Schlagwort: Black Metal

Wacken Open Air – Erneute Verschiebung

Die Veranstalter des weltgrößten Heavy Metal Festivals Wacken Open Air haben heute bekannt gegeben, dass die für Ende Juli geplante Ausgabe aufgrund der andauernden COVID-19 Pandemie nicht wie geplant stattfinden kann. Die 31. Ausgabe des Kult-Festivals findet daher im August 2022 statt, vom 04.08. bis zum 06.08. Thomas Jensen, Chef und Gründer des Festivals erklärt:…

Prinzessin Teddymett

Ist Teddymett eigentlich vegan? Die titelgebende Prinzessin heißt gar nicht Teddymett, sondern Ausbau, und sie hat eine argwöhnische Ornithologie. Wer jetzt nur „Bahnhof“ versteht, den klärt das Hören der zweiten Platte „Prinzessin Teddymett“ (Noisolution) der Berliner Formation Tschaika 21/16 vermutlich auch nur bedingt weiter, Licht ins Dunkel zu bringen.

Mit Songs wie ‚Mutti ist vom Klettergerüst gefallen‘, ‚GoTTdzillas Allzweckwaffe‘ oder besagtem ‚Prinzessin Ausbau’s argwöhnische Ornithologie‘ gewinnt die Band auf jeden Fall schon einmal den Preis für die innovativsten (oder bescheuertsten?) Songtitel des Jahres 2021. Diese Titel werden allerdings in ein überraschend komplexes musikalisches Korsett gezwängt, dass weitab vom spaßigen Punkrock liegt, den man beim Albumtitel und -cover vielleicht hier erwarten möchte. Komplexe Rhythmen aus dem Underground, Jazz, Rock, Stoner, Alternative, brachiale Gitarren direkt vom Black Metal geschickt, schepperndes Schlagzeug und dazu immer wieder Trompeten und ein Quietscheentchen. Das klingt abgedreht – ist es auch, aber trotz allem überraschend anspruchsvoll. Progressive Parts treffen auf krachende Grooves, und das alles fügt sich zu einer spannenden Mischung, die Stoner, Jazzer, Metaller und Progheads begeistern dürfte – wenn sie denn Sinn für absurden Humor besitzen.

Zwischen den Songs gibt es kurze Ausschnitte aus dem Studio zu hören, mehr oder weniger sinnfreies Gelaber vom Hofe der mettigen Prinzessin, das nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber auch nicht allzu sehr stört. Verantwortlich für diese musikalische Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn ist zu einem Drittel der Gitarrist Tim Mentzel, bekannt durch die Berliner Stoner-Band Rotor. Gemeinsam mit Schlagzeuger „Onkel“ und dem Trompeter Sören, der ansonsten im Orchester des Berliner Konzerthauses tätig ist, erschafft der Musiker ein Album, das nun wirklich mal von vorne bis hinten außergewöhnlich ist. Wird es jedem gefallen? Ganz sicher nicht. Aber eine Chance geben sollte man der Prinzessin auf alle Fälle.

Offizielle Homepage des Drummers „Onkel“
Tschaika 21/16 bei Facebook

TSCHAIKA 21/16 – Prinzessin Teddymett kommt

Wenn eine Band ihr Album „Prinzessin Teddymett“ nennt, hat sie schon mal unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Musik von Tschaika 21/16 klingt genauso merkwürdig wie der Bandname. Der zweite Longplayer der drei Musiker erscheint am 28. Mai vbeim Underground-Label Noisolution. Der Wahnsinn des Debut-Albums wird auf der neuen Platte zum Kinderlied reduziert. Rhythmisch noch komplexer, im…

BODOM AFTER MIDNIGHT – Neue noch mit Alexi Laiho aufgenommene EP

Der Tod von Alexi Laiho erschütterte kurz vor Jahresende 2020 die Musikwelt. Der Mastermind von Children of Bodom schied nach längeren gesundheitlichen Problemen am 29. Dezember 2020 aus dem Leben. Trotz seiner Krankheit sowie der der Corona-Pandemie scheint er jedoch nicht untätig gewesen zu sein. Mit seiner neuen Band Bodom After Midnight, die er nach…

Pilgrim

Es gibt eine bestimmte Form von Mischung aus Black Metal und Death Metal, deren einzig akzeptabler Name eigentlich Dissection Metal sein sollte. Dissection haben mit „The Somberlain“ und vor allem „Storm Of The Light’s Bane“, später vielleicht noch mit „Reinkaos“ absolute Meilensteine gesetzt. Die Kombination aus rasender Geschwindigkeit, Düsternis, fantastischem Riffing und Ohrwurmmelodien hat Dissection zum Maß aller Dinge gemacht. Credibility wirklich böse und durchgeknallt zu sein gab es wie wir alle wissen auch genug.

Es gab schon einige Bands, die Dissection Metal gespielt haben. Logischerweise waren alle schlechter als das Original, wenn auch eine Band wie Thulcandra den einen oder anderen Song auf Dissection-Level rausgehauen hat.

Was diese lange Einleitung soll? Sie beschreibt das, was Thron hier machen. „Pilgrim“ ist exzellent produzierter Dissection Metal, die Gitarren jagen sich gegenseitig in nahezu perfekter Harmonie. Der keifende Gesang ist ausdrucksstark – und damit schon eindeutig weiter als die eher durchschnittlichen Shouter von z.B. Unanimated oder Thulcandra.

Dass Thron wissen, was sie tun und wer sie sind zeigt das wunderbare Riff-Zitat am Anfang von „Into Disarray“. Man verneigt sich vor Dissection, hat aber bei weitem genug Charakter, um auch unabhängig von Dissection bedeutend zu sein. Insbesondere fahren Thron eine leicht erhöhte Aggressivität.

Das Songwriting ist gut, wenn auch sicherlich bei dem einen oder anderen Track leichter abnutzbar als Songs wie „Soulreaper“, die auch 25 Jahre später nichts an Spannung und Großartigkeit eingebüßt haben.

Thron haben mit „Pilgrim“ aber auf jeden Fall ein wirklich gutes Stück Schwarzmetall veröffentlicht, das uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Thron bei Facebook
Thron bei Listenable Records (Label)

WOLF KING – ,Wandering Soul‘ – Wenn die Seele keinen Bock mehr hat

WOLF KING Promo 2021

Die kalifornischen Düster Hardcorer Wolf King werden uns am 05. März mit ihrer zweiten Schwarzrille „The Path of Warth‘ das Leben verdunkeln. Dank Prosthetic Records können wir uns auf zwölf neue Songs zwischen grenzenloser Wut, dunkler Esotherik und notwendiger Nachdenklichkeit freuen. Bis dahin darf unsere Seele wandern, wohin sich möchte. Den audiovisuellen Soundtrack dazu bietet…

THRON – Badische Black-Deather kündigen neues Album an

Thron haben wir euch im Sommer 2019 mit einem Whiskey-Soda-TV Video-Interview vom Summer Breeze vorgestellt. Mit ihrem derben Blackened-Death halten wir die Jungs aus dem Schwarzwald für eine der vielversprechendsten neueren Bands im deutschen Metal-Underground. Im Februar kommt das dritte Album „Pilgrim“ beim französischen Label Listenable Records. Thron haben ihre musikalischen Wurzeln im skandinavischen Black-Metal…

REVENGE – Vorsicht beim Lauschen von „Attack.Blood.Revenge“

revenge logo

Die kandischen Chaos Black Metaller Revenge veröffentlichen am 20. November ihre „Attack.Blood.Revenge“-EP von 2001 mit vier Bonustracks wieder, die ihr mit großer Vorsicht nachstehend genießen könnt. Möglich macht dies Season of Mist. Darüber hinaus planen Revenge für Mai 2021 eine Tour durch hiesige Gefilde zusammen mit Profanatica, Misthyrming und Ultra Silvam. Die Daten findet ihr…

Endless Twilight Of Codependent Love

Solstafir sind ein bißchen wie der intellektuelle Verwandte in der Familie, den jeder mag, den man mitunter zwar etwas stressig findet, aber der immer tolle Beiträge leistet. Mit dem neuesten Beitrag „Endless Twilight Of Codependent Love“, dem mittlerweile siebten Album der Isländer, macht es uns der nette Verwandte aber ziemlich schwierig, denn der scheint gerade eine Wandlung durchzumachen und dabei gehörig über die Stränge zu schlagen.

Das neue Album von Solstafir hat mit dem gern als Referenzwerk angesehenen Postrock-Meisterwerk „Otta“ von der Gesamtatmosphäre her nur wenig zu tun. Wer hier auf 70 Minuten geradlinigen, melancholischen Postrock hofft, wird diesen nicht bekommen. Das Album ist sperrig, schlägt in vielerlei Hinsicht recht brutal in musikalische Kerben, die es bei Solstafir zwar schon gab, um sie in dieser extremen Form zu finden muß man aber stellenweise an die Anfangstage zurückgehen.

Das hier ist klipp und klar zu großen Teilen…. All Time Solstafir. Nichts dominiert, außer die hohe Kunst der harten, aber anspruchsvollen Musik. Jazz, Postrock, Rock, Metal, Black Metal… Das ist bandbedingt sehr atmosphärisch, melodisch, stilsicher und technisch natürlich perfekt, aber stellenweise ganz schön experimentell, die Stücke brechen mit sich selbst und dem Gesamteindruck – so dass eben dieser nicht so einheitlich wirkt wie sonst.

Die einzelnen Tracks sind natürlich durchweg herausragend. Vom jazzigem Sound in „Or“ über doch ziemlich derb produziertes Gedresche in „Dionysus“ gibt es ein Panoptikum an mit Leichtigkeit zu grandiosen Tracks verschachtelten Stilen. Die Produktion ist erdig, kernig, sehr präsent und dicht am Hörer, nicht verschwurbelt atmosphärisch, sondern derb und direkt. Der Gesang steht in all seinen Facetten sehr im Vordergrund. Das Album ist natürlich einerseits melancholisch und düster, andererseits fegt die Musik wie ein Orkan über den Hörer hinweg, dass man sich an den Kopfhörern festhalten muß. Der Anfang von „Til Mortar“ wirkt wie hochfiligranes, zerbrechliches Stück Glasbläserkunst, „Rökkur“ wie ein verzogenes Stück Fulgurit, das die Blitze des „Dionysus“ – Sturms hinterlassen hat. Ein durch und durch grandioses, überraschendes Werk, das beim Nebenbeihören überraschend unverdaulich wirkt, sich beim konzentrierten Zuhören über Kopfhörer aber als – mal wieder – Meisterwerk offenbart.