollidieren. Ebenso machen es Cadet Carter auf ihrem Zweitling „Perceptions“ (Uncle M / Cargo Records): die Münchner Indie-Emo-Pop-Punks rechnen mit den Erwartungshaltungen ab, die ihnen bisweilen das Leben schwer machen – seien es die eigenen oder die Dritter.

Im Grunde hat sich Frontmann und Gitarrist Nick Sauter beim Texten für die Platte einmal seinen gesamten Frust von der Seele geschrieben. „A Bad Few Weeks“ ist ein Song, der während einer dunklen Phase im Leben des Sängers entstand und davon handelt, wie bescheiden das Leben manchmal laufen kann – und dass es sich lohnt, sich aufzuraffen und weiterzumachen. Hier wie auf fast dem gesamten Album stehen Lyrics und Musik im Kontrast zueinander: Während es textlich eher düster und nachdenklich zugeht, reißen die packenden, schwerelosen Sounds die HörerInnenschaft mit.

Überhaupt gönnen sich Cadet Carter auf „Perceptions“ eine hübsche musikalische Bandbreite. Es darf dengeln, es darf schrammeln, es darf rocken, es darf aber auch mal melancholisch-sphärisch („Hold Me Down“) oder mit dezenten Pianoklängen untermalt („End / Begin“) zugehen. Klar ist: Die Platte war kein Schnellschuss, sondern ist das Ergebnis eines Reifungsprozesses. Nicht die erstbesten Songs haben es aufs Album geschafft, sondern die, hinter denen die Band steht – und die für die Band sprechen. Beliebigkeit ist einfach nicht das Ding des Quartetts.

Fans der energiegeladeneren Gangart werden anmerken, dass die Scheibe ein bisschen mehr Punk und einen Ticken weniger Emo bieten dürfte. Die leiseren Tracks nehmen das zuvor gut aufgenommene Tempo raus – ein bisschen, als ob sie an der Reißleine ziehen wollten, bevor der Übermut zu groß wird. Denn wir alle wissen: Im Rausch der Euphorie sind dumme Entscheidungen schnell getroffen. Und zack! Sind die Erwartungshaltungen an sich selbst wieder enttäuscht.

Mit „Perceptions“ liefern Cadet Carter ein musikalisch vielschichtiges und ausgereiftes Album, das sich seinem Kernthema aus den unterschiedlichsten Perspektiven nähert. Eine Handvoll mehr positive Vibes hätten der Platte sicher nicht geschadet, würden aber vermutlich der Intention der Band querschießen. Halten wir es zum Abschluss mit Dickens: Es mag seitens der AnhängerInneschaft große Erwartungen an die zweite Platte gegeben haben. Diese wurden definitiv nicht enttäuscht, manch einer wird sie allerdings nur zu 90% erfüllt sehen. Eine Quote, mit der die Band sicher gut leben kann.

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Seasons

Hal Johnson, das westfälische Quartett aus Greve, präsentiert nach knapp fünf Jahren Bandbelastungsprobe sein Debutalbum „Seasons“ (Uncle M Music / Cargo Records). Die ersten Jahre im Bandzeitalter haben die Vier mit Eigenregie-Learning zugebracht und sich ihre DIY-Sporen verdient (Demo, Split EP). So gestärkt konnte dann alles in „Seasons“ einfließen.

Der Opener „Ghost“ beginnt mit choralen Gesangsparts – zumindest solange bis die Punkrockkeule einsetzt. Doch im Falle von Hal Johnson ist das nie kopflos mit der Brechstange, sonder es bleibt immer äußerst melodieverliebt, catchy und vom Pop getragen. Selten wird man bei einer Platte bereits vom ersten Song so eingefangen und gefesselt das man in Freudenschreie ausbrechen möchte. Doch genau das passiert bei „Ghost“.

Das Coverartwork, welches eine Matroschka zeigt der man in den Bauch schauen kann, spiegelt die Vielschichtigkeit von „Seasons“ ganz gut wieder. Denn auch die Instrumentierung ist nicht ausschließlich klassisch. So findet sich bei „Control“ eine Trompete, die jedoch – anders als man vermuten könnte – nicht skalastig daherkommt sondern dem Song eine leise Melancholie einhaucht. „Better“ hingegen erinnert gesanglich an die Donots inklusive Hymnenhaftigkeit und „Oo-oohs“. Lyrisch arbeiten sich Hal Johnson an den Sorgen und Alltagsproblemen ab, singen über Nöte und Hoffnung. Das ist zwar nicht die ganz große Kunst, aber da sind andere schon für weitaus weniger gelobt worden. „Gang In Black“ punktet mit übersprudelnden Gitarrenriffs – die dazu in die Luft stoßenden Fäuste sieht man quasi schon vor sich.

Mit „Seasons“ haben Hal Johnson ein sehr beachtliches Debut vorgelegt. Man merkt Band und Platte an dass ihnen die verhältnismäßiges lange Phase des sich Eingroovens und des Punkspirit-Atmens gut getan hat. Aus „Seasons“ tropft die Leidenschaft zu dem was die Herren da tun förmlich aus jedem Song heraus.

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DIET CIG kündigen zweites Album „Do You Wonder About Me?“ an

Man hat sie bereits als Tornado, Feuerwerkskörper oder Gewitter beschrieben und sie echt, unverfroren und bodenständig genannt: Heute kündigen Alex Luciano und Noah Bowman, alias Diet Cig, ihr zweites Album „Do You Wonder About Me?“ für den 01. Mai 2020 an. Dazu erscheint die Single „Thriving“. Das Duo kommentiert ihren neuen Song mit einem Gefühl,…

SCHMUTZKI aktuell auf Tour – Ticket-Verlosung

Die baden-württembergischen Punkrocker Schmutzki befinden sich aktuell auf Deutschland-Tour zu ihrer aktuellen EP „Crazy“. Wir präsentieren euch den Rest der Tour und verlosen mit der Band 2×2 Tickets zu den verbliebenen Konzerten. 14.02. AT-Wien – Flex 15.02. München – Backstage 28.02. Münster – Sputnikhalle 29.02. Köln – Kantine 06.03. Berlin – Festsaal Kreuzberg 07.03. Dresden…

Ja Als Ob

Die Donots habens vorgemacht. ITCHY tuns nun auch: Ihre neue Platte „Ja Als Ob“ (Findaway Records) kommt nicht mehr auf Englisch, sondern auf Deutsch daher. Die Reaktionen auf die ersten Singleauskopplungen „Faust“ und „Ja als ob“ fielen in den Sozialen Medien recht positiv bis frenetisch begeistert aus. Zugegeben, die beiden Tracks verbreiten auch in der Muttersprache den alten ITCHY-Spirit – ein bisschen auf die Fresse, ein bisschen Augenzwinkern, ein bisschen Humor und jede Menge Spaß an der Sache und der ironischen Selbstbetrachtung. Doch leider liefert die Scheibe auch ernüchternde Momente.

Während auf „Lights Out London“ (2010) oder „All We Know“ (2017) noch die politische Haltung und die Wut auf alles, was in der Welt gerade schiefläuft im Vordergrund standen, nimmt jetzt die – hin und wieder leicht selbstmitleidige – Innenschau einen prominenten Platz ein. „Gegen den Wind“ ist so ein Song, der nicht nur durch sein poppiges Dahinplätschern irritiert, sondern auch durch seine larmoyante „Alle sind gegen mich aber ich scheiß voll drauf“-Attitüde. Ja, ITCHY gehen mit „Ja Als Ob“ neue Wege und probieren etwas aus. Diese Abzweigung steht ihnen allerdings nicht gut zu Gesicht.

Anders sieht es mit den Titeln aus, die klare Hip-Hop-Einflüsse mitbringen. Wer ITCHY bereits live gesehen hat weiß, dass das Run-D.M.C.-Cover „It’s Tricky“ der Knaller jeder Show ist. „Herzlich Willkommen“ schließt daran nahtlos an und groovt satt in den Boxen. Offen politisch wird es genau einmal, mit „Nicht weg“ – einer klassischen Uptempo-Punk-Nummer, die eine klare Kampfansage an die Rechtspopulisten und Demagogen unserer Zeit ist: Ich steh direkt vor dir // Werd nie kapitulieren // Du kannst brüllen bis Du verreckst // Ich bleib stehen // Ich geh hier nicht weg.

Zugegeben, beim ersten Hören irritiert die Platte Fans, die ITCHY bereits sehr lange begleiten. Nach mehreren Runden „Ja Als Ob“ freundet man sich zaghaft mit dem neuen Look an, nicht zuletzt wegen einiger sehr starker Nummern und der (musikalischen) Experimentierfreude. Die ist allerdings auch die Krux des Albums: Pop und Larmoyanz wollen sich nicht so recht in den ansonsten spannenden, dem ITCHY-Universum als Thema mit Variation huldigenden Sound fügen.

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