Schlagwort: Glam Metal

ROCK HARD FESTIVAL – Kult-Festival steigt an Pfingsten

Rock Hard Festival

Das Pfingst-Festival (03. bis 05. Juni) der Kollegen vom Rock Hard nimmt immer mehr Gestalt an. Jetzt konnten die Geschichtenerzähler Blind Guardian als Headliner gewonnen werden. Dafür sind aber augenscheinlich die Prog Metaller Psychotic Waltz raus und Razor gegen die dänischen Thrasher Artillery getauscht worden. Inzwischen steht auch die Running Order für die drei Festivaltage…

HEADBANGERS OPEN AIR – Nächster Versuch 2022 + SACRED REICH (UPDATE)

Headbangers Open Air 2017 Image

Nach dem „sicheren“ Headbangers Open Air ohne Camping im letzten Jahr schicken sich die HOA-Macher an, Deutschlands größte Gartenparty für dieses Jahr safe zu machen. Wie immer wird es am letzten Wochenende im Juli, nämlich vom 28. bis zum 30., stattfinden. Ein Großteil der Bands, die bereits für 2020 ihre Zusage erteilt hatten, halten ihr…

STRYPER starten Crowdfunding-Kampage für Band-Dokumentation

Beinahe 40 Jahre bestehen Stryper und sind nicht nur die älteste und prägendste, sondern auch die kommerziell erfolgreichste christliche Metal-Band. Das Quartett aus Kalifornien ist nach wie vor auf hohem musikalischen Niveau aktiv und hat auch in den letzten Jahren wunderbare Scheiben wie zuletzt „Even the Devil Believes“ (2020) veröffentlicht. Nun wendet sich die Band…

American Amadeus

Wer es bunt, laut und pompös-schillernd mag, wurde zum Jahreswechsel 2020/21 mit ein paar verbotenen Restbeständen aus dem Vorjahr enttäuscht. Vielleicht spendet die neue Scheibe „ American Amadeus “ (Steamhammer/SPV) der Glamrocker John Diva & The Rockets of Love, die Anfang dieses Jahres so ganz ohne Roadshow ihren Weg in die Ohren der langhaarigen Spandex-Träger*innen fand, etwas Trost.

Raketen der Liebe trotz Feuerwerksverbot?

John Diva, selbsternannter Californian Sunnyboy, und seine musikalisch hochbegabten Buddies aus aller Welt schlagen mit ihrem zweiten Studioalbum ein neues Kapitel der Musikgeschichte auf. Zumindest wenn die Ära der Rockmusik von 1970 bis 2020 komplett ausgeblendet wird. Wenn nicht, kommt einem der ein oder andere Sound bekannt vor.  Mancher Song klingt wie eine Zeitreise zu den  jungen KISS, Mötley Crüe, Bon Jovi, Aerosmith und Whitesnake. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Diva schon als Jugendlicher Songs für Vince Neil und Axl Rose geschrieben hat.

Und weil die Zeitmaschine einen Defekt zu haben scheint, ist sie für den Titelsong noch kurz im 18. Jahrhundert stecken geblieben. Genau dort, wo auch Falko schon 1985 schon einmal ein Tête-à-Tête mit dem „Rocking Amadeus“ hatte. Dieser brachte den Jungs das Cembalospielen bei und schickte sie schnell wieder zurück zu ihren Idolen in die 80er. Wem also AC/DC zu technisch, Steel Panther zu ernst und Mötley Crüe zu brav sind, der kann sich sicher mit JDATROL anfreunden.

Raketen, Zweitakter und Pudelrocker

Das Album beginnt tatsächlich mit einer kleinen Rakete. ,Vodoo, Sex and Vampires’, so der vielschichtige Titel des Openers, geht auf jeden Fall gut nach vorne und macht bei einem richtige Livekonzert bestimmt ordentlich Stimmung. Man munkelt, Hannes Braun von Kissin’ Dynamite habe bei einigen Songs seine Finger im Spiel gehabt. Es ist vorstellbar, dass dies beim auch ersten Song der Fall ist. Das Gitarren-Solo klingt irgendwie nach KD. Was definitiv als Kompliment gemeint ist! Und auch das Banjo, gespielt von Michael Voss, passt sich stimmig in das Lied ein.

Die erste Single, die bereits im September 2020 erschien, ist ebenfalls sehr gelungen. ,Bling Bling Marilyn’ erzählt eindrucksvoll die Geschichte einer komplizierten jungen Dame, die emotional hin- und hergerissen ist zwischen einer festen Bindung und einem Leben in Prunk und Luxus. Das könnte man zumindest mit etwas Fantasie in die 133 Wörter des Textes hineininterpretieren. ,Soldier of Love,’ ,Champagne on Mars’, ,Movin’ Back to Paradise’ und ,2 Hearts’ sollten erst gar nicht erwähnen werden, weil sie einfach nicht hängenbleiben. Das ist feinste 80er Popmusik, wie  verirrte Vespas auf den Harley Days. ,Wasted in Babylon’ und ,Drip Drip Baby’ haben Potenzial zum Mitgröhlen und bedienen bestens das (trinkende) Party-Volk.

Alles in allem bildet „American Amadeus“ eine gute Grundlage, um die Bühnenshow von JDOTROL weiter auszubauen. Und das ist genau das, wofür es diese Band gibt! Für all jene, die den mittlerweile alternden Bands der  Glamrock-Szene nachtrauern, sind JDOTROL da und bringen diese Zeiten mit Power auf kleine und großen Bühnen zurück. Aber man muss sich schon die Perlen raussuchen. Zum Hören alleine im Wohnzimmer an grau-feuchten Wintertagen bringt das Album zumindest Farbe rein, scheint aber andererseits auch ein bisschen fehl am Platz. Aber kennt ihr das, wenn ein Signal vom Ohr in den Körper geht, und der Körper ruft: „Gib’ mir was zu Trinken!“? Prost!

Gastautor: Christoph K.

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BLIND GUARDIAN – Weihnachtscover von Slade

Dass Blind Guardian gerne mal Songs covern ist wahrlich nichts Neues mehr, wenn man beispielsweise nur an eine Compilation wie „The Forgotten Tales“ (1996) denkt. Weihnachtslieder zu spielen ist für die Krefelder jedoch neu. Nun haben sie sich den Weihnachtsklassiker „Merry Xmas Everybody“ der Glam-Rock-Band Slade vorgeknöpft. Noch besser als das Cover ist allerdings das…

Even The Devil Believes

Sie sind noch immer – und nach wie vor mit beeindruckender musikalischer Power – die bekannteste White-Metal-Band des Planeten. Nur gut zwei Jahre nach dem Vorgänger „God Damn Evil“ bringen Stryper den Nachfolger „Even The Devil Believes“ (Frontiers Music). Es ist das zwölfte Album der knapp 40-jährigen Bandgeschichte, das vierte Album seit 2013 und das erste, an dem der neue Bassist Perry Richardson aktiv mitgewirkt hat.

Letzterer hat auch nach Bandleader Michael Sweet geholfen, „die Dinge auf ein neues Level zu heben“. Und das ist tatsächlich der Fall. Während Stryper schon immer für ihre harmonischen Melodien, eigenständige Riffs und die tolle Stimme von Sweet bekannt war, sticht „Even The Devil Believes“ in zweierlei Hinsicht aus den guten Alben der letzten Jahre heraus. Erstens ist die Hit-Dichte wirklich enorm hoch, wobei es grundsätzlich kein Füllmaterial gibt – jeder Song hat seinen berechtigten Platz. Und zweitens scheinen Stryper auch bei ihrer Message fokussierter und klarer denn je. Daß die Band ohnehin schon immer für ihren christlichen Glauben einstand und damit auch aneckte, ist das Eine. Auch wenn Sweet immer wieder betonte, sie seien keine „christliche Band“, sondern eine Metal-Band, die aus Christen besteht.

Doch bei „Even The Devil Believes“ steht die biblische Botschaft so kristallklar im Zentrum, wie schon lange nicht mehr. Das beginnt mit dem Album-Titel, der ein Bibelzitat aus dem Jakobusbrief ist und Bezug darauf nimmt, daß der christliche Glaube sich in Taten und nicht Bekenntnissen als lebendig zeigt. Schließlich glauben auch die Dämonen und der Teufel selbst an Gottes Existenz. Es zieht sich weiter über das einmal mehr fantastisch-farbenprächtige Cover-Artwork von Stanis Decker, mit dem Stryper bereits seit 2013 zusammenarbeitet. Es zeigt Satan auf seinen Knien vor dem strahlenden, himmlischen Thron Gottes. Die Texte schließlich sind selbst für Stryper besonders klar, unverblümt und unmissverständlich. Es geht um Gottes Liebe und Vergebung („Make Love Great Again“, „Blood From Above“, „How To Fly“) die Hoffnung die darin liegt und wie sie das Potential hat, das menschliche Leben zu verändern („Do Unto Others, „Let Him In“). „This I Pray“ ist eine berührende Rock-Ballade und Gebet zugleich. Besonders stutzig macht der doppeldeutig-provokative Songtitel „Middle Finger Messiah“, der darauf anspielt, daß die meisten Menschen Jesus Christus ablehnen.

Doch zur Musik. Denn auch die hat es mehr in sich als zuletzt! Allein schon die erste Minute von „Blood From Above“ setzt auch musikalisch eine klare Message: Schnelles Riff, Falsett-Pitch, Strophe, klasse Bridge, Auflösung der Spannung im ohrwurmigen Refrain, danach ein Wahnsinns-Solo von Gitarrist Oz Fox, der zuletzt schwer erkrankt war. Wow! „Make Love Great Again“ nimmt Tempo raus und setzt auf ein schleppend-düsteres Riff, auch Sweets Gesang ist angesichts des gesungenen dunkler. „Let Him In“ hat Groove und einen hymnischen Refrain, „Do Unto Others“ ist eine glasklarer Hinweis, daß Michael Sweet auch mit 57 noch zu den potentesten Sängern im Metal-Zirkus zählt. „Invitation Only“ ist eine erstklassige Melodic-Hardrock-Nummer und „For God & Rock ’n‘ Roll“ ist Strypers ganz persönliches Glaubensbekenntnis und dazu noch ein gelungener Metal-Song aus dem Bilderbuch.

Stryper haben mit ihren letzten Alben nicht enttäuscht, „Even The Devil Believes“ ist dennoch ein herausragendes Album der Bandgeschichte. Musikalisch modern und zeitlos zugleich, inhaltlich authentisch und unverkrampft, kämpferisch und rebellisch. Musikalisch erstklassig und auf höchstem Niveau produziert kann hier Keiner klagen, der melodischen Metal mag. Bei aller Klasse, die Stryper schon lange haben, kommt einem das hier wie bei einem exzellenten, edlen Wein mit Charakter vor. Mit Liebe produziert und lange gereift, hat er das Potential zu einem ganzheitlichen, körperlichen Erlebnis zu werden. Und genau das ist „Even The Devil Believes“.

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PUSSY SISSTER – Neue Bandmitglieder und wieder im Fernsehen

Zwischen Fernseh-Dreharbeiten und einiger Zeit im Proberaum haben sich die Waghäuseler Hard Rocker von Pussy Sisster bei uns gemeldet, um einige News bekannt zu geben: „Nach sechs Monaten Proben im Pussy-Proberaum dürfen wir mit großer Freude bekanntgeben, zwei neue Bandmitglieder in unseren Reihen aufgenommen zu haben. Mr. J., der die letzten Jahre schon unser Soundtechniker…

ROCK MEETS CLASSIC – volles Haus trotz Corona

Alice Cooper allein ist ein Garant für ausverkaufte Spielstätten. Wenn der US-amerikanische Rockmusiker im Rahmen der Rock Meets Classic Tournee auftritt, sind die Tickets in der Regel sehr schnell vergriffen. So ist es auch an diesem Abend. Fast 7.500 Besucher finden sich in der bestuhlten Arena Nürnberger Versicherung ein, um die 11. Auflage von Rock…

SWEDEN ROCK FESTIVAL – Line-Up mit GUNS N‘ ROSES, VOLBEAT und IN FLAMES

Das seit 1992 stattfindende Sweden Rock Festival zählt zu den bei Besuchern beliebtesten Open-Air-Festivals der Welt, von dem wir in zurückliegenden Jahren auch schon berichtet haben. Vor allem ist das in Sölvesborg in Südschweden stattfindende, viertägige Festival für sein sehr breit aufgestelltes Programm bekannt. Kaum ein anderes Festival weltweit dürfte so viele unterschiedliche Rockmusikfreunde zufrieden…

H.E.A.T II

Schnell nach Hause, die Kassette in den Player gelegt, aufs Bett geworfen und den Starschnitt von H.E.A.T angeschmachtet, nebenbei das Heftchen der MC durchgelesen und keinen Plan von den Texten. So oder so ähnlich muss es sich anfühlen, wenn das neue Album „H.E.A.T II“ (earMUSIC/EDEL) der fünf Schweden durch die Anlage läuft. Bei einem Score von mittlerweile sechs Studioalben müsste man meinen, dass die Jungs bekannter sind. Leider nicht, sie sind eher so ein Geheimtipp für die Gemeinde von Airplay-Oriented-Retro-80s-Melodic-Hard-Sleaze-Rock. H.E.A.T sind gefühlt das uneheliche Kind von Asia und Europe, und als Patenonkel wurde Kenny Loggins engagiert. Weiterhin bedienen sich H.E.A.T stark an Poison, Ratt und Mötley Crüe ohne stumpf zu kopieren und finden dazwischen ihre Nische zum Lautsein. Wem das Nightflight Orchestra zu 80ies und Brother Firetribe zu schmusig ist, dem rufen H.E.A.T entgegen: „Oh hallo, hier mal bitte ganz zum Anschlag aufdrehen!“.

Nun aber mal die Power-Faust in den Himmel gereckt, das Gesicht angestrengt zusammgekniffen und den neuen Tonträger durchgehört – uns erwartet ein schnelleres und vor allem härteres Vergnügen als beim Vorgänger „Into the Great Unknown“. Das erste, was beim Hören auffällt, sind die wieder in den Hintergrund gemischten Keyboard-Harmonien. Manchmal ist weniger mehr und macht dadurch auch mehr Spaß, da das Album deutlich mehr Tempo gewinnt, von der obligatorischen Powerballade mal abgesehen. Da H.E.A.T sich bei den Originalen bedienen, aber keine 1-zu-1-Kopie erstellen, geht die Fahrt mit ,Rock Your Body‘ als Opener rasant in Richtung Stadion-Rock á la Bon Jovi: laut mitsingen geht hier schon beim ersten Refrain.

Der Mitwipp-Song des Albums ist ,Dangerous Ground‘, das zweite Stück auf „H.E.A.T II“. Das heißt aber nicht, dass der musikalische Elan damit schon verpulvert ist. Mit ,Come Clean‘ folgt grooviges Ohrwurmmaterial. Im Anschluss macht ,Victory‘ voll Laune auf das Stöbern in der Plattenkiste nach alten Klassikern wie zum Beispiel Skid Row, denen die fünf Skandinavier mit ,We Are Gods‘ ein kleines Denkmal gesetzt haben. Der Anspieltipp für catchy Lyrics und nice Harmonies? Dann bitte zu ,One By One‘ vorspulen.

Nichts anfassen und einfach weiterlaufen lassen für die obligatorische keyboardlastige Powerballade. ,Nothing To Say‘ klingt wie bereits 100 Mal Herzschmerz gehabt und auch da durchgekämpft. Zum Abschluss noch einmal die Luftgitarre nachstimmen und den Fuß auf die Monitorbox stellen: ,Rise‘ schließt den Reigen eines Albums voller Anleihen und Anspielungen auf eine gute alte Zeit mit einem Sprühstoß Haarspray mitten ins Gesicht.
Wer nach einem lässig-coolen, bombastischen Hintergrundsoundtrack für jede Gelegenheit sucht oder sich mal richtig laut bei den Nachbarn vorstellen will: Bitte sehr, legen Sie „H.E.A.T II“ von H.E.A.T zweimal täglich ins Tape-Deck ein.

Mit viel Spaß geschrieben von: Christian Zimmermann

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