Schlagwort: Pop

Bittersweet

Das Nürnberger Indie-Folk-Quintett Me & Reas setzt mit dem Album „Bittersweet“ zum Höhenflug an. Die Combo hat bereits früh in ihrer Karriere erste Erfolgsluft geschnuppert, nur um recht bald festzustellen, dass sie sich im DIY-Kosmos doch bedeutend wohler fühlt. Back to the Roots, sozusagen. Nur selten hat man ein Album vor sich, welches die Seele…

ME & REAS – „Flucht ins DIY“

Flucht nach vorn bedeutet, durch eine überraschende Aktion das Gegenüber zu überrumpeln. Gerumpelt hat es auch bei Me & Reas ganz ordentlich, bis sie sich von den mitunter schweren Altlasten des eigenen Karrierestarts befreit haben und in der Wohlfühlzone angekommen sind. Natürlich nicht ohne das alles in großartige Songs zu gießen. Müssen ja für irgendwas…

THE JEREMY DAYS – Comeback nach mehr als einem Vierteljahrhundert

Die Hamburger Rock/Popband The Jeremy Days hatten ihre goldene Zeit in den späten 80´ern und frühen 90´ern. Insbesondere der Hit „Brand New Toy“ lief 1989 auf allen Radiostationen rauf und runter. 1996 trennten sich die Männer um Frontmann Dirk Darmstaedter, kamen aber für einzelne Kurzauftritte (u.a. Rettungskonzert zugunsten des FC St. Pauli) sporadisch wieder zusammen.…

Burn To Boogie

Es gibt vieles, das man mit einer Zeitmaschine anstellen könnte, und es muss gar nicht immer der Versuch sein, die Zukunft oder Vergangenheit zu verändern. So etwas geht meist nach hinten los. Besser, einfach nur zurück in die 70er zu reisen, um Musik zu hören. Retro, glitzernde Discokugeln, Kool & The Gang, Funkadelic, die Bee…

JAN LÖCHEL – „Irgendwann konnte ich sagen: Stimmt, ich lebe ja davon!“

Der Singer/Songwriter Jan Löchel hat mit „The Last Song“ eine neue Single veröffentlicht. Der Musiker aus Münster ist neben seiner eigenen Karriere auch als Produzent, Texter und Komponist für zahlreiche andere Künstler*innen aktiv und war als Berater und Coach in der Sendung „The Voice of Germany“ zu sehen. Sein Name steht unter anderem in den…

DANIEL BENYAMIN (Ex-SEA+AIR) Tickets für die aktuelle Tour gewinnen!

Ihr habt auch mal wieder richtig Bock auf Live-Musik? Da hätten wir was Tolles für euch! Der süddeutsche Musiker Daniel Benyamin hat nach der Auflösung von SEA+AIR nicht nur ein neues Solo-Album angekündigt, sondern ist seit dem 12.11. auch auf Deutschland-Tour. Die neue Single „Digital Lovers“ ist der erste Song aus seinem im Februar 2022…

UNTER ANDEREM MAX – Neue Single ist da

Das Musikprojekt Unter anderem Max rund um Frontmann und Namensgeber Max Kühlem legt mit „Für die Lohnarbeit“ seine neue Single vor. Sänger Max schart stets eine illustre Truppe an Mitmusikern um sich, um seine Songs aus dem Singer/Songwriter-Genre musikalisch umzusetzen. Dabei wechseln sich das Aufgebot an Musikern, die Besetzung – von Solo über Duo und…

beautifulgarbage

Wenige Wochen nach dem Terroranschlag vom 11.09.2001 veröffentlichten Garbage ihr drittes Album „beautifulgarbage“. Die Welt war in Aufruhr, neue Musik war in diesen Wochen absolut zweitrangig und Promotion nur sehr begrenzt möglich. Das alles allein ist aber nicht der Grund, warum die Scheibe vor 20 Jahren kommerziell deutlich hinter den Vorgängern zurückblieb. Die Truppe um Frontfrau Shirley Manson hatte sich teilweise an neuen Sounds versucht und ihre Fans mitunter ratlos zurückgelassen.

Nun zum Jubiläum legen Garbage -genau wie bei den ersten beiden Werken- eine frisch gemasterte Neuauflage mit zahlreichen Extras auf insgesamt drei Tonträgern vor.

Mit der klaren Ansage „Shut Your Mouth“ geht es los. Ein knackiges Gitarrenriff eröffnet, bevor in den Strophen Drum-and-Bass-Klänge den gerappten Text untermalen. Erst im Refrain wird es rockig und eine laute Gitarre ist zu hören.

„Androgyny“ war damals die erste Single – und wurde auch nun in einer Mix-Version vorab veröffentlicht. Wie die gesamte Platte hatte auch der Song nur begrenzten Erfolg. Aus heutiger Sicht kaum verständlich. Vereint das Lied doch die typischen Garbage-Klänge: Elektro-Pop mit Gitarre, die unverkennbare Stimme Mansons und einen eingängigen Refrain.

Bei „Till The Day I Die“ glaubt man bei den ersten Sekunden, dass versehentlich eine Nummer von Madonna sich untergemischt hat. Zu groß sind die Ähnlichkeiten und auch im Chorus werden die Anleihen deutlich. Zwei Jahre nach ihrem Beitrag zum Bond-Soundtrack hat man bei der Ballade „Cup Of Coffee“ den Eindruck, die Band bewirbt sich erneut für den Vorspann. Sehr elegisch und mit diesem eindringlichen Gesang, der auch „The World Is Not Enough“ in die Kinos brachte.

Mit einem Wechsel aus ruhigeren und rockigeren Songs geht es weiter, wobei die ruhigeren deutlich überwiegen. Das ist auch der einzige Vorwurf, den man „beautifulgarbage“ machen kann. Die damals ach so gewagten und mäßig beliebten Sounds überraschen und stören heute nicht mehr.

Die erste der beiden Bonus-CDs enthält B-Seiten, mit einigen wunderschönen Juwelen darunter – auch hier weitestgehend eher ruhig. Hervorzuheben sind eine Live-Fassung des Rolling-Stones-Hits „Wild Horses“, das durch Shirleys tiefe Vocals Gänsehaut verursacht, sowie das U2-Cover „Pride“.  Die zweite Zugabe enthält Remixe der Album-Tracks, die mal mehr und mal weniger gelungen, aber allemal spannend anzuhören sind.

Die übliche Frage bei Re-Releases ist, ob man sie braucht. Wer das Original im Schrank hat und sich nicht für Raritäten und Besonderheiten interessiert, kann sein Geld sparen. Wer die Gruppe mag und wem „beautifulgarbage“ noch fehlt -oder wer auch abseits der Standard-Auflage neugierig ist, sollte hier seine Sammlung auf jeden Fall vervollständigen.

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LABRASSBANDA – Den Moment zum Klingen bringen

LaBrassBanda haben ins Münchener Hofbräuhaus gerufen. Das ist an und für sich noch nichts Außergewöhnliches für die Blasmusiktruppe aus dem Chiemgau, dass sie jedoch zu einer Yoga-Veranstaltung laden hingegen schon. Ursprünglich geboren wurde die Idee, eine Yogasession musikalisch zu begleiten, um die coronabedingte Zwangspause zu umgehen. Bereits die Uraufführung 2020 in Füssen fand so viel…

Apparatschik

Ein in schwarz und weiß gehaltenes Art-Noir-Albencover macht Lust auf „Apparatschik“ (Augeil Records / Noisolution) , einem musikalischen Gruß aus Zürich. Nach einigen EPs und dem 2019er Album „Gourrama“ legen The Shattered Mind Machine mit „Apparatschik“ ihren neuen Longplayer vor.

Das Schweizer Trio wurde vor sechs Jahren gegründet und besteht aus Simon Fehr (Gitarre und Gesang) sowie Kaya Guggenheim am Schlagzeug und Simon Hirzel am Bass. Diese Besetzung hört sich zunächst nach klassischem Rock an, doch wer die EPs schon kennt, der weiß, dass diese Maschine zwischen den Genres kreuzt. Alternative (Post)Rock trifft auf klassischen und Post Punk, trifft a Wave und Stoner Rock. Das wird mal psychedelisch, mal poppig, mal fühlt man sich an The Cure erinnert, mal an Szenebands wie Coogans Bluff (abzüglich der Bläser) oder Daily Thompson. Die Songs bleiben dabei bis auf zwei Ausnahmen im Vierminutenbereich überraschend kurz (aber hey, es ist ja auch Punk!) und schraddeln irgendwo zwischen zwei und drei Minuten. Schade eigentlich, denn das Songwriting ist überwiegend so gut, dass man gerne mehr beziehungsweise länger gehört hätte.

Viel mehr gibt es aber auch gar nicht zu meckern. The Shattered Mind Machine überzeugen mit griffigen Kompositionen, wabernden, ziemlich psychedelischen Gitarren und tadelloser Gesangsarbeit, welche die teils philosophischen Texte gut herüberbringt, sei es nun im treibenden Opener ‚Paper‘ oder im etwas leichteren, fast schon poppigen ‚Josaphat‘. Richtig gut, wenn auch sehr kurz: der Titelsong und das vorangehende ‚Anyway‘, die Höhepunkte der Platte, welche die Härteschraube etwas anziehen und leicht noisige Soundscapes aufbauen. ‚Mosquitos‘ groovt und bleibt auch nach dem Ende noch lange im Ohr. Und der geneigte Hörer wird nach dem Ende der Platte nicht lange zögern und sich das Ganze noch einmal von vorne anhören. So muss das sein.

Das Albumcover mag nur schwarz und weiß sein, aber die Musik der Shattered Mind Machine hat viele Farben, viele Formen.

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