Schlagwort: Rock’n’Roll

Masturboned

„Wir sind Crossplane und wir spielen Rock’n’Roll!“ Mit dieser kernigen Aussage traten die vier Jungs aus Essen im Spätsommer 2013 mit ihrem Debütalbum „Class Of Hellhound High“ vor ihr Publikum und eroberten die Rock’n’Roll-Welt im Sturm. Rotzigen, bodendenständigen Rock mit ein paar Metal Attitüden haben sich Crossplane auf ihre Fahnen geschrieben, und genau den liefern sie erwartungsgemäß natürlich auch mit ihrem neuen Album „Masturboned“ wieder ab.

„Masturboned“, das sind 16 Songs, kaum einer länger als drei Minuten mit kaum anspruchsvolleren Texten als ‚We are Crossplane / and we live for rock’n’roll‘ oder ‚Every girl loves me / and every girl calls me masturboned‘. Aber wer hier etwas anderes sucht oder erwartet, ist schlicht und einfach bei der falschen Band gelandet. Hier geht es nicht um komplexe Texte oder verschachtelte Melodien. Wie sie selbst schon sagen: Crossplane spielen Rock’n’Roll, und den spielen sie so verdammt geradlinig, rotzig, dreckig und ehrlich, dass es einfach nur Spaß macht, ihnen dabei zu lauschen. Schnelle treibende Bässe, knallige Drums und die rauen und mehr als nur einmal an Lemmy und Motörhead erinnernden Vocals von Frontmann Celli Rockshit verbinden sich hier zu einem mitreissenden Rock’n’Roll-Paket. Der schon im Debütalbum reichlich vorhandene Groove kommt hier noch besser zur Geltung, die Songs halten sich nicht lange mit Spielereien oder überflüssigem Schnickschnack auf. Da liegt der Rock im Blut und will raus. Mit voller Lautstärke.

‚Nothing is real only illusion / nothing is real only confusion‘ heißt es im Song ‚Bumsucker‘. Da müssen wir Celli Rockshit und seinen Mannen aber mal klar widersprechen: Crossplane und ihre Musik sind sehr real, jederzeit greifbar und treffen mit „Masturboned“ mitten ins Schwarze. Sicher könnte man an dieser Stelle anbringen, dass manche Titel doch recht ähnlich gestrickt sind und die großen Überraschungen ausbleiben, dass ein paar längere Soli oder Breaks für mehr Abwechslung gesorgt hätten, dass das Genre nicht wirklich neu erfunden wird, aber im Grunde braucht so etwas auch niemand auf einem solchen Album. Vollgas und durch.

‚Now you realize / it’s the real life / everything’s gonna be allright!‘. In der Tat, alles wird gut. Gebt uns mehr. Manchmal darf man auch einfach nur abgehen, drauf los rocken und den grauen Alltag vergessen. Und dabei Crossplane hören und Spaß haben. Dieses Album sollte im Stil des derben rotzigen Rock’n’Roll eigentlich im Pack mit einer Palette Dosenbier verkauft werden.

CROSSPLANE teasern mit Video das neue Album

„Wir sind Crossplane und wir spielen Rock’n“Roll!“ Und dieser Rock’n’Roll ist bodenständig, kernig, rotzig und schnell. Am 17. April bringen die Jungs aus Essen ihr zweites Album „Masturboned“ heraus (wir berichteten). Als kleinen Vorgeschmack gibt es den Titel ‚Brave New World‘ als Videoteaser, der einen guten Einblick in die Energie und Rock’n’Roll-Rotzigkeit der Band verschafft:

SOCIAL DISTORTION im Frühjahr auf Europa-Tour

Sie sind eine Institution irgendwo zwischen Punkrock, Rockabilly und Blues: Social Distortion um Frontmann Mike Ness sind seit 1978 auf den Bühnen dieser Welt unterwegs. Volle vier Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Longplayers „Hard Times and Nursery Rhymes“ kommen die Kalifornier im kommenden Frühjahr endlich wieder auf Tour in den deutschsprachigen Raum. Vor allem…

Aftershock

Keiner anderen Band ist der Erfolg so sehr zu gönnen wie Lemmy und Motörhead. Die Bandhistorie ist eine Geschichte voller Rück- und Nackenschläge, von denen sich Lemmy nie hat aus der Bahn werfen lassen. Nie ist er eingeknickt, sondern hat Motörhead nach seinem Bild geformt und seit 1995 hat er seine Brüder im Verbrechen in Mikey Dee und Philip Campbell gefunden. Seitdem gibt es alle zweieinhalb Jahre ein neues Motörhead-Album, so auch in diesem Herbst. Es heißt „Aftershock“ – Nachbeben – und lässt sich durchaus auf den Zustand des Mastermind verstanden wissen, erst seine Herzoperation, dann sein Zusammenbruch auf dem W:O:A, dann seine Rehabilitation und nun das Nachbeben nach einem schweren Jahr.

„Aftershock“ beginnt standesgemäß – welch Überraschung – mit einem typischen Motör-Rocker: Boogie trifft auf harten Rock’n’Roll mit einem rauen Refrain und melodiösen Chören, passend zum Titel „Heartbreaker“. Die erste Säule für das 21. Motörhead-Album ist damit geschaffen; es folgen weitere Nummern wie „Coup De Grace“, „Do You Believe“, „Death Machine“, „Crying Shame“ und „Knife“, die dieses Standbein stützen. Ein weiterer verlässlicher Stützpfeiler sind die Up-Tempo-Nummern, auf denen sich der Ruf Motörheads begründet, (einmal) die „schnellste Band der Welt“ gewesen zu sein. „End of Time“ haut in die Kerbe, die Lemmy schon mal mit „Riding with the Driver“ bearbeitet hat, „Queen of the Damed“ hat ein bisschen etwas von der eisernen Faust abbekommen, „End of Time“ hat fast die Energie für einen Platz auf „Bastards“ und „Paralyzed“ hätte gut zwischen „Snake Bite Love“ und „Assassin“ gepasst.

Das würdige Nachbeben auf ein schweres Jahr

Zwei waschechte Rock-Songs liefert das Trio mit dem düsteren „Silence When You Speak To Me“ und dem durch die Nase gezogenen „Keep Your Powder Dry“ ab. Mehr Platz hat man dem Blues eingeräumt und damit meine ich nicht das Dröhnen von Songs wie zum Beispiel „You Better Run“, sondern die ruhige, traurige Version, für die der Blues nunmal steht. In „Lost Woman Blues“ zeigt Phil Campbell, dass er mit den sechs Saiten nicht nur Lärm produzieren kann, sondern diese auch mit viel Gefühl zum Weinen bringen kann. Aber Motörhead wären nicht Motörhead, wenn der Song nicht doch noch das Tanzbein anschieben würde. Ähnlich souverän bläst der Dreier mit „Dust and Glass“ Trübsal und wieder zeigt sich Wizzö von seiner Schokoladenseite. Trotzdem sollte er sich Einzelauftritte im Spotlight verkneifen.

Insgesamt kann man von einem soliden Album sprechen, wären da nicht die handvoll Songs, die wirklich als gelungen zu bezeichnen sind. Jedes Motörhead-Album hat diese Songs, nur „Aftershock“ hat eben zwei mehr von dieser Sorte. Und auch wenn es Motörhead nicht mehr so knallen lassen wie zu „Overkill“- oder „Bastard“-Zeiten, weiß das Nachbeben besser als „Kiss of Death“ oder „Motörizer“ zu gefallen. Zum Schluss bleibt nur zu hoffen, dass das Artwork nicht den wirklichen Stand der Rock’n’Roll Legende widerspiegelt. Das wäre bitter. Aber Unkraut vergeht bekanntlicherweise nicht!

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