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Michael Kiske – ‚Ich bin keine Marionette!‘

City Of Heroes heißt das neue Album von Amanda Somerville und Michael Kiske. Eine ganze Stadt voller Helden? Michael Kiske hat die deutsche Rock- und Metal-Szene nachhaltig beeinflusst und geprägt. Gemeinsam mit der amerikanischen Sängerin Amanda Somerville veröffentlichte Kiske vor fünf Jahren ein selbstbetiteltes Duett-Album. Mit „City Of Heroes“ ist jetzt die zweite Veröffentlichung der beiden erschienen. Whiskey-Soda sprach mit Michael Kiske über das neue Album sowie über kaputte Knie, wie man am besten Elvis covert und – man kommt ja nicht darum herum – die Chancen auf eine Helloween-Reunion. Und die stehen tatsächlich gar nicht sooo schlecht.

SweetKiss Momma – Vom Gottesdienst zur Rockbühne

Ein staubiger Saloon oder eine Biker-Bar mit Billardtisch, dazu Dosenbier und Hamburger, oder vielleicht die Backstage-Area eines rustikalen Clubs mit Holztischen, knarzenden Dielenbrettern und Stratocastern an den Wänden – das ist vermutlich die richtige Atmosphäre, um über Southern Rock zu sprechen. Wir trafen die vier amerikanischen Musiker von SweetKiss Momma daher ganz stilecht…in einem Chinarestaurant beim Essen vor ihrem Auftritt in Bremen. Aber inhaltlich ging es in unserem Interview natürlich dennoch um Southern Rock und Gospel, und darum, wie es ist, zum ersten Mal durch Europa zu touren. Und um die Frage, ob man uramerikanischen Rootsrock auch erfolgreich in Deutschland spielen kann.

Deserted Fear – Von Schnee, Met und dem Technik-Teufel

Da plaudert man mit dem äußerst sympathischen Gitarristen Fabian der Thüringer Deserted Fear vor ihrem Auftritt in Lenzburg/Schweiz über den durch das neue Album „Kingdom of Worms“ ausgelösten Popularitätsschub, kippt mit den Jungs – ganz Whiskey-Soda-Außenstelle Schweiz – einen Schweizer Single Malt und dann stellt man beim Sichten der Aufnahme fest, daß die Audiodatei kaputt ist. Dabei war der ganze Abend besonders gelungen.

Steve Rothery über Geister und glorifizierte Karaoke

Einer der bekanntesten und besten Gitarristen der Rock- und Neo-Prog-Szene ist zweifelsohne Steve Rothery. Der maßgeblich vom Pink Floyd Gitarristen David Gilmour beeinflusste Engländer wurde in den 80ern vor allen Dingen durch die Band Marillion bekannt. Marillion sind eine der wichtigsten und größten Neo-Prog-Bands, einer in den 80ern aufgekommenen Form des Progressive Rocks. Wohl jeder dürfte ihren Radiohit ‚Kayleigh‘ kennen. Als Mitbegründer der Band spielt Rothery dort seit 36 Jahren den Sechssaiter. Auch mit seiner Steve- Rothery-Band war der 55jährige erfolgreich auf Tour. Jetzt hat er mit „The Ghosts Of Pripyat“ sein erstes Solo-Album veröffentlicht, welches er über eine sehr erfolgreiche Kampagne beim Crowdfunder Kickstarter finanziert hat. Grund genug für Whiskey-Soda, dem sympathischen Musiker ein paar Fragen zu stellen, um mehr über das Album und seine Entstehung, aber auch über die Aussichten auf ein neues Marillion-Album zu erfahren.

In This Moment-Sängerin Maria Brink – Von Sex und Spiegeln

Dies ist ein Experiment. Keine Rezension, kein Interview, kein Konzertbericht. Vielmehr das Resultat des Bedürfnisses, etwas richtig zu stellen, das ich selber lange Zeit falsch sah. Ein Kommentar. Der Versuch einer Analyse aufgrund eines Gefühls, das mich beim Hören des nicht mehr ganz so aktuellen und trotzdem noch neuen In This Moment-Videos überkam. Dieser Text ist mein kleines ‚Heureka‘, der Ausruf bei einer Entdeckung, die ich gerne mit euch teilen möchte – weil ich weiß, dass einige von euch diese Entdeckung noch nicht gemacht haben.

John Garcia – Solo aber nicht allein

Betrachtet man aus heutiger Perspektive die Evolution des Desert-/Stoner Rock als eine Art Stammbaum, dann findet sich unweigerlich der große Name Kyuss an dessen Basis. Als erster großer Stein dieser westamerikanischen Staublawine haben diese damit etwas losgetreten, das zunächst überhaupt erst die Definition eines ganzes Genres ausmachte und damit eine unglaublich breit gefächerte Einflussnahme ausübt. All die Bands aufzuzählen, die im weitesten Sinne Kyuss entstammen, sei es auf Grund des Mitwirkens eines der ehemaligen Mitglieder oder einfach der Inspiration wegen, würde den Rahmen sprengen. Noch heute sind die Stoner-Rocker der ersten Stunde aktiv. Um einige Beispiele zu nennen: Josh Homme füllt mit Queens of the Stone Age jedes Stadion der Welt, Brant Björk spielte bei Fu Manchu, hat bereits sieben Soloalben veröffentlicht und ist darüber hinaus als Produzent tätig, Nick Oliveri hat nach seinem Rauswurf bei QOTSA so ziemlich alles durchgemacht und erscheint heute öffentlich ebenfalls als Solointerpret, sowie mit seinen Bands Mondo Generator und The Dwarves und dann ist da noch John Garcia, die Stimme der Wüste, der nach seinen Projekten mit Slo Burn, Unida, Hermano und zuletzt Vista Chino nun ebenfalls sein erstes Soloalbum veröffentlicht hat. Letzteren treffen wir im Vorfeld seines Konzerts im Rostocker M.A.U. Club zu einem Plausch in seinem Tourbus.

Adrenaline Rush – Tave Wanning über das Debüt der Schwedenrocker und Frauen im (Hard)Rock

Rock’n’Roll und Hardrock müssen nicht immer innovativ sein, um anzukommen. Diese Musik soll in erster Linie Spaß machen, partytauglich sein und den gewissen Groove besitzen, der sofort in die Beine geht und zum Mitsingen animiert. Genau diese Kriterien sind bei Adrenaline Rush erfüllt. Vor kurzem flatterte das selbst betitelte Debütalbum der jungen schwedischen Band in unsere Redaktion, und das Stockholmer Quintett überzeugte durch eingängigen kraftvollen Hardrock mit Hooklines ohne Ende, Mitgröhl-Refrains und geballter Power. Grund genug für uns, sich näher mit den Skandinaviern zu beschäftigen und die 22jährige Leadsängerin Tave Wanning um ein Interview zu bitten. Die junge Dame hat sich viel Zeit für Whiskey-Soda genommen. Aber lest selbst, was Tave Wanning über Adrenaline Rush und – man verzeihe uns dieses Wortspiel – Frauen im Rock zu sagen hat.

Led Zeppelin – Wandlungsworte vom Rock-Olymp (Rückblick Teil II)

Nein, das vierte Album von Led Zeppelin heißt nicht ‚Led Zeppelin IV‘. Auch nicht ‚Four Symbols‘ oder ‚Zoso‘ oder sonstwie. Spätestens am 24.10.2014 sollte man begriffen haben: Es trägt gar keinen Titel. Braucht es auch nicht, denn der Reisigbündelmann und die sich schälende Tapete sind des Ausdrucks genug. Und noch was: Der Song ‚Houses Of The Holy‘ ist – bei aller Plausibilität des Gegenteils – eben nicht auf dem gleichnamigen Album zu Hause, sondern erschien erst zwei Jahre später auf dessen Nachfolger. Mehr als 40 Jahre ist das alles nun her, und trotzdem müssen wir jetzt darüber reden. In diesem Sinne ein herzliches Willkommen in Abschnitt zwei des Led Zeppelin-Wiederveröffentlichungs-Marathons – der nicht so lange auf sich warten ließ, wie man hätte befürchten können.

Bigelf – Von antiken Instrumenten, Jedi-Kräften und gebrochenen Knochen

Welchen Anteil am Erfolg einer Band hat die Optik? Slipknot und Hämatom machen mit schrillen Masken auf sich aufmerksam und schon der Altmeister aller Gruselrocker, Mr. Alice Cooper, legte den Grundstein seiner Karriere nicht nur mit schrägem, damals ungewohnten Rock, sondern nicht zuletzt mit theatralischen Shows und Outfits, die schockten. Eine echte Punkband hat gefälligst mit Irokese und Nieten aufzutreten, um ihre Identifikation mit der Szene zu belegen. Metalheads tragen Kutte, Schwarzes Shirt und lange Haare. Doch wo läuft die Grenze zwischen Marketing und Authentizität? Eins ist sicher: Der Zylinder, die wallende Mähne und der Eyeliner von Damon Fox der Psychedelic-Doomer Bigelf lenkt Blicke auf sich. Umso mehr, wenn der Pianist und Sänger am Bühnenrand steht und links und rechts ein Keyboard bedient und exstatisch dazu singt. Dann merkt man, daß hier das Gesamtpaket überzeugt! Doch wer ist der Mann hinter dem Zylinder? Wie sieht er seine Band und seine Musik im Musikgeschäft als Ganzes? Der irgendwie aus der Zeit gefallen wirkende Kalifornier hat mit unserem Metal-Chef Daniel über diese und andere Fragen geplaudert und dabei tief und persönlich blicken lassen.