Schlagwort: Extreme Metal

Anomalies

Highspeed, Breaks und Akustikgitarren sind die Bestandteile des Cocktails, den uns Relapse Records regelmäßig anpreisen. Oft bedeutet dies aber außer Hektik und fehlenden Songstrukturen nicht viel mehr. Cephalic Carnage bedienen sich zwar genau dieser Versatzstücke, doch schaffen sie es, auf „Anomalies“ (Relapse Records) richtige Songs daraus zu machen

Insgesamt bedeutet das, dass der Hörer die zwölf Songs ohne weiteres auch unterscheiden kann. Dabei fallen sogar Parts auf, die man als sehr gelungen bezeichnen kann. So haben zwei, drei Stücke richtig gute Riffs, mal hyperschnell, dann langsam, aber treibend. Das andere Mal sind diese hoch musikalisch, aber selten übertrieben hektisch oder gar aufgesetzt. Weniger ist halt doch meistens mehr. Bestes Beispiel ist „Piecemaker“ mit seinem treibenden Riffs

Herausragend strukturiert ist der letzte Track „Ontogony of Behavior“, der eine bedrohliche Atmosphäre mit passend abgestimmten Blast-parts verbindet. Hier haben Cephalic Carnage ihre Lektion bei Neurosis gelernt. Death hört man ebenfalls des öfteren heraus. Allgemein nervt aber das verzerrte, gutturale Grunzen. Das passt nicht zum ansonsten hohen Niveau von Cephalic Carnage. Dafür ist das Cover-Artwork recht gelungen und fängt die musikalisch Stimmung bestens ein und kommt doch ohne Blut und Kadaver aus.

Als gelungen kann ist der vierte Longplayer von Cephalic Carnage trotzdem bezeichnen. Er spielt mit vielen Versatzstücken des Extreme Metals, bleibt aber nachvollziehbar und genießbar. „Anomalies“ ist anstrengend, im positiven Sinne.

Homepage von Cephalic Carnage

Fertigmensch

Wer im Presseinfo Slayer und A-ha als Einflüsse angibt, kann nicht ganz richtig im Kopf sein. Und siehe da, dort steht es doch in derselben Mitteilung, der Junge nahm Drogen und hat Probleme im Kopf. Und was kommt dann dabei heraus, wenn man solchen Typen Instrumente in die Hände gibt? Na? Ganz richtig! Ziemlich fieser, metallischer Grindcore mit einen komischen Namen: Japanische Kampfhörspiele.

Gerade aber das macht die Japanische Kampfhörspiele aus. Ihre kaputte Psyche, mit der sie bestes Verständnis für die Neurosen dieser Gesellschaft haben, setzen sie in höllischen Lärm um. Konsumwahn, Leistungsdruck und der tägliche Gruppenzwang, den unsere Gesellschaft auf uns ausübt, machen uns krank. Unsere Gesellschaft ist krank! Genau diese Auswüchse reflektieren die Japanische Kampfhörspiele mit atemberaubend, heftigem Grindcore, der niemals in sinnloses Prügeln abgleitet.

Ablehnung wird zur Bestätigung und symbolisiert Zuneigung. Zerstört eure Spiegel und holt euch den „Fertigmensch“ von Ikea oder gebt euer selbsteigenes Ich zugunsten von Boy Groups auf. Werdet „Fan von gar nichts“! Denn „Alle Wollen Gut Aussehen (Und Tun Es Nicht)“! Dann holen wir aus zum „Amokschlaf“! Und zum guten Schluss „Verbrennt Euer Geld“!

Die Japanische Kampfhörspiele stehen für kranke Genialität, ohne Kompromisse, sei es musikalisch, textlich oder beim genialen Artwork. Wenn Lärm, dann nur so!

Homepage der JaKas

Batsardized Records bei Bandcamp